SPD und Grüne befürworten Sportentwicklungsplan

Vierschrittiger Prozess soll konkrete Maßnahmen herauskristallisieren

Hellendorf (sb). SPD und Grüne im Gemeinderat wollen die Verwaltung damit beauftragen, für die Wedemark einen „bedarfsgerechten, zukunftsweisenden und nachhaltigen“ kommunalen Sportentwicklungsplan zu erarbeiten. Ein besonderer Fokus soll sowohl auf den nicht-vereinsgebundenen als auch auf den Vereinssport gelegt werden. Wie Christa Bogenschütz, Sabine Lotz, Rebecca Schamber, Wilfried Busche und Heiner Peterburs aus einer intrafraktionellen Arbeitsgruppe erläuterten, solle der Sportentwicklungs- in den Gemeindeentwicklungsplan integriert werden. Diese Einbindung führe zu einer höheren Verpflichtung, die Interessen aller Bevölkerungsgruppen umfassend zu berücksichtigen.
Als wesentliche Grundlage für einen Sportentwicklungsplan sehen die Koalitionspartner eine Bedarfsermittlung an. Bürgerinnen und Bürger sollen sich konkret zur Ausgestaltung ihrer derzeitigen und zukünftigen Sportaktivitäten äußern. Die Erarbeitung eines Sportentwicklungsplans soll nach Vorstellung von SPD und Grünen in vier Schritten erfolgen. Oberstes Gebot sei die Entwicklung einer nachhaltigen Bewegungsinfrastruktur und nicht das bloße Halten des jetzigen Zustands. Eine Bestandsaufnahme des privaten und des Vereinssports solle zunächst die Planungsgrundlagen festlegen. Es sollen Erhebungen wie Bevölkerungsstruktur und -entwicklung und konkrete Informationen zur derzeitigen Sportlandschaft (z.B. Anzahl und Größe der Sportstätten und -vereine) einfließen. Auch so genannte „Bewegungsräume und Sportgelegenheiten“, die außerhalb gekennzeichneter Sportanlagen für körperliche Aktivitäten genutzt werden können, sollen einbezogen werden. Das können Spielplätze oder Straßen sein. Sportarten, die mit Eingriffen in natursensible Landschaften verbunden sind, gelte es zu vermeiden. Als zweiten Schritt sieht die Arbeitsgruppe eine Bedarfsanalye vor. Empirisch abgesicherte Kenntnisse über den zukünftigen Bedarf seien unerlässlich. „Eine fundierte Bedarfsanalyse trägt dazu bei, dass nicht am Thema vorbeigeplant wird“, sagt Peterburs und fordert eine umfassende Befragung der Bevölkerung. Mit dem dritten Schritt, dem Planungsprozess, soll ein gemeinsamer Maßnahmenkatalog zur Sportentwicklung erstellt werden. Bürger, der Sportring Wedemark als Repräsentant der Sportvereine, Kommunalpolitiker und Gemeindeverwaltung sollen einbezogen werden. Wie es in einer schriftlichen Ausarbeitung, die dem ECHO vorliegt, heißt, seien die Ziele „eine verbesserte Koordination des Sportgeschehens in der Gemeinde, eine bessere Kooperation maßgeblicher Akteure sowie ein besseres Sport(stätten)management“.
Im vierten und letzten Schritt, so sagen SPD und Grüne, sollen allgemeine und spezielle Empfehlungen für die zukünftige Sportentwicklungsplanung in der Wedemark erarbeitet werden. Eine „zunehmende Ausdifferenzierung der Sport- und Bewegungsaktivitäten in der Bevölkerung“, also eine größere Diversität, verleihe der Wedemärker Sportstättenstruktur einen multifunktionalen Anspruch. „Die Anlangen sollen den Bedarfen des Wettkampfsports, des organisierten Breitensports und des unorganisierten Freizeitsports gleichzeitig gerecht werden“, sagt Peterburs. Die Sport- und Bewegungsaktivitäten der Bevölkerung fänden insgesamt mehrheitlich außerhalb der normierten Anlagen statt, was die reine Fokussierung auf Sportanlagen verbiete. Die Entwicklung der Bewegungsräume außerhalb der normierten Sportstätten solle in der Sportentwicklungsplanung deshalb besonderes gewichtet werden. Speziell für Senioren fordert die Arbeitsgruppe die Schaffung von wohnortnahen Frei- und Sportflächen.
„Grundsätzlich verfügen wir in der Wedemark über eine gute Grundlage an Sportangeboten. Mit dem Potential des Ehrenamts, unterstützt von Verwaltung und Politik, sollen die Sport- und Bewegungsmöglichkeiten in der Wedemark planvoll verbessert und ausgebaut werden“, blickt Peterburs voraus. Im diesjährigen Gemeindehaushalt sind Mittel in Höhe von 20.000 Euro für die Erstellung eines Sportentwicklungsplanes vorgesehen.