Sennheiser-Geschäftsbilanz 2016

Daniel (links) und Andreas Sennheiser im 3D Audio-Studio des Flagship Stores ihres Innovation Campus in Wennebostel. Foto: B. Stache

AMBEO 3D Audio ruft Emotionen hervor über Kopfhörer und Lautsprecher

Wennebostel (st). Im Geschäftsjahr 2016 konnte die Sennheiser-Gruppe einen Umsatz von 658,4 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einem Rückgang um 3,8 Prozent, der vor allem der Fokussierung auf das Kerngeschäft des Wedemärker Audiospezialisten zuzuschreiben sei. Dieses Ergebnis stellten Andreas und Daniel Sennheiser, die das Unternehmen seit 2013 in dritter Generation leiten, am Mittwochvormittag beim Jahrespressegespräch zur Geschäftsbilanz 2016 vor. Als Begründung für diesen Rückgang nannte Andreas Sennheiser den Rückzug aus dem Geschäftsfeld Aviation sowie die Trennung von ausgewählten Drittmarken im Bereich Professional Systems. Darüber hinaus habe das Auslaufen einer Sonderkonjunktur in Japan die Umsatzentwicklung negativ beeinflusst. Beim Ertrag legte die Unternehmensgruppe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,2 Prozent auf 34,9 Millionen Euro zu. Der Bereich Forschung und Entwicklung wurde erneut gestärkt – mit 54,5 Millionen Euro investierte Sennheiser 16 Prozent mehr als im Vorjahr. „2016 war ein unglaublich aufregendes, buntes Jahr für uns“, gestand Andreas Sennheiser. Das Unternehmen habe dabei viel Neues ausprobiert. In einem eindrucksvollen, farbenfrohen und soundstarken Video präsentierte sich das Unternehmen mit seinen weltweiten Aktivitäten. So kamen Sennheiser-Produkte unter anderem anlässlich der 59. Grammy Awards in Los Angeles zum Einsatz und sorgten auch bei den Wettbewerben Voice of Israel und Voice of Turkey für den guten Sound. Daniel Sennheiser berichtete über starke Investitionen in die Marke Sennheiser, in Läden und das neue Logo. Neben aller Ingenieursleistung und Technologie seien auch die Emotionen stark mit Produkten aus dem Hause Sennheiser verbunden, erläuterte er. „Es ist wichtig zu verstehen, was den Kunden zu Sennheiser treibt.“ Zur Untermauerung seiner Emotionen-Ausführungen zeigte Daniel Sennheiser ein beeindruckendes Video „Technologie und Emotion“. Damit ließ er die Teilnehmer in die 3D-Audiowelt eintauchen. Vorgestellt wurde die Sennheiser „AMBEO 3D Audio“-Initiative, ein Programm, das Emotionen über Kopfhörer oder Lautsprecher hervorruft. Als Neuheit aus der Sennheiser-Ideenschmiede präsentierte Daniel Sennheiser das AMBEO Smart Headset, das im Sommer auf den Markt kommen soll. Dieser mobile Kopfhörer für binaurale Audioaufnahmen erzeugt ein dreidimensionales Klangerlebnis, das mit jedem Stereo-Kopfhörer wiedergegeben werden kann. Dabei wird der Hörer ins Zentrum des Klangs versetzt, indem sowohl die genaue Richtung des Sounds als auch die räumlichen Charakteristika des Aufnahmeorts reproduziert werden. Als erfolgreich habe sich die Kooperation mit Dior Homme entwickelt, berichtete Daniel Sennheiser. Für eine Special Edition liefert der Audiospezialist Kopfhörer, das Modehaus stellt die Verpackung in edlem Design. Derzeit beschäftigt Sennheiser weltweit zirka 2.830 Mitarbeiter (ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr), 1.253 davon am Standort Wennebostel. 266 Mitarbeiter haben ihren Wohnsitz in der Wedemark. Die betriebliche Kinderkrippe „Ohrwürmchen“ gilt bei den Mitarbeitern als ein besonderes „Wohlfühl-Element“. In der im Oktober 2014 eröffneten Sennheiser-Einrichtung werden zwei Gruppen mit je 15 Kindern betreut. 25 Plätze werden derzeit von Betriebsangehörigen genutzt, fünf Kinder kommen als „Externe“ aus der Region dazu. Die Stärke der Marke Sennheiser sei die Spanne zwischen dem starken, professionellen High-End-Bereich und Produkten zum Spontankauf für Normalverdiener, machte Daniel Sennheiser zum Abschluss des Jahrespressegesprächs „Bilanz 2016“ deutlich. Auf die Frage nach der Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr erklärte er: „Wir sind da sehr zuversichtlich.“