Schmuckausstellung der ganz besonderen Art

Künstlerin Margit Tabel-Gerster wird immer wieder an einzelnen Tagen von Hamburg nach Bissendorf kommen, um Fragen zu ihren Schmuckstücken zu beantworten.
 
Eine solche Kette können Kinder und Erwachsene mit Anleitung von Jeanette Mikonauschke alias Fine Funkelstein an verschiedenen Terminen im Museum basteln. Foto: A. Wiese

Die Hamburger Künstlerin Margit Tabel-Gerster bereichert ab morgen das Heimatmuseum

Bissendorf (awi). Ab dem morgigen Sonntag, 15. April, ist im Richard-Brandt-Heimatmuseum Wedemark in Bissendorf eine Sonderausstellung mit dem Titel „Erhalten und Gestalten – Schmuck aus musealen Gegenständen“ zu sehen. Man mag im ersten Moment denken, was hat eine Schmuckausstellung in einem Heimatmuseum zu suchen. Aber auf den zweiten Blick wird die Verbindung sehr schnell deutlich, erklärt Museumsleiter Karl-Hans Konert.
Die in der Sonderausstellung gezeigten Stücke sind aus Materialien hergestellt, wie man sie auch im Museum findet: Zum Beispiel die alten Taschenuhren, die zu einer Halskette verarbeitet wurden, oder Gitarrenseiten, die sich ebenfalls in einer Kette wiederfinden. Das ist die Grundidee von Margit Tabel-Gerster, die alle
250 ausgestellten Schmuckstücke selbst gefertigt hat. Sie hat einfach einen Blick für alte Gegenstände, die sich für eine Weiterverarbeitung zu Schmuck eignen: Erinnerungsstücke, Alltagsgegenstände und auch Flohmarktschätze.
So zaubert Margit Tabel-Gers-ter aus Küchenutensilien, Büroklammern Schrauben und anderen alltäglichen Dingen ungewöhnlichen, aber durchaus tragbaren Schmuck. Für sie ist diese Art des Recyclings zum Prinzip geworden, macht sie beim Werkstattgespräch während der Ausstellungsvorbereitung deutlich. Das Museumsteam hat zusammen mit der Künstlerin versucht, die verschiedenen Schmuckgruppen den Ausstellungsbereichen im Museum zuzuordnen. Deswegen finden sich diese zusätzlichen neuen Exponate auch nicht zentral in großen Vitrinen, sondern sind in kleinen Gruppen über die gesamte Ausstellung in beiden Häusern verteilt worden. Die Besucherinnen und Besucher sind also aufgefordert, auf eine Reise der besonderen Art durch das Heimatmuseum zu gehen. Erstmals ist eine Sonderausstellung auch auf beide Ausstellungshäuser verteilt: Das Richard-Brandt-Heimatmuseum im Obergeschoss der Bücherei an der Gottfried-August-Bürger-Straße und das Kavaliershaus im Amtsgarten.Margit Tabel-Gerster wird auch an einigen Öffnungstagen im Museum anwesend sein und den Besuchern gerne ihre besondere Philosophie erläutern: am 6. Mai während des Ökomarktes und am Bissendorfer Sonntag, 23. September. Letzter Ausstellungstag ist am 30. September. Als eine besondere Ergänzung zur Schmuckausstellung haben Kinder und auch Erwachsene an vier Sonntagen während der Ausstellungsdauer die Möglichkeit, selbst kreativ zu sein und eigenen Schmuck herzustellen.
Jeanette Mikonauschke alias „Fine Funkelstein“ bietet drei Workshops für Kinder von sechs bis zehn Jahren in Begleitung von Eltern oder Großeltern und einen Nachmittag für Erwachsene an. Die Termine hierfür sind die Sonntagnachmittage 22. April, 3. Juni und 26. August für Kinder in Begleitung eines Erwachsenen sowie 17. Juni für Erwachsene, Dauer jeweils von 15 bis 16.30 Uhr. Für diese Workshops wird um Anmeldung gebeten unter der E-Mail-Adresse finefunkelsteyn@web.de. Die Teilnahme ist kostenlos, geeignete Gegenstände als Grundlage sollen mitgebracht werden, für ergänzende Gegenstände aus dem Fundus von Jeanette Mikonauschke wird um eine Spende gebeten.
Die Ausstellung vom morgigen Sonntag bis zum 30. September ist zu den üblichen Öffnungszeiten immer sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Darüber hinaus ist das Museum während des Ökomarktes in Bissendorf am 6. Mai von 11 bis 18 Uhr, am 10. Mai (Himmelfahrt) und am 21. Mai (Pfingstmontag) von 15 bis 18 Uhr sowie am 23. September (Bissendorfer Sonntag) von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Das Ausstellungsteam besteht aus Christa Bohr (Leitung), Brigitte Dörfler, Ilse Hulacz und Friedrich Thümler, der für die umfangreichen handwerklichen Vorbereitungen zusammen mit Uwe Renders gesorgt hat.