Sicher-Stark-Initiative in Resse

Als alter Mensch verkleidet, versucht Ralf Schmitz die Kinder vom Schulhof wegzulocken – die Kinder reagieren in dieser Szene richtig. Foto: B. Stache

Grundschüler erhalten wichtige Tipps für Konflikt- und Gefahrensituationen

Resse (st). Ein zweitägiges Projekt der Sicher-Stark-Initiative zur Gewaltprävention hatten die Eltern und der Förderverein der Grundschule Resse den Kindern spendiert. Am Freitagnachmittag und Sonnabend nahmen die Schüler der ersten bis vierten Klassen sowie die ehemaligen Grundschüler der heute 5. und 6. Klassen für jeweils vier Stunden in altersgerechten Kleingruppen daran teil. Ralf Schmitz, Sicherheitsexperte und ehemaliger Angehöriger der GSG 9, übte mit den Grundschülern zum Thema sexuelle Übergriffe und Missbrauch an Kindern richtiges Verhalten in Gefahrensituationen. „Das Thema Mobbing gehört auch dazu“, erklärte Schulelternratsvorsitzende Christina Jarolin, die das Projekt begleitete. „Das bundesweite Grundschul-Präventionsprojekt gibt es seit über 20 Jahren“, berichtete Ralf Schmitz. „Heute trainiere ich für die Stiftung Sicher-Stark.“ In einer Hälfte der Resser Sporthalle hatten die Organisatoren Infomaterial für die Eltern ausgelegt. So gab es beispielsweise ein Video, das zeigt, wie sich Kinder verhalten sollten, wenn sie von einem fremden Autofahrer angesprochen werden. Eine solche Situation wurde auch mit den Resser Grundschülern auf der Straße vor dem Ärztehaus durchgespielt. Unter dem Motto: Richtiges Verhalten für den Ernstfall und sich wehren bei Übergriffen. Zum Verkauf lagen zudem DVDs, CDs und Ratgeber in Buchform zum Themenkomplex „Schutz des Kindes“ aus. Im zweiten Hallenteil spielte Ralf Schmitz mit einer Handpuppe Situationen aus dem Alltag der Kinder und gab ihnen Ratschläge zum richtigen Verhalten in einem bedrohlichen Ernstfall. In der Schulaula sahen die Grundschüler ein Video über verschiedene Alltagssituationen, die Ralf Schmitz anschließend mit seiner Handpuppe Felix und den Schülern besprach. Einzelne Situationen wurden anschließend im Freien nachgestellt. So versuchte Ralf Schmitz in Verkleidung einer alten Person, Kinder beim Spielen auf dem Schulhof anzusprechen und unter dem Vorwand einer Katzenrettung vom Schulgelände zu locken – was misslang, weil die Kinder richtig reagierten! In weiteren Szenen gab es eine gezielte Ansprache von Kindern durch einen Autofahrer sowie den Versuch, ein Kind in das Auto zu zerren. Auch für solche Momente hatte Ralf Schmitz einige praktische Selbstverteidigungstipps und -tricks für die Schüler parat. Alle Spielszenen wurden mit den Kindern im Nachhinein besprochen. Um die Situationen echt aussehen zu lassen, schlüpfte Ralf Schmitz immer wieder in verschiedene „Täterrollen“. „Wir wollen die Kinder mit all diesen Maßnahmen stärken, nicht verängstigen, damit sie sicher und stark werden“, betonte er.