Russland-Austausch im 19. Jahr

Der stellvertretende Gemeindebürgermeister Helge Zychlinski, die russische Lehrerin Lyusya Shirinjan (Mitte) und Schulleiterin Swantje Klapper hatten ebenso gute Laune wie die deutschen und russischen Schüler. (Foto: S. Birkner)
 
Die gesamte russische Gruppe mit ihren deutschen Austauschpartnern, den Lehrkräften sowie Schulleiterin Swantje Klapper (3. v.r.) und dem stellvertretenden Gemeindebürgermeister Helge Zychlinski (3. v.l.) posiert zum Gruppenfoto. (Foto: S. Birkner)

Zychlinski und Klapper loben Programm am Gymnasium

Mellendorf (sb). Der Schüleraustausch mit der Moskauer Schule 429 ist für Mellendorfer Gymnasiasten seit jeher eine ganz besondere Möglichkeit, die russische Kultur hautnah zu erleben und kennenzulernen. Nach nunmehr 19-jähriger Tradition ist das Gastprogramm aus den regelmäßigen Aktivitäten beider Schulen nicht mehr wegzudenken. Und seit vergangenem Mittwoch ist zum wiederholten Male eine 14-köpfige russische Gruppe zu Gast in der Wedemark. Die elf Schüler und drei betreuenden Lehrkräfte aus der russischen Hauptstadt sind allesamt in Gastfamilien überall in der Gemeinde untergebracht und werden ihren Aufenthalt noch eine knappe Woche lang fortsetzen.
Vorgestern fand im Mellendorfer Schulzentrum die offizielle Begrüßung durch den stellvertretenden Gemeindebürgermeister Helge Zychlinski statt. Er freute sich besonders über das sichtlich entspannte Verhältnis zwischen deutschen und russischen Schülern und betonte, dass er selbst zwei Mal an diesem Austausch teilgenommen habe. „Vor 16 Jahren war ich selbst in Moskau und habe hier in der Wedemark Gastschüler empfangen“, sagte er. Er wisse daher, wie spannend die Aktionen jedes Jahr für alle Beteiligten seien. Ein solches Austauschprogramm sei bei Weitem keine Selbstverständlichkeit, wie Zychlinski betonte: „Ich denke noch heute gerne an meine Aufenthalte in Moskau zurück und habe damals Vorurteile ab- und Freundschaften aufgebaut.“ Er dankte allen Beteiligten für ihre Offenheit und die Bereitschaft, die Wedemark vor den russischen Gästen zu repräsentieren. Als Gastgeschenk überreichte er jedem der 14 Russen ein „Wohlfühl“-T-Shirt der Gemeinde und kleinere Artikel wie Porzellantassen.
Schulleiterin Swantje Klapper bedankte sich in fließendem Russisch insbesondere bei den ausländischen Lehrkräften und bei Wakleite Frank und Klaus Hippel auf Seiten des Gymnasiums. „Das Austauschprogramm macht unsere Schule zusätzlich attraktiv“, freute sie sich. Den gastgebenden Schülern dankte sie für ihre Bereitschaft, die Doppelbelastung während des laufenden Schuljahres zu tragen.
Während der vergangenen drei Tage waren die russischen Gäste unter anderem bereits auf dem Reitturnier German Classics in Hannover und sahen das Meermuseum Sea Life. In den kommenden sechs Tagen stehen verschiedene eintägige Städtetouren auf dem Programm der Austauschschüler: Sie reisen unter anderem nach Wolfsburg und – gemeinsam mit den deutschen Schülern – nach Hamburg. Zudem wird es Tage geben, die die Russen ausschließlich in ihren Gastfamilien verbringen und dabei nicht nur die Sprache lernen, sondern individuell Bekanntschaften schließen können.
Bereits im April dieses Jahres hatte der Besuch der deutschen Schüler in der russischen Hauptstadt stattgefunden. Nach einer unvergesslichen Woche mit greifbarer russischer Kultur, Kreml und Rotem Platz hatten sie aufgrund der Erlahmung des Flugverkehrs durch einen Vulkanausbruch fast eine Woche länger als geplant am Flughafen und in Hotels ausharren müssen, ehe sie den zwei Tage langen Heimweg mit dem Bus antreten konnten.