Sprachen lernen leicht gemacht

Die strahlenden Gesichter der Kinder lassen es erahnen: Der britische Sänger und Entertainer Andy Reed begeisterte die Schüler der neun fünften und sechsten Klassen des GM (hier die Klasse 5C) mit seinem englischen Mitmachprogramm. (Foto: S. Birkner)

Englisches Mitmachprogramm begeisterte Kinder am Gymnasium

Mellendorf (sb). Um seinen Schülerinnen und Schülern beim Englischlernen einmal auf außergewöhnliche Weise unter die Arme zu greifen, beschritt das Gymnasium Mellendorf Anfang der Woche neue Wege. Alle Kinder der neun fünften und sechsten Klassen der Schule kamen am vergangenen Montag und Dienstag in den Genuss einer fünfundvierzigminütigen Englisch-Mitmachstunde mit dem britischen Sänger und Entertainer Andy
Reed, in der sie gefordert waren, ihre Sprachkenntnisse selbst aktiv anzuwenden. Reed bereitete den Jungen und Mädchen eine große Freude, indem er mit ihnen sang, spielte und tanzte und dabei einzig und allein Englisch gesprochen wurde. Es sei eine große Herausforderung für ihn und die Kinder, nur in ihrer ersten Fremdsprache zu kommunizieren. Mitmachaktionen wie das Singen von melodisch bekannten Liedern oder die Durchführung von Paartänzen, die natürlich auch in englischer Sprache begleitet wurden, halfen ihnen bei der meist rhythmischen Verwendung der Worte.
Reed, der derzeit in Langenhagen wohnt und hauptberuflich eigentlich Lehrerfortbildungen leitet, ist von der Effektivität seines Programms überzeugt. „Den Gruppensituationen, in denen die ganze Klasse Englisch spricht, kann und möchte sich kein Kind entziehen“, berichtete er im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag, „das aktive Anwenden der Fremdsprache führt hier ganz nebenbei auch zu einem Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Lerngruppe“. Reed erklärte, dass jedes Kind im Verlauf der 45 Minuten etwa 1500 englische Wörter spreche. „Dieser Lerneffekt wäre im Frontalunterricht niemals zu erreichen“, sagte er, „und es ist ganz einfach: je mehr Englisch ein Kind spricht, desto mehr lernt es auch“.
Ins Leben gerufen hatte das Programm Studienrätin und Englischlehrerin Sabine Kraft, die
Reed bereits aus der Zeit ihres Referendariats und von der Universität kennt. „Es ist für einen Heranwachsenden wenig sinnvoll, eine Sprache zu lernen, ohne Situationen zu erleben, in denen sie praktisch angewendet werden kann“, erläuterte sie ihre Beweggründe die Aktion, die vom Förderverein des GM finanziell unterstützt wird, an die Schule zu holen. Man könne auf die gezeigte Art und Weise den Mutterspracherwerb nachahmen, in dem Gehörtes ja ebenfalls sofort nachgesprochen werde.
Schulleiterin Swantje Klapper, die selbst zwar nicht Englisch, aber Russisch unterrichtet, legte das Augenmerk ebenfalls auf die Lebendigkeit einer Sprache. „Wir sind stolz darauf, dass sich Reed Zeit für unsere Schülerinnen und Schüler genommen hat“, meinte sie, „es ist von großer pädagogischer Wichtigkeit, dass die Kinder im Umgang mit der Lernsprache so viele Erfahrungen wie möglich sammeln“. Das authentische Lernen gewinne zunehmend an Stellenwert und es sei jederzeit begrüßenswert, wenn „die Englischlernenden in Ausnahmesituationen wie diese geraten“.