Rentiert sich für uns eine Solaranlage?

Ralf Grewecke von den Gemeindewerken (von links) war bei der Musterberatung für Elzes Ortsbürgermeister Jürgen Benk ebenso dabei wie Energieberater Ludwig Brokering und Projektleiter Christoph Felten. Foto: A. Wiese

Gemeinsame Aktion von Klimaschutzagentur und Gemeindewerken

Wedemark/Elze (awi). Überlegt haben bestimmt viele Hausbesitzer schon einmal, ob sie mit einer Investion in Solarmodule oder eine Photovoltaikanlage etwas für die Umwelt und die eigene Energiebilanz tun. Aber rechnet sich das wirklich und ist das eigene Haus überhaupt geeignet. Antwort auf diese Fragen bekommt man zum Beispiel von der gemeinnützigen Klimaschutzagentur Region Hannover und den Gemeindewerken Wedemark, die jetzt im Juni kos-tenlose Solar-Checks für Hausbesitzer anbieten. Vom 11. Juni bis 6. Juli können Eigenheimbesitzer das Potenzial für eine Solarwärme- oder Photovoltaikanlage auf ihrem Dach prüfen lassen. Dazu kommt ein unabhängiger Energieberater ins Haus und schätzt ab, ob sich das Haus für die Anbringung einer Anlage eignet. Zudem informiert er über verschiedene Einsatzmöglichkeiten und Fördermittel. Hausbesitzer können sich telefonisch unter (05 11) 22 00 22 88 oder online auf www.solar-checks.de für die einstündige Solarenergieberatung anmelden. Der vereinbarte Termin kann dann durchaus auch dem genannten Zeitraum stattfinden. Zum Auftakt der Solar-Checks informieren verschiedene Experten am Mittwoch, 13. Juni, von 18 bis 19.30 Uhr im Bürgerhaus Bissendorf, Am Markt 1, über die Nutzung von Solarenergie sowie Beratungs- und Förderangebote. Interessierte Bürger aus der Wedemark sind eingeladen, dabei zu sein und Fragen zu stellen. Der Eintritt ist frei. Nach der Begrüßung durch Joachim Rose, Leiter Finanzen und Gebäudemanagement der Gemeinde Wedemark, und Christian Bruns, Geschäftsführer der Gemeindewerke Wedemark, erläutert der Energieexperte Ludwig Brokering, wie Hausbesitzer die Sonnenenergie vom Dach optimal nutzen können und zeigt praktische Beispiele. Vanessa Kohlmeier von der Klimaschutzagentur geht auf Beratungsangebote für Hauseigentümer, Eigentümergemeinschaften und Verwalter ein. Zum Abschluss zeigt Roland Pätzold von der Klimaschutzleitstelle der Region Hannover den Weg durch den Förderdschungel und erklärt, welche finanziellen Zuschüsse es gibt.
Eine pressewirksame Musterberatung nahm letzte Woche Elzes Ortsbürgermeister und SPD-Ratsfraktionsvorsitzender Jürgen Benk auf Anfrage der Gemeindewerke in Anspruch. Sein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung an der Straße In der Horst in Elze ist ein Fertighaus aus dem Jahr 1980. Sparsam im Energieverbrauch und mittlerweile mit Gasheizung ausgerüstet. Die Heizung aus dem Jahr 1990 wird jedes Jahr gewartet. Der Schornsteinfeger bescheinigt ihr gute Werte. Die Erdgeschosswohnung hat im letzten Jahr 2.815 kw/h verbraucht, die Einliegerwohnung, die nur als Büro und Fernsehzimmer genutzt wird, 530 kw/h.Für Gas rechnet Jürgen Benk 125 Euro monatlich, für Strom knapp 100 Euro. Jetzt die entscheidende Frage: Rechnnet sich hier eine Solaranlage? Energieexperte Ludwig Brokering schaut sich die Dachfläche an, die Heizung und den Stromzähler. Am Ende würde eine Investition von rund 11.000 Euro für 24 Module auf der südöstlichen Dachseite einer Kosten-ersparnis von knapp 1.000 Euro im Jahr gegenüberstehen. Ammortisationszeit also zehn Jahre. Die Module, versichert Brokering, haben eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren. Berücksichtigt werden muss aber auch der Aufwand drumherum: Es muss ein Gewerbe angemeldet werden, weil der nicht sofort verbrauchte Strom eingespeist wird, es muss Umsatzsteuer gezahlt und die Hausratversicherung aufgestockt werden. „Ich werde mich noch einmal in Ruhe mit den Gemeindewerken zusammensetzen“, sagt Jürgen Benk, dem zwar der Umweltgedanke gefällt, der Solarmodule auf dem Dach allerdings alles andere als schön findet. Da würden ihm Panels an der Fassade wesentlich besser gefallen, meint er.