Senioren Engel bieten ehrenamtliche Betreuungen

Den Teilnehmern und Organisatorin Anna Beckmann (l.) hat der Lehrgang viel Spaß gemacht. (Foto: A. Wiese)

"Pflegende Angehörige sollten sich jetzt melden - nicht nur Senioren"

Wedemark (awi). Eine gute Nachricht für Senioren und ihre Angehörigen, die gerne die Unterstützung Ehrenamtlicher gegen eine Aufwandsentschädigung in Anspruch nehmen möchten, um im Alltag ein bisschen mehr Unabhängigkeit und Lebensqualität und manchmal einfach nur Gesellschaft zu erreichen.
Am 6. November haben siebzehn "Ehrenamtliche" während einer kleinen Abschlussfeier ihre Zertifikate für eine kostenlose 42 stündige Ausbildung "Qualifizierung für die Betreuung bei geistig behinderten oder an Demenz erkrankter Menschen" erhalten und stehen jetzt für Senioren in der Wedemark zur Verfügung. Die kostenlose Qualifizierung wurde durch den neuen "Freiwilligendienst aller Generationen" ermöglicht. Der Projektleiter, Bernd Ziegler aus Celle hatte das Projekt am 13. März 2010 zum "Tag der Ehrenamtlichen" in der Gemeinde vorgestellt. Der gemeinnützige Verein Senioren Engel - Wedemark e.V. hat sich die Qualifizierung für die Betreuung nach § 45 SGB XI von behinderten und an Demenz erkrankter Menschen ausgesucht, die als Voraussetzung von der Regierung für den Einsatz ehrenamtlicher Betreuung und der somit jetzt möglichen Abrechnung mit den Pflegekassen gefordert wird. "Es war schon immer unser Wunsch, pflegenden Angehörigen die entsprechend qualifizierten Hilfen - nicht nur für Senioren - bieten zu können. Nun ist diese Möglichkeit durch die qualifizierte Ausbildung für die Betreuung behinderter und an Demenz erkrankter Menschen gegeben. Von Anfang an war die Zusammenstellung der Teilnehmerinnen eine spannende Angelegenheit, zu sehen, mit welchen Interesse und Engagement die Frauen ihre Unterrichtsstunden und die zum Teil selber organisierten ehrenamtlichen Betreuungen angegangen sind. Einige sehen in der Qualifizierung eine Grundlage, ihren zukünftigen beruflichen Lebensweg in Richtung Betreuungen alter, kranker, behinderter und an Demenz erkrankter Menschen zu ändern. Unsere Ausbilderinnen Barbara Müller - Lehrerin für Pflegeberufe von der Berufsfachschule Altenpflege Birkenhof sowie Corina Landes, RA für Sozialrecht haben den Unterricht auch zu einem besonderen Vergnügen gemacht. Wir konnten viel Neues lernen, wobei die Erkrankung der Demenz mit ihren vielen unterschiedlichen Facetten und kaum therapierbaren Auswirkungen oftmals auch ein bedrückendes Gefühl verbreitete. So konnten wir aber auch ein besseres Verständnis für die pflegenden Angehörigen entwickeln, die doch mit der schweren Aufgabe einer 24stündigen Betreuung ihrer Angehörigen meistens alleine dastehen". Durch die Änderungen des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes (PflWG) vom 1. Juli 2008 soll die ambulante Versorgungssituation Pflegebedürftiger mit erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf (Pflegestufe 0) durch einen zusätzlichen Leistungsanspruch verbessert werden. Der hierdurch entstandene zusätzliche Betreuungsbetrag haben die Pflegkassen von 460 Euro auf 1200 Euro beziehungsweise 2400 Euro jährlich angehoben, um den Erkrankten eine längere Verweildauer in der eigenen Wohnung und den pflegenden Angehörigen eine wirkungsvollere Hilfe an die Hand zu geben. Die Glückwünsche zu dem Abschluss der Qualifizierung wurden von Bernd Ziegler - FwDaG - und dem Ausbildungskoordinator, Hans-Peter Steuer vom Kompass-Institut für psychosoziale Weiterbildung den Ausgebildeten persönlich ausgesprochen. Pflegende Angehörige sollten sich jetzt bei dem Verein Senioren Engel - Wedemark e.V. melden, um eine ehrenamtliche Betreuung als Hilfe zu bekommen. Auskunft bei Anna Beckmann, Abbensen, Telefon (0 50 72) 18 32 oder unter E-mail annabe@t-online.de

Das Profil der Freiwilligendienste aller Generationen:
Flexible Zeiteinteilung ab acht Stunden wöchentlich. Die Mindestdauer des Einsatzes beträgt sechs Monate. Eine schriftliche Vereinbarung, die jedoch nicht arbeitsrechtlich ist, wird zwischen den Freiwilligen, der Einsatzstelle und dem Träger getroffen. Qualifizierung und Begleitung von mindestens 30 Stunden pro Halbjahr, beziehungsweise fünf Fortbildungstage. Pro Fortbildungstag 40 Euro = 200 Euro im Halbjahr Kurse/Gelder über die Freiwilligenakademie Niedersachsen oder Inhouse-Weiterbildungen.