Sportringvorstand sagt Sportlerehrung ab

Nahmen die Meinungsäußerungen über die aktuelle Position des Sportrings in der Wedemark aus der Versammlung heraus am Donnerstagabend doch mit leichter Betroffenheit zur Kenntnis: Der erste stellvertretende Sportringvorsitzende Wilfried Busche (Zweiter von rechts), seine Frau Petra (Schriftführerin), der zweite stellvertretende Vorsitzende Winfried Leibner und Kassenwart Udo Bitterkleit. Foto: A. Wiese

Tendenz bei Versammlung deutet auf mögliche Auflösung des Sportrings 2015 hin

Wedemark (awi). „Wenn das so ist, dann blase ich die Sportlerehrung für 2015 ab.“ Mit diesem Paukenschlag beendete der erste stellvertretende Vorsitzende des Sport-rings, Wilfried Busche, am Donnerstagabend die Mitgliederversammlung im Clubheim des Mellendorfer Turnvereins im neuen Sportpark. „Wenn das so ist“ – das bedeutete, dass die Mehrheit der anwesenden Vereinsvertreter dem Sportringvorstand auf dessen ausdrückliche Nachfrage hin – „Quo vadis, Sportring?“ – signalisiert hatte, dass sie mit einer Auflösung des 1975 gegründeten Zusammenschlusses von mittlerweile 41 Sportvereinen in der Wedemark leben können. Dem Sportring sei in der jüngsten Vergangenheit nicht mehr die Position als Sprachrohr der Vereine und Mittler in Richtung Regionssportbund und Gemeinde zugekommen, wie sie ihm einst bei der Gründung einmal zugedacht war.
Dabei machten die Mitglieder deutlich, dass dies keine Kritik in Richtung der amtierenden Sport-ringvorstandsmitglieder sei. Diese hätten, wenn sie weitermachen wollten, die volle Unterstützung der 14 Vereinsvertreter, die am Donnerstag da waren. Entzündet hatte sich die Diskussion an der personellen Situation des Sport-ringvorstands. Bereits seit einiger Zeit konnten Vorstandsposten nicht besetzt werden, suchten der damalige Sportringvorsitzende Joachim Brandt und sein erster Stellvertreter Wilfried Busche händeringend Unterstützung. Sie bekamen sie schließlich in Form von Winfried Leibner vom SV Resse als zweitem stellvertretenden Vorsitzenden, aber unter anderem die Position des Veranstaltungs- und auch des Pressewarts blieb unbesetzt. Als erster zog vor wenigen Monaten Joachim Brandt die Konsequenzen und legte seinen Vorsitz nieder. Wilfried Busche führt den Vorsitz seitdem kommissarisch und bereitete auch die Sportlerehrung, die der Sportring zusammen mit der Gemeinde jährlich veranstaltet und für deren neues Konzept er auch viel Lob erhalten hat, für 2015 vor. Die Sponsoren sind gewonnen, der Termin für den 20. Februar veranschlagt. Doch der Hauptteil der Arbeit ist noch zu tun: der Aufruf zu Meldungen der Vereine ihrer zur Ehrung anstehenden Sportler, die Jurysitzungen, die Organisation der Breakpunkte und so weiter. Dazu kommen dann das Schreiben von zahlreichen Urkunden, das Verpacken der Präsente und vieles mehr. „Das ist wahnsinnig viel Arbeit und wir sind im Vorstand vor der Sitzung am Donnerstag überein gekommen, dass wir uns das nicht mehr antun, wenn die Zeichen in Richtung Auflösung deuten“, erklärt Busche. Den Mitgliedern hatte er diese Konsequenz im Vorfeld nicht angedeutet, erntete aber nach eigenen Aussagen im Anschluss an die Versammlung Verständnis für die Entscheidung von den Vereinsvertretern. „Allein, dass so wenige überhaupt gekommen sind, obwohl sie wussten, worum es geht, spricht doch für sich“, so Busche, der kein Hehl aus seiner Enttäuschung macht.
Es seien auch nur zwei Schützenvereine vertreten gewesen, obwohl der Sportring sich für deren Belange so stark gemacht habe, bedauerte Busche. Er informierte gestern Vormittag Bürgermeister Helge Zychlinski vom Verlauf der Sportring-Versammlung und der Vorstandsentscheidung. Der bat sich nach Informationen des ECHO Bedenkzeit aus. Möglicherweise bedeutet das Herausziehen des Sportrings nicht das Ende der Sportlerehrung, die ja auch von der Gemeinde und den Sponsoren getragen wird.
„Wir möchten nicht auf die Sportlerehrung reduziert werden“, hatte Busche am Donnerstagabend vor den Vereinsvertretern gesagt und dafür auch Verständnis geerntet. Doch allein die Themen Mehrzweckhalle Bissendorf und Hallennutzungszeiten in der jüngsten Vergangenheit hätten gezeigt, dass zum einen die Vereine den Sport-ring nicht miteinbänden, sondern ihre Interessen selber verträten, zum anderen aber auch die Gemeinde sich nicht an den Sportring wende. „Es seien eben meistens nur die Interessen weniger Vereine betroffen“, wurde aus der Versammlung heraus zu bedenken gegeben. Mehrere äußerten auf Busches Bitte hin, offen und ehrlich ihre Meinung zu sagen, dass sie den Sportring in seiner heutigen Position nicht für unbedingt notwendig erachteten, die amtierenden Vorstandsmitglieder jedoch unterstützen würden, wenn diese ihn dennoch aufrecht erhalten wollten. Das wollen diese aber ohne weitere personelle Unterstützung nicht. Und auch Busche erklärte, dass er auf keinen Fall bereit sei, ab März 2015 den Vorsitz zu übernehmen. Freiwillige Meldungen für einen Vorstandsposten kamen jedoch am Donnerstagabend nicht. Meistens waren es die Vereinsvorsitzenden selbst, die Sitz und Stimme ihres Vereins im Sportring wahrnahmen und erklärten, bereits voll ausgelastet zu sein. Eine endgültige Entscheidung wird jetzt in der Mitgliederversammlung des Sportrings am 19. März 2015 fallen. Was aus der Sportlerehrung wird, dazu wird das ECHO aktuell informieren.