Schnelles DSL: htp setzt Vectoring ein

Bürgermeister Helge Zychlinski (von rechts), htp-Geschäftsführer Thomas Heitmann und Dirk Rapke vom Telefon-Center beim symbolischen Startschuss für superschnelles DSL in Mellendorf. Foto: A. Wiese

Bis zu 100 Mbit/s jetzt auch für Mellendorfs Internetnutzer möglich

Mellendorf (awi). Die htp GmbH hat den Ausbau mit Vectoring-Technik für einen Teil von Mellendorf abgeschlossen. Für die ersten Kunden stehen nun Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s zur Verfügung. Mellendorf gehört damit zu den ersten Orten, in denen htp diese neue Technik einsetzt. Am Donnerstag schaltete htp-Geschäftsführer Thomas Heitmann symbolisch einen von insgesamt zwölf Technik-Sheltern gemeinsam mit Bürgermeister Helge Zychlinski scharf: den dem Rataus am nächsten gelegenen an der Ecke Hellendorfer Kirchweg/Ortsriede.
„Vectoring wurde entwickelt, um die vorhandene Kupfer-Infrastruktur zu optimieren“, sagt htp-Geschäftsführer Thomas Heitmann. „Gerade in Flächengemeinden wie der Wedemark ist die Erschließung mit hohen Bandbreiten dadurch mit deutlich geringeren Investitionen verbunden als die Verlegung von Glasfaser in jedes Haus und damit für htp ohne Fördermittel wirtschaftlich.“ Allein für den VDSL-Ausbau in Mellendorf hat der regionale Anbieter bisher 380.000 Euro investiert, neun Technik-Shelter aufgebaut und Tiefbaumaßnahmen auf einer Länge von 2,7 Kilometern durchgeführt. Die Gesamtinvestitionen in der Wedemark in den letzten Jahren belaufen sich auf rund vier Millionen Euro, so Heitmann.
Die Optimierung der Internet-Struktur Mellendorf erfolgt in zwei Schritten. Im nordwestlichen Teil stehen bereits Bandbreiten bis 100 Mbit/s zur Verfügung, im süd-westlichen Teil Mellendorfs will htp die vorhandenen Shelter bis Ende des Jahres mit Vectoring-Technik aufrüsten. „Am Beispiel unserer Gemeinde ist offensichtlich, wie schnell sich die Technik entwickelt. Vor wenigen Jahren waren Bandbreiten bis 16 Mbit/s für viele Nutzer ausreichend, heute steigt der Bedarf an hohen Bandbreiten rasant an“, sagt Bürger-
meister Helge Zychlinski: „Deshalb freut es uns besonders, dass htp die bestehende Infrastruktur weiter optimiert.“ Informationen rund um die Produkte von
htp erhalten Interessierte unter der kostenlosen Servicehotline
(08 00) 2 22 91 11, montags bis sonnabends von 8 bis 22 Uhr. Fragen beantworten auch die htp-Vertriebspartner vor Ort: das Telefon Service Center, Bissendorfer Str. 8, und ePassion Business & Mobile Solutions, Parkstraße 4.
Vectoring funktioniert auf den Kupferleitungen vom Kabelverzweiger (KVz) zum Hausanschluss. Mit VDSL waren auf den Kupferleitungen bisher nur Bandbreiten bis zu 50 Mbit/s möglich, da sich bei höheren Bandbreiten, also höherer Übertragungsgeschwindigkeit, die Signale zwischen benachbarten Kabeln gegenseitig beeinflussten. Durch den Einsatz von Vectoring wird diese Beeinflussung minimiert, indem ein Gegensignal mitgesendet wird. Noch stärker als VDSL ist Vectoring allerdings abhängig von der Länge und Qualität der Kupferleitung. Daher ist es möglich, dass einzelnen Kunden nach der Umstellung weniger Bandbreite als bisher zur Verfügung steht.
Der Ausbau mit Vectoring ist von der Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde geregelt. Vectoring setzt voraus, dass nur ein Anbieter exklusiv Zugang zum Kabelverzweiger erhält. Ist die Erlaubnis zu Ausbau erteilt, ist der Anbieter nach den Vorgaben der Bundesnetzagentur sogar verpflichtet, Vectoring einzusetzen. Andererseits gilt: Hat ein Anbieter, in diesem Fall htp, Vectoring eingesetzt, darf dies kein weiterer Anbieter tun. „Im Klartext bedeutet das, wer zuerst investiert hat gewonnen“, bringt es htp-Geschäftsführer Thomas Heitmann auf den Punkt. Eine Ausnahme bildet der KVZ am Bahnhof in Mellendorf. Hier befindet sich die Ortsvermittlungsstelle der Telecom in unmittelbarer Nähe, im sogenannten A-Bereich. Daher durfte htp diesen Shelter nicht auf 100 Mbits aufrüs-ten. Ob diese Handhabung rechtlich zulässig sei, werde zurzeit von der Regulierungsbehörde in einem Verfahren geprüft, so Heitmann. Noch einige Mbits mehr haben die Anwohner des Baugebietes Am Rutenberg in Mellendorf zur Verfügung, die Glasfaser direkt bis ins Haus gelegt haben. Dies sei bis auf ein oder zwei Ausnahmen flächendeckend der Fall. Einziger „schwarzer Fleck“ in der Wedemark, was schnelles DSL betreffe, sei jetzt noch Gailhof und der Meitzer Busch. „Da arbeiten wir dran“, bestätigte Thomas Heitmann und zeigte sich zumindest für Gailhof sehr zuversichtlich. Für den Meitzer Busch könne er sich höchstens eine Lösung wie an der Düpe zwischen Negenborn/Resse und Brelingen vorstellen, so Heitmann. Das bedeute allerdings für die Anlieger erhebliche eigene Investitionen.
Bürgermeister Helge Zychlinski berichtete von einer weiteren Kooperation von Gemeinde und htp: So habe der Telekommunikationsanbieter einen Hotspot im Bürgerbüro des Rathauses installiert, so dass die wartenden Besucher auf einen schnellen und kostenfreien Internetzugang zurückgreifen könnten. Ein weiterer Hotspot soll in Kürze auch im Bürgerhaus in Bissendorf zur Verfügung stehen.