Sennheiser-Bilanz für 2009 positiv

Die Sennheiser-Unternehmensleitung (v.l.n.r.): Paul Whiting (Geschäftsbereichsleiter Global Sales), Stefan Junker (Geschäftsführer Controlling und Finanzen), Susanne Seidel (Geschäftsbereichsleiterin Global Marketing), Dr. Heinrich Esser (Geschäft
 
Im Geschäftsjahr 2009 machte Audiospezialist Sennheiser rund ein Drittel seines Umsatzes von 389,9 Millionen Euro mit Kopfhörern

Umsatzwachstum trotz Weltwirtschaftkrise in Wennebostel

Wedemark. Die Sennheiser electronic GmbH & Co. KG hat gestern ihre Bilanz fur das Geschaftsjahr 2009 vorgelegt. Nach 385,8 Millionen Euro 2008 setzte der Audiospezialist im vergangenen Jahr 389,9 Millionen Euro um, ein Plus von 1,1 Prozent. Der Ertrag lag bei 3,8 Millionen Euro. „Angesichts der weltweiten Rezession und der 2009 fur Sennheiser besonders schwierigen wirtschaftlichen Lage im Projektgeschaft ist das ein akzeptables Ergebnis“, erklarte Volker Bartels, Sprecher der Unternehmensleitung. Fur Sennheiser arbeiteten im Jahresdurchschnitt weltweit uber 2.132 Mitarbeiter (+0,7%), davon rund 55 Prozent in Deutschland. Im Geschaftsjahr 2009 wuchs der Umsatz mit Kopfhorern besonders stark, Sennheiser konnte hier ein Plus von 18,8% verbuchen. Der Umsatz im Bereich der drahtlosen Mikrofone sank dagegen um 6,1%; Grunde waren eine generelle Investitionszuruckhaltung, bedingt durch die Wirtschaftskrise, und die Unsicherheit der Nutzer uber die kunftigen Betriebsfrequenzen fur drahtlose Mikrofone. „Der Einbruch im Professional-Geschaft und die Verschiebung zum ertragsschwacheren Konsumergeschaft haben das Konzernergebnis von 14,8 Millionen Euro im Jahr 2008 auf 3,8 Millionen Euro 2009 absinken lassen“, erklarte Volker Bartels. „Zusatzlich haben stark erhohte Transportkosten fur Guter von unseren asiatischen Partnerunternehmen das Ergebnis deutlich belastet. Im Laufe der Wirtschaftskrise sind die verfugbaren Kapazitaten fur Seefracht deutlich
reduziert worden, so dass wir vielfach auf teure Luftfracht umstellen mussten, um unsere Consumer-Kunden beliefern zu konnen.“
Insgesamt teilten sich die Umsatzanteile nach Produktgruppen wie folgt auf: Kopf-
horer hielten einen Umsatzanteil von 33,8%, gefolgt von drahtlosen Mikrofonen mit 24,3% und drahtgebundenen Mikrofonen mit 7,8%. Sennheiser-Communications-Produkte trugen 7,4% bei, Audiologieprodukte 6,8% und Konferenz- und Informationstechnik 6,1%. Unter 5% lagen die Umsatzanteile von Georg Neumann, Aviation-Headsets und Produkten der inzwischen in Sennheiser und Neumann aufgegangenen Klein + Hummel Entwicklungsgesellschaft m.b.H.
Der Umsatz in der Region Amerika wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 % von
91,7 Millionen Euro auf 99,3 Millionen Euro. Auch dieses Wachstum wurde in erster
Linie durch den Absatz im Kopfhorerbereich erzielt, der durch eine großangelegte
Consumer-Kampagne positiv beeinflusst wurde. Großter Einzelauftrag im Bereich
Installed Sound war die Ausstattung des Musical Instrument Museums in Phoenix,
Arizona mit dem Besucherfuhrungssystem guidePORT – mit uber 1.700 Empfangern das großte guidePORT-System der beiden amerikanischen Kontinente. In der großten Region EMEA war der Umsatz im Jahr 2009 um
2,8% rucklaufig; er sank von 253,7 Millionen Euro 2008 auf 246,5 Millionen Euro. Hier waren alle Teilregionen betroffen: Osteuropa verlor 8,2%, Nordeuropa
3,9%, Zentraleuropa 2,0% und West- & Sudeuropa und Afrika
1,7%. Im Geschaftsjahr 2009 wurde das russische Joint Venture Sennheiser Audio OOO in eine hundertprozentige Sennheiser-Tochter umgewandelt. Der Umsatz in der Region Asien und Australien wuchs von 40,4 Millionen Euro auf 44,0 Millionen Euro (+8,9%), wozu besonders die relativ jungen Tochtergesellschaften in Indien, China und Japan beitrugen. „Hier zeigt sich, dass die strategische Entscheidung, mit eigenen Vertriebstochtern in dieser Region vertreten zu sein, richtig war“, bekraftigt Bartels.
Im Kopfhorermarkt konnte Sennheiser seine gute Position ausbauen. Fur Deutschland, Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Spanien,
Italien, Belgien, Osterreich, Polen, die Turkei, Portugal und Russland – bescheinigte die GfK Retail and Technology dem Audiospezialisten einen wertmaßigen Marktanteil von 23,3% im Jahr 2009, was einer Steigerung um 1,5 Prozentpunkte entsprach. „Wir freuen uns sehr uber den Erfolg in Europa“, erklarte Susanne Seidel, Geschaftsbereichsleiterin Global Marketing. „In sieben der Europa-12-Lander ist Sennheiser wertbasiert sogar Marktfuhrer.“ Insgesamt ist der Verkaufswert im Kopfhorermarkt in den Europa-12-Landern im Jahr 2009 um 7% gewachsen. Um so hoher ist der von Sennheiser erzielte Wachstumssprung zu bewerten: Der Audiospezialist steigerte sich um 14,3%. China und Indien wichtige Wachstumstreiber im Kopfhorermarkt. Auch China und Indien zahlen zu den Wachstumsgaranten im Kopfhorermarkt. Sennheiser konnte hier seinen wertbasierten Marktanteil 2009 deutlich steigern: In China kam der Audiospezialist auf 25,8% (nach 20,6% im Jahr 2008, GfK Retail and Technology), in Indien auf 21% (nach 12% 2008, laut Einfuhrzolldaten Indien). „2009 haben eine erfolgreiche Markenpolitik und ein interessantes Produktportfolio mit vielen neuen Kopfhorermodellen zum Erfolg beigetragen, angefangen beim High-End-Horer HD 800 uber neue Funk- und Reisekopfhorer bis hin zur neuen 400er Serie“, erlauterte Susanne Seidel.
„Fur das Jahr 2010 rechnen wir mit einem moderaten Wachstum“, erklarte Volker
Bartels. „Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sind noch nicht uberstanden; wir
fahren darum unser Geschaft sehr kostenbewusst. Eine leichte Erholung in den
Markten ist spurbar, weshalb wir die 2009 angemeldete Kurzarbeit aufheben konnten. Die Produktion ist ausgelastet.“ Wachstum verspricht sich Volker Bartels vom Bereich Kopfhorer, der in diesem Jahr durch eine Kooperation mit adidas und der daraus entstandenen Sportkopfhorerserie zusatzlich belebt wird. Auch fur den Bereich der Drahtlostechnik sieht es besser aus: „Die Unsicherheit vieler Anwender durch die Neuvergabe der Funkfrequenzen ist in einigen Landern Europas behoben. In Deutschland sind seit einigen Wochen die Ausweichfrequenzen im UHF-Band bekannt, und wir konnten bereits ein deutliches Anziehen der Auftrage wahrnehmen.“