Schüler bringen Szenen aus dem Schulalltag auf die Bühne

(von links): Nele Wlodasch, Alena Steffens, Cedric Cabanis, Janne Schampera, Dorothea Linke, Kim Kühne und Connar Tomforde Foto: Sophia Politt (Foto: Sophia Politt)

Theatergruppe „JACK FANS DC AUS M." am Gymnasium bekommt viel Beifall

Mellendorf. Tränen rollten und Entsetzensschreie hallten durch das Forum des Schulzentrums. Aber es wurden auch neue Beziehungen eingegangen und Freundschaften bewährten sich auf der Bühne, als am vergangenen Samstag einer der Deutschkurse auf erhöhtem Niveau des Gymnasiums Mellendorf gleich zwei Theaterstücke zur Aufführung brachte. Da gab es Charlotte, die sich dem Leistungsdruck ergeben hatte, und Benni, der deutlich unter diesem Druck litt, jedoch nicht so sehr wie Annabella, die Unscheinbare, aus der plötzlich alles herausplatzte. Aber es kamen auch die extrovertierten Alex und Weronicka zueinander, die eigentlich glaubten, überhaupt nicht zueinander zu passen. Und Charlotte fand Carl, während Helena, die Geistreiche, ihren Außenseiterstatus aufgeben konnte.
Es waren Szenen aus dem Schulalltag und aus dessen Verarbeitung, die die Schülerinnen und Schüler am Samstagabend auf die Bühne brachten. Die Zuschauer im gut gefüllten Forum erlebten die sieben Figuren in typischen Unterrichtssituationen, aber auch in einer Selbsthilfegruppe, spöttisch und übertrieben sensibel kommentiert von zwei ungewöhnlichen Beobachtern. Die Theatergruppe „JACK FANS DC AUS M.“, deren Namen sich aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen ihrer Mitglieder zusammensetzt, habe, wie mehrere Zuschauer im Anschluss an die Aufführung angaben, Charaktere und Situationen gezeigt, die jedem Schüler nur zu vertraut seien. „Es ist alles so wahr“, resümierte ein Zuschauer. Zuvor hatte die Theatergruppe Heinrich von Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“ aufgegriffen, ein Drama, das Unterrichtsstoff für den elften Jahrgang geboten hat. Auch hier zogen die Schüler die Verbindung zur heutigen Zeit, wurde aus dem Offizier des 17. Jahrhunderts eine Schülerin aus diesen Tagen – die Probleme waren bemerkenswert ähnlich. „Prinz Friedrich von Oberstufe“, eigentlich eine Prinzessin Friederike, musste die Liebe und die Pflicht miteinander vereinbaren. Gar nicht so leicht, aber am Ende erfolgreich.
Die Zuschauer bedachten die Schülerinnen und Schüler nach einem „unterhaltsamen und sehr amüsanten Abend“, wie ein Zuschauer ähnlich wie etliche andere anmerkte, zum Abschied mit großem Applaus. Und es dürfte ein Abschied für immer sein: In wenigen Wochen werden aus den Schauspielern Abiturienten geworden sein.