Ringes Heimspiel für alle ein Gewinn

Rudi Ringe (2. von links) erklärt der CDU-Fraktion in der Rolle des Klärwerkleiters die Funktionsweise der Anlage. Foto: S. Birkner

CDU-Fraktion besuchte Bissendorfer Klärwerk

Bissendorf (sb). „Eine Zigarettenkippe bereitet uns den gleichen Aufwand wie ein Mensch am Tag“, mahnte Rudi Ringe und überraschte damit die meisten. „Um das Wasser von den Schadstoffen einer in der Toilette entsorgten Zigarette zu befreien, braucht es 60 Gramm Sauerstoff“, erläuterte er. Das sei die gleiche Menge, die ansonsten zur Reinigung des Abwassers eines Menschen pro Tag anfalle. Dem Leiter des Bissendorfer Klärwerks schien seine Doppelfunktion nicht zu gefallen. Ringe, der nicht nur Abwasseringenieur, sondern auch Ortsbürgermeister von Mellendorf ist, hatte seine Wedemärker CDU-Kollegen am vergangenen Mittwoch ins Bissendorfer Klärwerk eingeladen, um ihnen die Anlage einmal persönlich zu demonstrieren. Im Rahmen ihrer Sommertour macht die CDU-Gemeindefraktion ohnehin schon seit vielen Wochen bei verschiedenen Vereinen, Institutionen und Wirtschaftsunternehmen Halt, um nach dem Stand der Dinge zu sehen. Zuletzt war sie vor über zehn Jahren im Klärwerk gewesen. Deswegen war Ringe an diesem Tag auch nicht nur Klärwerksleiter, sondern zur gleichen Zeit auch CDU-Politiker. Gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden Jörg-Friedrich Onnasch, der Landtagsabgeordneten Editha Lorberg und vielen anderen Wedemärker Christdemokraten machte er nach einem informativen Gespräch noch einen Rundgang über das Klärwerksgelände.
Ringe erklärte, dass die Bissendorfer Kläranlange über eine Kapazität von 35.000 Einwohnerwerten verfüge. An regnerischen Tagen kämen durchaus bis zu 16.000 Kubikmeter Wasser dort an, wenn es eher wenig regnet seien es um die 4000 Kubikmeter.
Das Klärwerk beschäftigt derzeit insgesamt sieben Angestellte. Neben Ringe arbeiten dort auch zwei Elektriker, ein Gas- und Wasserinstallateur, zwei Fachkräfte für Abwassertechnik und eine Auszubildende. Die Mitarbeiter haben eine 44-Stunden-Bereitschaftswoche, stehen also im Falle von Komplikationen bei der Abwasserentsorgung auf Abruf bereit.
Betrieben wird das Klärwerk von der Langenhagener Firma Kommunale Entsorgungsdienste GmbH (KED). Der Geschäftsführer des Unternehmens, Dr. Günter Fehr, der sich ebenfalls Zeit für die CDU-Politiker nahm, berichtete von der schwierigen Aufgabe des Klärwerks. „Die Wedemark ist Flächengemeinde, das bedeutet, dass unser gesamtes Abwassersystem viel schwieriger zu organisieren ist“, sagte er. Allein in diesem Jahr investiere das Unternehmen eine Million Euro, um die reibungslose Abwasserentsorgung gewährleisten zu können. Pro Kubikmeter zu entsorgenden Abwassers zahlten die Wedemärker 2,69 Euro. Das sei zwar verhältnismäßig viel, wie Dr. Fehr erläuterte, das Geld sei aber gut angelegt. „In Burgwedel bezhalt man für die gleiche Leistung nur 1,72 Euro“, sagte er. Dort müssten aber bald erhebliche Investitionen vorgenommen werden, wie Dr. Fehr zu bedenken gab. Das Bissendorfer Klärwerk ist das einzige der gesamten Region Hannover, das über eine hochmorderne Filtrationsanlage verfügt. Diese reinigt das Wasser biologisch. Nachdem es geklärt wurde und der Leine zugeführt wird, ist das Wasser von 92 bis 98 Prozent der Verschmutzungen befreit.

Rudi Ringe (2. von links) erklärt der CDU-Fraktion in der Rolle des Klärwerkleiters die Funktionsweise der Anlage.