Saucen und Gewürze auf dem Landmarkt

Torsten Bornemann hat für seine delikaten Saucen, Relishes und Marmeladen bereits Stammkunden auf dem Landmarkt in Bissendorf gewonnen. Er nimmt sich wie seine Kollegen stets viel Zeit für Gespräche.

Torsten Bornemann kreiert alle Saucen,Suppen und Relishes selbst

Bissendorf. Haben Sie schon ein- mal Pastinaken-Birnen-Relish zum Käsebrot oder auf Hähn- chenfilet probiert? Oder ein Pesto aus Eilter Bauernkäse mit ge- trockneten Tomaten und ver- schiedenen Kernen zu Nudeln? Sollten Sie aber! Denn was Tor- sten Bornemann aus Elze in sei- nem Saucenladen kreiiert, ist nicht nur außerordentlich indivi- duell und wohlschmeckend, son- dern auch garantiert ohne Zusatz- stoffe wie Geschmacksverstärker oder „künstliche Haltbarkeitsma- cher“. Die Landmarkt-Beschicker haben Bornemann und seinen „Saucenladen“ mit offenen Ar- men aufgenommen, weil er wie sie regionale Produkte selbst ver- arbeitet. Saucen, Relishes, Ge- würze und wechselnde Suppen in Gläsern mit von seiner Lebensge- fährtin selbst entworfenen Etiket- ten finden sich an seinem kleinen Stand in der Mitte des Marktes. Und wer selbst eine Auswahl tref- fen möchte, muss sich schon am Donnerstagnachmittag auf den Landmarkt auf dem Amtshof in Bissendorf bemühen, denn im di- rekten Verkauf vertreibt der ge- lernte Koch in der Wedemark aus- schließlich hier seine Produkte. In Hannover ist er außerdem mittwochs auf dem Markt am Moltkeplatz und sonnabends in Linden zu finden. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann die Produkte aus dem Saucenla- den, die teilweise allerdings nur saisonal verfügbar sind, aber auch im Internet bestellen unter www. saucenladen.de. Wie kommt man denn auf die Idee, einen Saucenla- den aufzumachen? Die Frage ist Torsten Bornemann mittlerweile schon geläufig und die Antwort eigentlich ganz einfach: Wenn man leidenschaftlicher Koch ist, aber nicht in der Gastronomie ar- beiten möchte. Wenn man un- glaublich kreativ ist und ständig etwas Neues ausprobieren möch- te und wenn man keine Angst da- vor hat, einfach mal den Sprung ins kalte Wasser zu wagen. Das ist der Standdienst auf dem Land- markt übrigens in den letzten Wo- chen wirklich: eiskalt. Aber das Frühjahr kommt bestimmt. Da- von ist Torsten Bornemann über- zeugt und er stimmt seine Pro- duktpalette bereits darauf ein, in- dem die saisonalen Wintergerich- te wie Rote Beete-Suppe oder Rote Beete-Relish mit Rettich auslau- fen und neue Kreationen aus Ge-
Torsten Bornemann hat für seine delikaten Saucen, Relishes und Marmeladen bereits Stammkunden auf dem Landmarkt in Bissendorf gewonnen. Er nimmt sich wie seine Kollegen stets viel Zeit für Gespräche.
müse und Obst der Saison aufge- nommen werden. Es lohnt sich also auf jeden Fall, immer wieder mal an Bornemanns Marktstand vorbeizu- schauen, die Produktpalette wech- selt nämlich. Die Kochleidenschaft liegt Torsten Bornemann buchstäb- lich im Blut, weiß seine Mutter Do- ris Bornemann und erzählt: „Be- reits mein Vater war ein ausgezeich- neter Koch und Hausmann, ich selbst koch sehr gerne und Torsten rührte bereits mit zwei Jahren in ei- ner Schüssel mit zehn Eiern – inklu- sive Schale – als ich ihn mal kurz in der Küche alleine ließ. Tagelang gab es bei uns Rührei!“ Schon in der Grundschule versuchte Borne- mann junior Kochrezepte zu erfin- den und noch im Kindergartenalter musste Mutter ihm ein Fußbänk- chen an den Herd rücken, damit er in die Töpfe gucken konnte. Als Dreijähriger stibitzte er Mutters Töpfe aus der Küche und „kochte“ mit Kartoffelschalen, Legosteinen und Bauklötzen mehrgängige Me- nüs, wobei der immer genau benen- nen konnte, wie diese sich zusam-
mensetzten. Dennoch absolvierte er nach dem Abitur zunächst eine Schlosserlehre und lernte danach Koch im Hotelrestaurant Jägerhof in Langenhagen. Gearbeitet hat er da- nach trotzdem zunächst im Anla- genbau, doch das Kochen und Erfin- den eigener Kreationen ließ ihn nicht los. Ausschlag gab schließlich der große Bekanntenkreis, wo im- mer schnell was auf den Teller mus- ste. Doch gekaufte Fertiggerichte lehnte Bornemann ab. „Es gibt viel zu wenig ehrlich Lebensmittel, kei- ne guten Saucen, und Fonds über- haupt nicht“, ist seine Devise und so produzierte er sie selbst und fand seine „Nische“ : Zunächst vier Tomatensaucen ohne Zucker und Dickungsmittel, mit ausgeklügel- ten Verfahren in Gläsern einge- kocht, zwei Ketchups, Dips, Relis- hes und Suppen. Der Weihnachtsmarkt in Brelingen im De- zember war sein erster Versuch der Vermarktung auf diesem Ver- triebsweg und er war so erfolg- reich, dass weitere Märkte folg- ten. Besonders gut angenommen werden auch die Relishes: Euro- päische Chutneys aus Gemüse oder Früchten, delikat gewürzt mit möglichst wenig Flügssig- keit, Fenchel-Orange-Chutney zum Beispiel oder Zwiebel-Rosi- nen-Chutney. Auf Wunsch der Creperie on Tour hat Bornemann auch eine Cumperlandsauce kre- iert, er bietet Lamm- und Wild- fonds an, mixt selbst Gewürze an, für die er ausschließlich Lusen- haller Tiefensalz verwendet, ein naturbelassenes Siedesalz, das bei ihm auch in kleinen Portio- nen erhältlich ist, wie auch ande- re seltene Gewürze wie zum Bei- spiel Safran. Auch ein eigenes Bratkartoffelöl hat Bornemann komponiert, hier alles aufzuzäh- len wäre viel zu viel. Mehr infos gibt es auf der Homepage oder bei Torsten Bornemann selbst jeden Donnerstag auf dem Bissendor- fer Landmarkt. Wer übrigens von Bornemanns Ideen mal in der ei- genen Küche profitieren möchte, kann ihn gern zu einem ganz in- dividuellen Kochkurs zu sich nach Hause einladen. Borne- mann hat viele leckere Rezepte für regionale Menüs soviele Tipps und Tricks am Herd parat.