Schneidermeisterin ein Leben lang

Waltraud Franke beim Nähen einer Weihnachtsdecke für das Curata Seniorenzentrum Haus Abbensen. Foto: B. Stache

Waltraud Franke näht gerne auch für ihre Mitbewohner im Seniorenzentrum Haus Abbensen

Abbensen (st). Das Schneiderhandwerk liegt ihr im Blut. Noch im Alter von 94 Jahren sitzt Waltraud Franke gerne an ihrer Nähmaschine und bringt beispielsweise Namensschilder an Bekleidungsstücken ihrer Mitbewohner an. Die Schneidermeisterin lebt seit zehn Jahren im Curata Seniorenzentrum Haus Abbensen. Im Juni 1923 erblickte sie in Walsrode das Licht der Welt. Wenige Jahre später zog die dreiköpfige Familie nach Hannover. Der Vater hatte sich dort als Malermeister selbstständig gemacht. 1948 heiratete Tochter Waltraud. 1968 zog sie mit ihrem Ehemann Wilhelm Franke und ihren Eltern nach Resse. Dort betrieb Wilhelm Franke ein Geschäft mit Kfz-Zubehör. Nach Ablegen ihrer Meisterprüfung eröffnete Waltraud Franke ihre eigene Schneiderei und beschäftigte drei Lehrlinge. Nach dem Tod ihrer Eltern und ihres Ehemanns wohnte sie noch einige Jahre in ihrem Haus in Resse. 2008 zog sie als 85-Jährige in das Seniorenzentrum nach Abbensen. „Ich werde immer noch von meinen Resser Kundinnen besucht. Darüber freue ich mich sehr. Es ist schön, dass sie sich die Mühe machen, mich hier zu besuchen“, erklärt sie. Dass sie ihr Handwerk bis heute noch beherrscht, beweist Schneidermeisterin Waltraud Franke nahezu täglich an ihrer Nähmaschine, die einen zentralen Platz in ihrem Zimmer einnimmt. Während der ersten Jahre hatte sie noch Kleider geschneidert. Heute sind es die kleineren Näharbeiten für das Curata-Haus und die Mitbewohner wie das Kürzen von Hosen oder Einnähen von Reißverschlüssen. „Das ist mein Beruf und das mache ich gerne. Ich bin froh, mit meiner Nähmaschine arbeiten zu können.“ Waltraud Franke hat ihren Entschluss, in das Seniorenzentrum Haus Abbensen zu ziehen, bis heute nicht bereut. „Ich fühle mich hier im Haus sehr wohl“, betont sie. Großes Lob spendet sie den Curata-Mitarbeiterinnen: „Es ist bewundernswert, was die Pflegekräfte tagaus, tagein hier leisten.“ Die Seniorin nimmt noch rege am Geschehen um sie herum teil – und jeden Morgen liest sie die Tageszeitung.