Schüler profitieren wieder vom BIT

Blumen für die engagierten Damen vom Förderverein: (von links) Karen Drews, Swantje Klapper, Wilhelm Heim und Jutta Holtmann. Klapper und Heim sagten herzlich Dankeschön an den Förderverein.

Förderverein des Gymnasiums nimmt aber auch gern Verbesserungsvorschläge an

Wedemark (awi). Den Gymnasiasten schon früh die Möglichkeit zur mit kompetenten Informationen unterfütterten Berufsorientierung geben – das ist seit Jahren die Motivation des Vereins der Freunde und Förderer des Gymnasiums für die sehr aufwändige Ausrichtung des Berufsinformationstages für den elften Jahrgang in der Leibniz-Universität. Offiziell ist es der Förderverein, der den BIT organisiert, in persona sind es Karen Drews und Jutta Holtmann, die die Veranstaltung für 134 Schüler mit 47 Referenten auf die Beine stellen – in diesem Jahr sogar unter erschwerten Bedingungen: der eingespielte Helferstab stand nicht zur Verfügung, Ersatz unter den Eltern des betroffenen elften Jahrgangs zu finden erwies sich als wesentlich schwieriger als erwartet. „Aber zum Glück gibt es ehemalige Eltern, die auch, wenn sie schon lange kein Kind mehr an der Schule haben, auf dringende Hilferufe reagieren und so haben wir es auch diesmal geschafft“, berichteten Karen Drews und Jutta Holtmann erleichtert. Denn an so einem BIT hängt einiges dran: Da müssen Räume vorbereitet, Technik auf- und abgebaut und die Versorgung der Schüler und Referenten mit Nahrung für Leib und Seele sichergestellt werden. Und es gab noch eine Premiere: Anders als in den Vorjahren entschieden sich Drews und Holtmann diesmal nicht für eine Vorankündigung der Veranstaltung in den lokalen Medien, sondern für ein Fazit im Nachhinein – gezogen von denjenigen, die es wissen müssen: die Schüler. „Die erste begeisterte Reaktion von einer Schülerin kam noch in der Nacht nach dem BIT. Darüber haben wir uns sehr gefreut“, so Karen Drews. Aber die Organisatoren haben auch ein offenes Ohr für Verbesserungsvorschläge: Der sehr stark frequentierte Bereich MINT (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) ist durch diese Ballung sehr überfrachtet. Dadurch kommen einige Themen zu kurz, zum Beispiel Informatik. „Da denken wir über eine andere Aufteilung nach“, versprach Jutta Holtmann fürs nächste Jahr.
Was der BIT den Schülern gebracht hat, das berichteten sie gegenüber der lokalen Presse im O-Ton: „Eigentlich wollte ich nach dem Abi-tur Wirtschaftswissenschaften studieren. Darum habe ich diesen Bereich, aber auch MINT beim BIT angewählt. Denn ich interessiere mich auch besonders für Chemie und Mathe und habe auch mein Schulpraktikum in dieser Richtung absolviert. Was ich von den Studenten aus dem MINT-Bereich erfahren habe, hat mich so überzeugt, dass ich jetzt durchaus ein duales technisches Studium, zum Beispiel bei Sennheiser für mich in Betracht ziehe“, berichtet Jonas Scheithauer aus Elze. Die Abwechslung zwischen praktischer Arbeit auf der einen und Studium auf der anderen Seite gefällt Jonas. Er hat jetzt noch einmal einen Berufsempfehlungstest im Internet gemacht und möchte noch vor dem Abitur ein zusätzliches Praktikum im technischen Bereich absolvieren.Alicia Rönnecke aus Gailhof hatte den Bereich Biochemie gewählt: „Sehr gut war, dass die Referenten aus verschiedenen Bereichen kamen: Biologie, Chemie, aber auch Geowissenschaften. Sie haben sehr anschaulich berichtet. Ich fühle mich in der Richtung Biochemie bestätigt, das kann in der Pharmain-
dustrie sein oder in der Forschung“, so Alicia. Auf jeden Fall aber möchte sie nach dem Abitur noch ein Praktikum machen und Auslandserfahrung sammeln. Das, so hat sie auch beim BIT gelernt, wird von den Unternehmen gerne gesehen.
Nico Röttcher aus Mellendorf hat aus dem BIT für sich genau den umgekehrten Schluss wie Jonas Scheithauer gezogen: Zu einem dualen Studium in den MINT-Fächern geht er jetzt eher auf Distanz: „Ich will lieber nur studieren, verspreche mir mehr von der Theorie. Die Beanspruchung bei Ausbildung und Studium ist mir zu hoch.“ Erst mal ein Grundlagenstudium, vielleicht in Chemie, und sich dann spezialisieren. Klar geworden ist ihm: Man braucht Englisch – und das hat Nico abgewählt. „Also werde ich wohl noch ein Auslandsjahr machen!“
Lynn Knapp aus Bissendorf weiß nach dem BIT eins genau: Lehrer will sie nicht werden, Sozialpädagogin wohl auch nicht. Eigentlich hatte sie sich nach ihrem Schulpkraktikum bei der TUI auf diesen Bereich konzentriert, doch beim BIT erfuhr sie: Das ist ganz schön stressig und mit Familie nicht ohne weiteres vereinbar. „Und Familie will ich. Da-rum überlege ich jetzt noch mal neu“, sagt Lynn und visiert ebenfalls nach dem Abi das Ausland an: Work und Travel, ein Praktikum, mal sehen, was so geht.
Für Henrike Steding aus Gailhof war der BIT besonders wichtig, denn sie hat nicht wie ihre Mitschüler bereits ein Praktikum absolviert, sondern das zehnte Schuljahr in Neuseeland verbracht. Sie interessiert sich ebenfalls für den naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich, hat bereits Vorlesungen an der Leibniz-Uni besucht und hat sich jetzt zusammen mit Thea Meyer für ein Informatikcamp an der Uni Passau mit Workshop und praktischen Experimenten entschieden, um diese Richtung mal auszuloten. Beide werden dafür eine Woche vor den Sommerferien freigestellt. Thea Meyer aus Buchholz hatte beim BIT ebenfalls den MINT-Bereich und zusätzlich Mediengrafik angewählt. Ihr Schulpraktikum hatte sie bei einem Architekturbüro absolviert. Eigentlich wisse sie aber noch gar nicht, wohin sie sich letztendlich beruflich orientieren werde, gibt Thea zu. Im Abitur hat sie daher auch eine große Bandbreite von Fächern: Physik, Mathe, Deutsch, Politik und Philosophie. Im Gegensatz zu Lynn findet sie Stress angenehm. Sie würde gern viel reisen und bezeichnet sich selbst als sehr flexibel. Am BIT hat ihr besonders gefallen, dass sie die Möglichkeit hatte, sich in beruflichen Bereichen zu informieren, die ihr von Haus aus nicht so vertraut sind. Interessant sei auch, dass man oft später etwas ganz anderes arbeite als man studiert habe, findet Thea.