Sponsoren für Moorerlebnispfad gesucht

Präsentierten das Sponsoring-Konzept für den Moorerlebnispfad und die entsprechenden Broschüren: Heike Prendel und Jochen Pardey von Bürger für Resse, FÖJler Maik Pfeiffer , Bürgermeister Helge Zychlinski, Karl-Heinz Müller von Bürger für Resse und Ralf Würz vom Ortsrat. Foto: A. Wiese

„Bürger für Resse“ ist jetzt gemeinnützig und darf Spendenquittungen ausstellen

Resse (awi). Im September wird das Moorinformationszentrum Mooriz drei Jahre alt. Die Theorie vermittelt es wunderbar, als kleines Anschauungsobjekt ist hinter dem Gebäude das Mini-Moor entstanden, doch der Verein „Bürger für Resse“ will noch mehr: Dass die Besucher auf einem Moorerlebnispfad das Moor hautnah erleben. Das Konzept steht, die Finanzierung noch nicht. 270.000 Euro sind eine Menge Geld. Diese Summe hat ein Gutachter ermittelt. Ein Teuerungsaufschlag ist da schon einkalkuliert. „Wenn die Region Hannover sich aus ihrem Topf Naherholung und Tourismus mit 120.000 Euro beteiligt und diverse Stiftungsorganisationen mit rund 80.000 Euro dabei sind, fehlen nur noch 70.000 Euro, rechnet Karl-Heinz Müller vom Arbeitskreis Moore im Verein Bürger für Resse vor. In Zeiten, in denen öffentliche Töpfe immer leerer sind, bleibt da nur noch Sponsoring. Dass der Verein mittlerweile als gemeinnützig anerkannt ist und Spendenquittungen ausstellen darf, könnte helfen. Als Gegenleistung bietet der Verein möglichen Sponsoren zudem Sachleis-tungen an: So könnte das Mooriz für Hausmessen von Firmen oder Tagungen genutzt werden und Firmen könnten mit dem Mooriz-Logo werben. Entstehen soll der Moorerlebnispfad in der Südost-ecke des Otternhagener Moores, rund 800 Meter vom Mooriz entfernt und somit fußläufig erreichbar. Hier sollte in den 30er Jahren eine Autobahntrasse entstehen, doch über die Erdarbeiten ging die Planung nie hinaus. Die haben jedoch einen Wall geschaffen, der das Wasser nicht nur anstaut, sondern auch eine natürliche Grenze für den Moorerlebnispfad bilden soll. Das Moor selbst als Naturschutzgebiet darf nicht betreten werden. Perspektivisch geplant sind Aussichtstürme und Plattformen. Die einzelnen Stationen des Pfades wie „Handtorfstich“ oder „Temporäres Kleingewässer“ sind bereits markiert. Ziel ist es, Besuchern aus der gesamten Region Hannover zwar direkten Zugang zu intaktem Moor zu gewähren, jedoch zu verhindern, dass sie wahllos in die Moore laufen, die weiterhin Naturschutz- und Jagdgebiet bleiben. Damit der Moorerlebnispfad überhaupt möglich ist, muss die Region die Satzung des Otternhagener Moores ändern. Erste Baumaßnahmen sind für Frühjahr 2015 geplant – vorausgesetzt, die Finanzierung steht bis dahin. Eine große Herausforderung für das Team um Jochen Pardey und Karl-Heinz Müller, unterstützt von Geschäftsstellenleiterin Heike Prendel und FÖJler Maik Pfeiffer, das Broschüren für den Erlebnispfad und das Sponsoringkonzept erstellt hat. Bürgermeister Helge Zychlinski sagte die Unterstützung der Gemeinde beim Anwerben von Sponsoren und Gesprächen mit der Region vorbehaltlos zu. „Ich bin mal wieder sehr beeindruckt von dem, was sich hier in Resse abspielt“, so der Bürgermeister. Dem Team von Bürger für Resse gelänge es mit diesem Moorerlebnispfad die drei Bereiche Naturerleben, Umweltschutz und Bildung unter einen Hut zu bekommen. Vielleicht, so Zychlinski, gelänge es ja auch noch, das Land mit ins Boot zu holen. Die beim Verein Bürger für Resse angestellte Geschäftsstellenleiterin des Mooriz, Heike Prendel, erklärte, dass schon heute Unterrichtseinheiten für dritte und vierte Grundschulklassen angeboten würden. „Wir stellen das Unterrichtsmaterial und halten eine Unterrichtsstunde auf den Flächen des künftigen Erlebnispfades ab. Während Moorführungen sonst vier Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder kosteten, würde bei Schulklassen nurein Euro pro Person fällig. Später, so führte Karl-Heinz Müller vom Arbeitskreis Moore aus, sei geplant, Pflegemaßnahmen im Moor ebenfalls mit Schulklassen durchzuführen. Aber das sei noch Zukunftsmusik. Zunächst müsse die 30 Hektar große Flächen des Moorerlebnispfades professionell hergerichtet werden. Dazu gehörten die Auslichtung des vorhandenen Baumbestandes, die Renaturierung der vorhandenen Torfstiche und das Anlegen von Besucherwegen und Themenstationen. All das solle barrierefrei gesehen, so dass auch Rollstuhlfahrer den Moorerlebnispfad sicher nutzen könnten. Zudem soll der Pfad mit Aussichtsplattformen- und türmen sowie Beschilderungen und einem Informationsleitsystem ausgestattet werden.
Firmen, die an einem Sponsoring des Moorerlebnispfades interessiert sind können das Moorizlogo für eigene Zwecke nutzen, erhalten Sponsorenplaketten, können ihre Firmenprodukte im Mooriz darstellen, ihren Internetauftritt verlinken und andere Werbemaßnahmen nach Vereinbarung treffen. Für Hauptsponsoren ab 10.000 Euro pro Jahr sollen Sondervereinbarungen gelten. Bei Interesse wenden sich potentielle Sponsoren an Heike Prendel, Telefon (0 51 31) 47 99 744 oder kommen direkt zu den Öffnungszeiten im Mooriz vorbei: mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.