Renate Löhr feierlich verabschiedet

Anne-Kathrin Kracke (von links) und Susanne Schönemeier übergeben Renate Löhr zum Abschied einen Blumenstrauß. Foto: B. Stache
 
Susanne Schönemeier (stehend) begrüßt Vera Thiel und Ralf Würtz als neue Mitglieder im Behindertenbeirat. Foto: B. Stache

Susanne Schönemeier verpflichtet zwei neue Mitglieder für den Behindertenbeirat

Bissendorf (st). Viele Dankesworte gab es während der 3. öffentlichen Sitzung des Behindertenbeirats am Montagnachmittag im Bürgerhaus in Bissendorf. Die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier verabschiedete die langjährige Vorsitzende des Behindertenbeirats Renate Löhr – auch im Namen des Bürgermeisters, der zuvor schon in einem Brief ihr Engagement gewürdigt hatte. Schönemeier lobte den besonderen Einsatz von Renate Löhr, die seit Februar 2011 dem Arbeitskreis Inklusion angehörte und im März 2014 den Vorsitz im Behindertenbeirat übernahm. „Das ist wirklich nicht selbstverständlich, was Sie hier in der Gemeinde geleistet haben“, betonte die Erste Gemeinderätin. Renate Löhr habe sich immer wieder und nachhaltig eingebracht und aufgerüttelt. „Sie haben im Behindertenbeirat unermüdlichen Einsatz gezeigt, haben sich ganz intensiv eingesetzt für die Barrierefreiheit in der Wedemark und für Demenzerkrankte“, so Schönemeier. Sie erinnerte daran, dass Renate Löhr das Inklusionsfrühstück und Inklusionskino mit auf den Weg gebracht hat. „Das werden wir in Ehren halten“, versprach die Gemeinderätin und schloss mit den Worten: „Wir bedanken uns ganz herzlich, Frau Löhr, für alles, was Sie für unsere Gemeinde getan haben.“ Behindertenbeirat-Vorsitzender Gunter Partetzke beschrieb seine Vorgängerin wie folgt: „Sie haben sich mit Rat und Tat, vor allen Dingen mit dem Herzen für die Belange der Behinderten in der Wedemark eingesetzt.“ Renate Löhr habe die Arbeit im Arbeitskreis Inklusion und im Behindertenbeirat entscheidend geprägt. „In vorbildlicher Weise waren Sie immer ein lieber und kompetenter Ansprechpartner. Hierfür bedanken wir uns ganz herzlich. Sie haben sich um die Behindertenarbeit in der Wedemark sehr verdient gemacht“, so Gunter Partetzke. „Es waren sechs gefüllte und erfüllte Jahre, reich an Neuland, an unbekannten Wegen und an großen Zielen“, beschrieb Renate Löhr ihre aktive Zeit in den beiden Gremien. Im Beirat und Arbeitskreis sei Pionierarbeit geleistet worden, erinnerte sie. Im Laufe der Zeit hätten sich vier größere Arbeitsfelder herauskristallisiert: Barrierefreiheit im öffentlichen Raum – inklusiver Sport – inklusives, barrierefreies, behindertengerechtes und sozialverträgliches Wohnen – Öffentlichkeitsarbeit mit den Feldern Werbung und niederschwellige Kommunikationsangebote. „Ein großes Arbeitsfeld, die Schulpolitik, konnten wir nur ansatzweise in den Blick nehmen. Für dieses heiße Eisen der inklusiven Beschulung fehlten uns die Fachkompetenz und die Erfahrung“, gestand Renate Löhr ein. „Wir haben viele weitere Projekte angeschoben oder zumindest ins Bewusstsein mancher Bürger gebracht.“ Kritisch setzte sie sich mit dem inklusiven Sport in der Wedemark auseinander, der momentan feststecke. „Das ist sehr enttäuschend für mich“, formulierte sie. Kritik übte Renate Löhr auch am Wohnungsbau in der Wedemark. „Bisher haben alle unsere Hinweise, Vorstöße und Anmahnungen kaum etwas bewirkt in Richtung sozialer Wohnungsbau, inklusiv und behindertengerecht.“ Zum Abschluss formulierte sie die Bitte: „Mögen die Bemühungen und die Mühen und die Einsatzfreude belohnt werden mit schrittweisen Annäherungen an das Ziel Inklusion in unserer Gesellschaft.“ Den Mitgliedern des Behindertenbeirats gab sie mit auf den Weg: „Ihr seid Augenzeugen der Bedürfnisse und Bedürftigkeiten und zugleich Anwälte des inklusiven Lebens. Das hat mit Verantwortung und Empathie zu tun.“ Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier verpflichtete während der Sitzung die beiden neuen Mitglieder Vera Thiel und Ralf Würtz für den Behindertenbeirat. Verabschiedet wurden Ulla Joswig mit Blumen, und Markus Miersa erhielt ein kulinarisches Geschenk. Auf der Tagesordnung stand noch der Vortrag von Renate Conrad. Die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der Region Hannover berichtete über ihren Aufgabenbereich, den sie im Dezember 2013 übernommen hatte. Der Abbau von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen, ihre gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft und eine selbstbestimmte Lebensführung sind das erklärte Ziel.