Realschule hat ehrgeiziges Ziel

Im August soll es wieder drei fünfte Klassen geben

Mellendorf (awi). Im August hat Jens Szabo schon ein Jahr als Rektor der Realschule Wedemark um. Und dann möchte der 43-Jährige gerne wieder vier fünfte Klassen einschulen. Leise hat sich der Wechsel von Karen Rotter zu Jens Szabo an der Spitze der Realschule vollzogen. Rotter wechselte im Februar 2016 an eine andere Schule in der Region, Szabo kam zum Beginn des neuen Schuljahres und sondierte zunächst einmal das Terrain. Der Großburgwedeler ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Sieben Jahre hat er als Konrektor gearbeitet, bevor er im August 2016 die Leitung der Realschule Wedemark übernahm. An seiner vorherigen Schule gab es 700 Schüler, hier auf einmal nur noch die Hälfte, nämlich 350 Schüler. Doch die Schule war Szabo vertraut. Er hat hier sein Referendariat gemacht. Da war allerdings noch Hartmut Lunze Rektor, er selbst hieß noch Huhne und die Schule war noch wesentlich größer. "Heute kenne ich eigentlich keinen mehr hier an der Schule von früher", sagt Szabo, der sich dennoch mittlerweile zuhause fühlt an dieser Realschule Wedemark, die auch zum Campus W. gehört, jedoch im Gebäude der früheren Orientierungsstufe Am Langen Felde so ein bisschen ihren eigenen Mikrokosmos hat. 25 Lehrer gehören dazu, die Atmosphäre ist sehr familiär, man kennt seine Schüler. Als Schulleiter gibt Szabo selbst nur zwölf Stunden, ist die restliche Zeit mit Verwaltung und Organisation beschäftigt. Seine Fächer sind Mathe, Sport und Informatik. Ihm gefällt, dass er in seiner Position auch an so einer überschaubaren Schule gestalten kann. So hat er seit dem 1. Februar diesen Jahres das Online-Klassenbuch eingeführt, er hat den Schwerpunkt neue Medien eingeführt und legt großen Wert auf die Berufsorientierung. Schon auf Grund seiner Fächerkombination ist er der Informatikschiene sehr verbunden. Sein ehrgeiziges Ziel: Zum Schuljahresbeginn 2017/2018 zwei Tabletklassen zu installieren. Am 3. Mai wird es dazu einen Informationsabend für die Eltern des zukünftigen fünften Jahrgangs geben. Die Zustimmung der Gemeinde Wedemark als Schulträger für das Projekt hat Szabo bereits, finanzieren müssen die Eltern der Schüler die Tablets allerdings selbst. Die Gemeinde plant zwar ein neues Medienkonzept, in dessen Rahmen auch das Thema Tabletklassen diskutiert werden soll und dazu einen Arbeitskreis eingerichtet, doch Szabo will nicht abwarten, bis es hier konkrete Ergebnisse gibt und hat daher selbst die Initiative ergriffen. Tests müssen allerdings noch ergeben, ob die Internetkapazitäten am Campus W. ausreichen. Es steht auch noch nicht abschließend fest, ob es zwei fünfte Tabletklassen werden oder vielleicht auch eine fünfte und eine achte. Die Eltern der Schüler sollen die Tablets für monatlcih 16 oder 17 Euro mieten, Szabo möchte gern mit i-Pads 2 arbeiten. "Das Tablet wird für die Schüler ein Arbeitsmittel sein, kein Spielgerät", betont der Realschulleiter ausdrücklich. Er ist sicher: "Wir müssen mit der Zeit gehen."
Die Tabletklassen sind nicht sein einziges Ziel für das neue Schuljahr. Er möchte vor allem bei den fünften Klassen wieder dreizügig werden. 62 bis 63 Anmeldungen, das sind sein Ziel, dann wären drei Klassen gesichert. "Drei kleine Klassen wären super und besser als zwei große. Es wäre toll, wenn wir das wieder hinkriegen", sagt Jens Szabo und ist gespannt auf die Anmeldungen. Die Realschule punktet seiner Überzeugung nach unter anderem mit einem kleinen Kollegium, einem starken Fokus auf Berufsorientierung und Ausbildungsvorbereitung und einem "eigenen" Gebäude, eigenen Fachräumen. Es gibt eine Bläser-AG mit Schülern von Klasse fünf bis zehn, zu der allein im letztenJahr zwölf Fünftklässler dazugestoßen sind. Es gibt Schulsanitäter und Konfliktschilchter sowie Verkehrshelfer, die Realschule Wedemark ist eben sehr vielseitig. Knapp 40 Realschüler der kLassen fünf bis acht nutzen das Angebot der offenen Ganztagsschule. Und es gibt eine neue Schulsozialarbeiterin. Alles in allem also eine Schule, die sich durchaus sehen lassen kann.
Und wenn Jens Szabo mal gerade nicht, Stundenpläne für die Realschule Wedemark umstellt, Elterngespräche führt oder mit seinen Schülern in der Sporthalle im Einsatz ist, dann spielt er selbst sehr gerne Handball bei der TS Großburgwedel, noch 32. Herren, aber er räumt ein, dass er wohl demnächst zu den Alten Herren wechseln wird. "Es geht ja nicht, dass ich mittlerweile gegen meine eigenen Schüler spiele." Seine kleine Tochter macht Kunstturnen und er unterstützt sie dabei, was ebenfalls eine zeitfüllende Freizeitbeschäftigung ist. Und schließlich ist Jens Szabo - wie ist das von einem Informatiklehrer anders zu erwarten - sehr computeraffin und bastelt an einer neuen Homepage für die Realschule. Immer nur Schule, auch in der Freizeit? "Bereits mein Vater war Lehrer, auch für Mathe und Sport. Ich arbeit gern mit Kindern zusammen und habe schon immer gerne Stunden- und Vertretungspläne erstellt. Ich habe meinen Traumberuf gefunden", bringt es Szabo auf den Punkt.