Schwibbögen kommen in Ausstellung

Uwe Nautscher (von links) und Gabriele Wolff vom Arbeitskreis Inklusion mit Wolfgang und Heike Lorentz sowie Günter Wolff freuen sich auf die Ausstellung der Schwibbögen. Foto: B. Stache

Arbeitskreis Inklusion legt Wert auf barrierefreien Zugang im Schulzentrum

Mellendorf (st). Kunstvoll und filigran gestaltet präsentieren sich die Lichterbögen, auch Schwibbögen genannt, die Heike und Wolfgang Lorentz aus Wennebostel seit dem Jahr 2000 selbst gebastelt haben. Inzwischen ist ihr Fundus auf zirka 87 Einzelstücke angewachsen, von denen etwa die Hälfte am Wochenende des 3. Advent in einer Ausstellung im Großgruppenraum des Schulzentrums in Mellendorf gezeigt werden. Am Sonnabend, 16. Dezember, sind die Schwibbögen von 13 bis 18 Uhr, am Sonntag, 17. Dezember, zwischen 12 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Mitglieder des Vereins EinzigArtig sorgen an beiden Tagen von 14 bis 17 Uhr für Kaffee und Kuchen – gegen eine Spende. „Wir sind bei der Ausstellung die ganze Zeit dabei“, kündigte Heike Lorentz an. Im Februar diesen Jahres war sie mit der Idee für eine barrierefreie Ausstellung ihrer Lichterbögen in der Wedemark an den Behindertenbeirat herangetreten. Der Funke war schnell übergesprungen und so können sich die Wedemärker und natürlich auch Auswärtige auf ein ganz besonderes Ereignis freuen. „Jeder ist herzlich willkommen, der ein Handicap hat“, ermunterte Wolfgang Lorentz zum Besuch der Ausstellung. Sie ist inklusiv und barrierefrei und trägt durch ihren Aufbau und die Präsentation der Ausstellungsstücke dazu bei, dass besonders auch Rollstuhlfahrer eine gute Ansicht auf die Schwibbögen haben. Gabriele Wolff und Uwe Nautscher vom Arbeitskreis Inklusion sind in die Ausstellungsplanung ebenso eingebunden wie Daniel Diedrich, Service Ehrenamt und Kultur der Gemeinde Wedmark. Angeregt durch Besuche in Seiffen, dem Zentrum der erzgebirgischen Volkskunst, hat das Ehepaar Lorentz anfangs traditionelle Darstellungen bei der Fertigung ihrer Lichterbögen nachempfunden. „Jetzt entwerfen wir sie selbst und alle unsere Schwibbögen haben indirekte Beleuchtung“, erzählte Wolfgang Lorentz. „Ein Schwibbogen verkörpert sinnbildlich den bogenförmigen und mit Grubenlampen behängten Stolleneingang eines Bergwerks, das sogenannte Mundloch, durch den die Menschen in den Berg einfuhren“, heißt es in einer Beschreibung zur Ausstellung in Mellendorf. „Somit symbolisiert der beleuchtete Bogen die Abhängigkeit der Bergleute vom Licht.“ Auf den Schwibbögen von Heike und Wolfgang Lorentz sind biblische Darstellungen, Landschaften und Berufsbilder zu sehen – bis ins kleinste Detail. Bereits am zweiten Adventswochenende, 9. und 10. Dezember, wird es eine Lichterbogen-Ausstellung mit bis zu 40 Exponaten in der Kapelle in Negenborn geben. Die Zeiten werden wie die in Mellendorf sein. An dem Sonntag findet in Negenborn auch der Weihnachtsmarkt rund um die Kapelle statt. „Der Zugang zur Negenborner Kapelle ist nicht barrierefrei“, erklärte Wolfgang Lorentz. Die Ausstellungen in Negenborn und Mellendorf sind ganz sicher ein besonderes Erlebnis für die ganze Familie. Die filigranen Lichterbögen bieten Gelegenheit, viele interessante Dinge zu entdecken, für Jung und Alt. „Wir verkaufen keine Schwibbögen. Wir stellen sie nur aus und möchten damit Freude bereiten“, machte das Ehepaar Lorentz deutlich, dessen Ausstellung in Mellendorf für viele Jahre die letzte in Norddeutschland sein wird. Die Schwibbögen aus Wennebostel gehen bis 2024 ins Erzgebirge in eine Wanderausstellung.