Sichere L383-Straßenquerung für Negenborn

Sarah Gorski (links) und Angela Janczikowski bereiten alles für die Versammlung im Saal des Weinhofs Negenborn vor. Foto: B. Stache
 
Die Versammlung zur Gründung einer Bürgerinitiative findet im Saal des Weinhofs Negenborn statt. Foto: B. Stache

Bürgerinitiative fordert Maßnahmen vom Land und will engagiert „dranbleiben“

Negenborn (st). Am Dienstagabend trafen sich 20 Bürger im Saal des Weinhofs Negenborn, um ihr Interesse an einer sicheren Querung der Landesstraße 383 innerorts im Bereich der Kapelle Negenborn deutlich und mit Nachdruck zu bekunden. Angela Janczikowski, Sprecherin der neu gegründeten Bürgerinitiative (BI) und Sarah Gorski hatten zu der Veranstaltung eingeladen mit dem Ziel, eine Bürgerinitiative „Sicher über die Straße“ zu gründen. „Mit unserer Initiative möchten wir die Arbeit der politisch Verantwortlichen im Orts- und Gemeinderat unterstützen“, erklärte die BI-Sprecherin. Seit Jahren schon steht das Thema sicherer Überweg an der L 383 auf der Tagesordnung des Ortsrats. Bisher sei nichts passiert, stellten BI und Ortsratsmitglieder am Abend unisono fest – außer Absagen aus Richtung Landesbehörden, in deren Verantwortungsbereich die Landesstraße fällt. Alle Anträge des Ortsrats zu diesem Thema seien verpufft. „Seit zirka 20 Jahren fordert der Ortsrat einen sicheren Überweg an der Landesstraße. Bisher ist in Negenborn nichts passiert“, stellte Ortsbürgermeister Peter Reuter fest. „Ich unterstütze die Bürgerinitiative und wünsche ihr viel Erfolg. Ich denke, dass der gesamte Ortsrat hinter der Aktion steht.“ An der BI-Versammlung nahmen auch die Ortsratsmitglieder Birgit Eicke-Wedegärtner und Frank Gerberding teil. „Wir hatten für den Haushalt 2017 eine Ampel beantragt. Bisher ohne Erfolg“, berichtete Birgit Eicke-Wedegärtner. In seiner Sitzung vom 2. November hatte der Ortsrat die L 383 erneut thematisiert. Der Vertreter der Gemeinde Wedemark nahm die Anfrage auf. Die Straßenbaubehörde wolle sich mit Vertretern der Gemeinde Wedemark an einen runden Tisch setzen und die offenen Punkte besprechen, hatte der Ortsbürgermeister inzwischen erfahren. „Mit Gründung unserer Bürgerinitiative soll deutlich werden, dass es nicht nur um den Wunsch eines einzelnen Antragstellers geht, sondern dass diesmal viele Bürger dahinterstehen“, machte Angela Janczikowski deutlich. Am Abend brachten einige Bürger ihre Ängste zum Ausdruck, die sie beim Überqueren der L 383 im Ort begleiteten. „Wir wollen sicher über die Straße kommen. Da ist auch das Tempo 30 ein Thema. Es geht um die Sicherheit für Alt und Jung“, formulierte BI-Sprecherin Angela Janczikowski. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, schlug Alain Timores vor, dass alle Negenborner im Ort nur noch 30 km/h fahren sollten. Während der Versammlung brachte Angela Janczikowski allerlei Ideen und Vorschläge zu Papier. So werde die BI Unterschriftenlisten im Ort auslegen und auch beim Weihnachtsmarkt am zweiten Advent an der Kapelle für ihr Anliegen werben. Als weitere Aktionen sei an das Aufstellen von lebensgroßen Kinder-Holzfiguren entlang der Landesstraße gedacht sowie die Installation einer Geschwindigkeits- oder Smiley-Anzeigetafel zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Die Versammlungsteilnehmer vereinbarten, sich ab sofort gruppenweise durch Besuche bei der Gemeinde Wedemark mit ihrem Anliegen in Erinnerung zu bringen. Angela Janczikowski hatte sich schon vor der BI-Gründung in der Sache engagiert und sich mit einem Vertreter der Verkehrswacht Wedemark vor Ort getroffen. „Wie können Sie das nur aushalten“, zitierte die BI-Sprecherin ihren Gast mit Hinweis auf die besondere Verkehrssituation in Negenborn. Der Negenborner Dirk Meyer hatte eine eigene Verkehrszählung vorgenommen. Am 23. November konnte er in der Zeit von 6.50 bis 9 Uhr insgesamt 974 Fahrzeuge innerorts auf der L 383 zählen. Am frühen Morgen nach der Bürgerversammlung machte sich auch der SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Kauroff ein persönliches Bild von der Lage – vor allem für die Situation des morgendlichen Schulwegs der Kinder sieht der Abgeordnete ebenfalls Handlungsbedarf. Oberste Priorität müsse die Sicherheit der Schüler haben, erklärte Rüdiger Kauroff. „Wenn Bürgerinnen und Bürger sich um das Wohl ihrer Kinder sorgen, muss man dies ernst nehmen“, erklärte der SPD-Politiker. In einer Pressemitteilung aus dem Büro des SPD-Landtagsabgeordneten für Garbsen und die Wedemark heißt es dazu: „Verschiedenste Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung sehen eine Fahrbahnverengung, eine Verkehrsinsel beziehungsweise Fußgängerüberquerung, eine innerörtliche 30er-Zone oder eine Bedarfsampel vor. Da es sich bei der L383 um eine Landstraße handle, sei das Land und nicht die Kommune in der Verantwortung. Zwar könne nichts versprochen werden, allerdings strebe Kauroff zeitnah ein Gespräch mit dem Wedemärker Bürgermeister Zychlinski an.“ „Im Anschluss werde ich diese Thematik mit in den Wirtschaftsausschuss [Anm.: Wirtschaft, Arbeit und Verkehr] nehmen und weitergehende Möglichkeiten prüfen“, wird Rüdiger Kauroff zitiert. „Dranbleiben“, lautete der Appell einer Teilnehmerin bei der Gründungsveranstaltung der BI-Negenborn.