Quereinsteiger herzlich willkommen

Die Feuerwehr Berkhof ist neben Elze, Gailhof und Mellendorf eine der vier Wehren, die von Autobahneinsätzen betroffen sind. Daher hängen Bernd Malinowski, Rainer Edlich und Rolf Meyer eines der Plakate an der Wieckenbergstraße auf. Im Laufe der nächsten Wochen wollen sie es im Dorf umhängen. Weitere Plakate hängen in den anderen drei Dörfern. Foto: A. Wiese

Feuerwehr Berkhof ist eine von vier Wehren, die Einsätze auf der A 7 fährt

Berkhof (awi). „Danke Florian“ – viele Autofahrer aus ganz Deutschland und darüber hinaus haben diesen Stoßseufzer wohl schon einmal ausgestoßen, wenn sie auf der Autobahn 7 zwischen Schwarmstedt und Mellendorf, ob schuldhaft oder schuldlos, verunglückt sind und Hilfe Not tat. Binnen von Minuten ist Hilfe vor Ort: Sanitäter, Notarzt, Polizei und eben auch auch die Feuerwehr. Eine der Wehren, die sehr häufig in Richtung Autobahn ausrücken, ist die Feuerwehr Berkhof. „Für unsere kleine Wehr ist die Autobahn einer der Hauptschwerpunkte“, sagt Ortsbrandmeister Michael Hartmann.
Dabei ist die Bandbreite groß: Vom kleinen Auffahrunfall über PKW-Brände bis zum schweren Verkehrsunfall mit Toten und Verletzten ist alles dabei. „Natürlich rücken wir nicht alleine aus, sondern immer in Kombination mit den größeren Wehren wie Elze und Mellendorf, doch sind wir je nach Einsatzort oft die ersten Kräfte vor Ort und übernehmen zum Beispiel die Erstversorgung der Unfallopfer im Fahrzeug, wenn wir vor dem Rettungsdienst eintreffen“, erklärt der Ortsbrand-
meister. Die Voraussetzungen dafür sind nicht nur das entsprechende Gerät und Material, sondern vor allem auch das Know-how, und das eignen sich die Feuerwehrleute bei ihren Übungsdiensten an. So hat Erste Hilfe und alles, was dazu gehört, in der Feuerwehr Berkhof einen besonderen Stellenwert. Darüberhinaus sind die ersten Einsatzkräfte am Unfallort für die Lagemeldung an die nachfolgenden Kräfte und die vorbereitenden Arbeiten zuständig.
Ein entscheidender Punkt auch für die Feuerwehr Berkhof sei die Tagesverfügbarkeit, berichtet Ortsbrandmeister Michael Hartmann und räumt ein: „Die ist schichtabhängig.“ Wenn es gut läuft, kann die Feuerwehr in der Woche tagsüber mit vier bis fünf Leuten zum Einsatz fahren, aber es können durchaus auch weniger auf Anhieb verfügbar sein. „Wir sind auch schon zu zweit losgefahren. Das ist in Ordnung, weil die anderen Wehren ja ebenfalls im Anrücken sind“, so Hartmann. Allerdings ist auch der einzige ausgebildete Rettungssanitäter in den Reihen der Feuerwehr Berkhof tagsüber meistens nicht verfügbar. Die Kampagne „Danke Florian“ der Feuerwehr Wedemark und der Gemeinde Wedemark findet der Ortsbrandmeister gut. „Es ist eine Möglichkeit, um zu erklären, was wir tun, dass wir es ehrenamtlich tun und dass wir unbedingt weitere Kräfte brauchen“, sagt er: „Ich hoffe, dass der ein oder andere dadurch wachgerüttelt wird. Oft spricht man jemanden an, gerade auch Neubürger, ob sie nicht bei der Feuerwehr mitmachen wollen und bekommt zur Antwort: ,Ich würde ja gern, aber ich habe ja Familie‘. Auch wir haben Familie, das haben wir alle. Gerade einige, die aus der Stadt neu zuziehen, wollen zwar alle Vorteile des Landlebens nutzen, freuen sich über Osterfeuer und Weihnachtsmarkt, aber vergessen, dass auch Pflichten dazugehören, die es wahrzunehmen gilt.“
Dass Berkhof eine Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen hat, habe auch den Grund, dass man so Kontakt zu jungen Eltern bekomme, gibt Hartmann offen zu. Denn um im Feuerwehrteam eine wichtige Stütze zu sein, muss man nicht aus der Jugendfeuerwehr kommen. Die Feuerwehr Berkhof freut sich auch über Quereinsteiger: „Alle, die am aktiven Einsatzdienst teilnehmen möchten, bekommen eine fundierte Ausbildung in der alles Nötige vermittelt wird.“ Sollte also ein Berkhofer, oder Elzer, oder Gailhofer, oder Mellendorfer, oder irgendein anderer Wedemärker die aktuellen Plakate betrachten und sich denken ,Mensch, eigentlich könnte ich da ja auch dabei sein‘, dann ist er in seiner örtlichen Feuerwehr herzlich willkommen!
„Wenn es auf der Autobahn mal wieder gekracht hat, fahren wir sofort los. Wir, die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr. Hand in Hand mit Polizei und Rettungsdienst sorgen wir dafür, dass kompetent geholfen wird und der Verkehr wieder zügig ins Rollen kommt. Ehrenamtlich!
Auch auf den Autobahnen, welche durch unsere Gemeinde verlaufen, kommt es immer wieder zu Unfällen oder Bränden. Viele Verkehrsteilnehmer melden einen Unfall oder ein Feuer, während sie daran vorbeifahren oder auf der Gegenspur unterwegs sind und können den genauen Unfallort und auch das Schadensereignis nur ungenau beschreiben.
Deshalb erkunden die zuerst eintreffenden Hilfskräfte sofort die Situation an der Einsatzstelle, geben zügig eine Rückmeldung über Funk zur vorgefundenen Lage an die Rettungsleitstelle und fordern gegebenenfalls weitere Hilfskräfte nach. Bei allen Einsätzen arbeiten wir – je nach Ereignis – eng mit der Polizei, dem Rettungsdienst und dem Notarzt zusammen. Kein Einsatz ist wie der andere, jedes brennende Auto oder der verunfallter LKW steht für ein Einzelschicksal eines Menschen, der so schnell wie möglich unsere Hilfe benötigt. Extreme Einsätze oder Unfallgeschehnisse (nicht nur auf der Autobahn) stellen für alle Beteiligten auch immer eine psychologische Belastung dar. Zur Bewältigung solcher Situationen stehen Notfallseelsorger oder Psychologen bereit. Zusammen helfen wir so nicht nur den Menschen, welche hier bei uns in der Wedemark wohnen, sondern sorgen auch für Hilfe auf den durch die Wedemark verlaufenden Autobahnen.“