SPD-Chefin mahnt: „Nie wieder Krieg“

Sozialdemokraten erinnern an Beginn des zweiten Weltkrieges vor 76 Jahren

Bissendorf (awi). Jedes Jahr am 1. September ruft die Wedemärker SPD zum Antikriegstag auf, so auch dieses Jahr, doch heute sei „Nie wieder Krieg“ so aktuell wie nie zuvor, sagte SPD-Partei- und Fraktionschefin Rebecca Schamber bei ihrer kurzen Rede vor dem Bissendorfer Bürgerhaus.
Vor 76 Jahren am 1. September 1939 habe der zweite Weltkrieg begonnen, der Millionen Menschen Leid, Verfolgung und Tod brachte.Heute im Jahre 2015 blicke Deutschland auf 70 Jahre Frieden im Land zurück. Seit 70 Jahre heiße es bereits „nie wieder Krieg in unserem Land“, so Schamber, die auch stellvertretende Bürgermeis-terin der Gemeinde Wedemark ist. Diesem Land, dem viele Flüchtlinge und „Gastarbeiter“ geholfen hätten, es wieder aufzubauen.
Nach diesem irrsinnigen Krieg, den Deutschland über die Welt gebracht habe. Heute 2015 sei Deutschland umgeben von Krisen- und Kriegsgebieten. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass Deutschland weltweit zu den größten Waffenexporteuren gehört. Das sich daraus eine große Verantwortung ergebe, liege auf der Hand, so Schamber. 70 Jahre nach Befreiung von Faschismus und Krieg sehe man in Deutschland nun Bilder aus Freital, Heidenau, Salzhemmendorf. Blanker Fremdenhass schlage den Menschen entgegen, die hier Schutz und Frieden suchten, Menschen, die unter widrigsten Umständen, mit dem wenigen, was sie tragen können, ihre Heimat verließen, um ihr Leben zu retten. „Diese Menschen kommen zu uns, und sehen sich zunehmend Hetzparolen, Aggressionen und Mordanschlägen ausgesetzt“, sagte Rebecca Schamber: „Wir sagen ganz deutlich Nein zu diesem braunen Mob, der sich da zusammenbraut! Nein zu diesem Fremdenhass! Nein zu diesen Aggressionen gegenüber den Schwächsten und Schutzsuchenden! Wir hier in der Wedemark sind offen, und heißen Flüchtlinge willkommen!“. Eine überwältigende Hilfsbereitschaft sei hier überall zu spüren. Menschen brächten sich für andere Menschen ein. Sie spendeten Zeit, Kleidung, Möbel und böten ihre Wohnung als Unterkunft an. Genau so sehe das Deutschland aus, das sich seiner historischen Verantwortung bewusst sei. Genau so sehe auch das Deutschland aus, das humanitäre Hilfe leistet, im Kleinen und im Großen. Genau dieses Deutschland und die Menschen, die sich für Schwächere und Schutzsuchende einsetzten, gelte es zu verteidigen, so die SPD-Fraktionsvorsitzende, und zwar nicht nur heute, sondern jeden Tag, von jedem, machte sich Schamber für ein Nein zu Fremdenhass und gegen Hetzparolen stark. Das Mahnen zu „nie wieder Krieg“ sei im Moment so dringend wie selten zuvor.
Mit Lichtern bildeten die SPD-Mitglieder eine Kette vor dem Bürgerhaus und gingen dann gemeinsam zum Friedhof, wo die Veranstaltung ruhig ausklang.