Rebecca Schamber legt Mandate nieder

Rebecca Schamber fällt der Schritt nicht leicht, doch die Familie ist wichtiger, sagt die Kommunalpolitikerin, die von Abbensen nach Borstel im Neustädter Land zieht und daher ihre an den Wohnsitz gebundenen Mandate für die SPD nicht mehr ausüben kann. Foto: A. Wiese

Herber Schlag für SPD-Rats- und Ortsratsfraktion: Abbensenerin zieht weg

Abbensen (awi). Es ist ein herber Schlag für die SPD Wedemark. Das räumt SPD-Fraktionschef Jürgen Benk unumwunden ein: Rebecca Schamber, Mitglied im Rat der Gemeinde Wedemark und im Ortsrat Wedemark I (Abbensen, Negenborn, Duden-Rodenbostel) legt mit dem Stichtag der nächsten Ratssitzung am 21. August ihre Mandate nieder. Der Grund: Die Familie zieht nach Borstel im benachbarten Neustadt am Rübenberge. Ihre an den Erstwohnsitz gebundenen Mandate kann Schamber damit nicht mehr ausüben. Aber sie bleibt weiterhin wissenschaftliche Mitarbeiterin im Wahlkreisbüro von Caren Marks in Mellendorf und sie will – das Einverständnis des Neustädter Ortsvereins vorausgesetzt –weiterhin im SPD-Ortsverein Mitglied sein. Im Rat rückt der Mellendorfer Larbi Amerouz nach, im Ortsrat Wedemark I Frank Gerberding aus Negenborn.
Gerne würde Schamber in ihrer Funktion als Ortsvereinsmitglied auch weiterhin im Koalitionsausschuss mitwirken. Benk wird dies demnächst mit seinem Gegenpart in der CDU klären. Aufgeben wird Schamber jedoch den Vorsitz im DRK-Ortsverein Abbensen-Negenborn. Hier ist noch kein Nachfolger in Sicht. Das Pendeln zwischen Neustadt und der Wedemark ist nichts Neues für die 42-Jährige: Sie wuchs in Abbensen auf, lebte dann von 1979 bis 1990 in Esperke, ging in Helstorf zur Grundschule und dann in Neustadt zur KGS, wo sie jetzt auch ihre Söhne angemeldet hat. 1990 zog die Familie wieder nach Abbensen, dem Geburtsort ihrer Mutter. „Zu der Zeit war ich jedoch noch sehr neustadtorientiert und bin deswegen in der Wedemark auch noch nicht politisch aktiv geworden, obwohl ich politisch schon immer sehr interessiert war“, berichtet Rebecca Schamber im Gespräch mit dem ECHO. 2010 trat sie dann jedoch in die SPD ein und beteiligte sich am Mentoring-Programm der SPD Wedemark und legte eine steile kommunalpolitische Karriere hin: 2011 kandidierte sie bereits auf einem recht aussichtsreichen Listenplatz für den Gemeinderat, schaffte den Sprung zwar nicht auf Anhieb, rückte aber zusammen mit Walter Zychlinski im Sommer 2012 in das Gremium nach, als Niklas Mühl-eis und Fritz Schöning ihre Mandate zur Verfügung stellten. Im Dezember desselben Jahres wurde sie zur ersten stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt, ein Amt, das ihr sehr viel Spaß machte, und das sie bis zum Ende der letzten Wahlperiode im November 2016 ausübte. Im Februar 2014 mit der Wahl von Helge Zychlinski zum Bürgermeister der Wedemark übernahm Rebecca Schamber den SPD-Fraktionsvorsitz von Zychlinski. Zudem wurde die Diplom-Juristin zur stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden gewählt. Im Dezember 2016 gab sie den Fraktionsvorsitz im Rat an Jürgen Benk ab, blieb aber seine Stellvertreterin. „Ich habe mich zu dem Zeitpunkt bewusst ein bisschen rausgezogen, es war alles zuviel. Ich hatte gar keine Zeit mehr, inhaltlich zu arbeiten“, erklärte Rebecca Schamber, die sich selbst zudem eigentlich mehr als Team-Playerin als als Einzelkämpferin für sozialdemokratische Belange sieht. Im Nachhinein sei die Konzentration auf das Parteiliche richtig gewesen, resümierte sie. Und inhaltlich wolle sie auch in Zukunft auf Parteiebene weiterhin in der Wedemark mitarbeiten, um die SPD auf diese Weise zu unterstützen. Die Entscheidung zum Umzug ins Mühlenfelder Land nach Neustadt sei ihr nicht leicht gefallen, gab sie zu, doch jetzt habe sie familiäre Prioritäten setzen müssen. Ihre Eltern hätten sich zum Umzug an die See entschlossen, der Familienbesitz in Abbensen werde verkauft und die Familie ihres Mannes, der aus Borstel stamme und seinerzeit ihr zuliebe nach Abbensen gezogen sei, habe ein komplettes Haus leerstehen. Da sei die Entscheidung eben pro Borstel gefallen, so Schamber. In der SPD Neustadt sei ein kommunalpolitisches Engagement aber zunächst nicht geplant, sagte sie auf Nachfrage.