Rot ist die Farbe der Saison

Ginsengfarmerin Henrike Rodemeier bei der Beerenernte.

Saaternte auf Ginsengfarm beginnt

Walsrode. Während sich die Aufmerksamkeit aller Welt in den letzten Wochen um Oranje, Les Bleus & Co. drehte, richteten sich im kleinen Heidedorf Bockhorn bei Walsrode alle Augen auf ein ganz anderes – jedoch nicht minder wichtiges – Farbspiel: Das Heranreifen der Ginsengbeeren.
Seit mehr als 30 Jahren wächst auf der FloraFarm – Europas einziger Ginseng-Farm – die wertvolle Heilwurzel heran. Seit Jahrtausenden werden ihr eine sowohl belebende als auch beruhigende Wirkung zugesprochen, und die moderne Medizin entdeckt zunehmend ihre vorbeugende Wirkung gegen Zivilisationskrankheiten.
Der Farbwechsel der Ginsengbeeren vom unscheinbaren Grün zum weithin leuchtenden Rot verheißt für die Ginsengbauern Gutes. „Je intensiver das Rot, desto reifer ist die Ginsengbeere – und das bedeutet auch, dass wir bald mit der Ernte der darin enthaltenen Samen beginnen können“, so Gesine Wischmann, Leiterin der FloraFarm. „Wenn wir auch zukünftig hochwertigen Ginseng zur Herstellung von Arzneimitteln und Kosmetika ernten wollen, müssen wir uns rechtzeitig um den notwendigen Nachschub bemühen.“ Ein bis zwei Samenkörner enthält die Beere, die vom Fruchtfleisch getrennt und dann für ein Jahr in Sand gelagert werden müssen. „Wer Ginseng anbaut, muss viel Geduld haben“, weiß die Tochter des deutschen Ginsengpioniers Heinrich Wischmann zu berichten. „Der Wurzel geben wir sechs Jahre Zeit um heranzureifen und das Maximum an Wirkstoffen anzureichern. Das Saatgut braucht dann noch einmal ein Jahr, bevor es auf den beschatteten Ginsengfeldern in die Erde gebracht werden kann. So werden wir erst 2022 für unsere heutige Mühe belohnt. Ein ‚schneller Euro‘ ist mit Ginseng nicht zu machen – vor allem, wenn Qualitätsware geerntet werden soll.“
Auf gut neun Hektar hat der ursprünglich aus Korea stammende Ginseng in der Lüneburger Heide eine neue Heimat gefunden. Hier wird für die kostbaren Wurzeln alles getan, damit sie sich wohlfühlen und gut gedeihen. Denn die Nachfrage nach der auch „Menschenwurzel“ genannten Pflanze steigt weltweit.
Und so richtet sich die Aufmerksamkeit in nächster Zeit auf das außergewöhnliche Farbspiel in den Ginseng-Gärten der FloraFarm. Weitere Infos gibt es auf www.florafarm.de.