„Spürnasen“ haben eine neue Wiese

Die „Spürnasen“ auf ihrer neuen Wiese an der Bahn hinter dem Grundstück vom Autohaus Gehrke mit der Bissendorfer Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann (rechts) und dem Wennebosteler Ortsbürgermeister Achim von Einem (links), ebenfalls beide Hundebesitzer, die sich engagiert für die „Spürnasen“ eingesetzt haben. Vierte von links Elke Schulz, die dem Verein die Wiese verpachtet. Foto: A. Wiese

Am Sonntag, 4. Dezember, sind interessierte Hundefreunde eingeladen

Bissendorf (awi). Es war im Sommer, als der 2015 gegründete Verein „Spürnasen“, ein Zusammenschluss engagierter Hundebesitzer, sich über einen Aufruf im Wedemark ECHO an die Wedemärker wandte: „Hilfe, wer hat eine Wiese für uns?“ Hintergrund war, dass die Spürnasen eine umzäunte Wiese in der Nähe des Klärwerks gepachtet und für ihre Belange fertig gemacht, also mit einem höheren Zaun und einer „Eingangsschleuse“ versehen hatten, ohne zu wissen, dass das im Landschaftsschutzgebiet nicht erlaubt ist. Naturschutzbeauftragter Heinz Linne und die Region kannten kein Pardon: Zaun und Hundetrainingsgeräte mussten zurückgebaut, die Wiese aufgegeben werden. Doch die Hunde und ihre Besitzer brauchten unbedingt eine Auslauf- und Trainingsmöglichkeit. Und die haben sie auch gefunden. Die Bissendorferin Elke Schulz las den Artikel mit dem Appell der „Spürnasen“ und setzte sich mit der Vorsitzenden Sabine Niggemeier in Verbindung. Gut Ding will Weile haben und so dauerte es seine Zeit, denn diesmal wollten die Vereinsmitglieder alles hundertprozentig machen und holten die erforderliche Nutzungsänderungsgenehmigung bei der Gemeinde ein, bevor sie einen hundesicheren Zaun und eine Torschleuse bauten und auf der Wiese diverse Übungsgeräte für die Hunde installierten. Der Schwerpunkt des Vereins liegt ohnehin auf dem Man Trainling, also der Suche nach vermissten Tieren oder Personen. Doch einige Mitglieder wollen auch einfach ein
bisschen Hundesport machen, sich mit anderen Hundebesitzern austauschen und in der Brut- und Setzzeit von April bis Juli eine Möglichkeit haben, ihre Hunde von der Leine und sich austoben zu lassen. Das Schöne: auf dieser Wiese in der Feldmark rechts von der Schlager Chaussee in Bissendorf, hinter dem Grundstück des Autohauses Gehrke gibt es sogar einen ehemaligen Pferdestall, den die Hundefreunde als Unterstand nutzen können, wenn es mal regnet. Und auch Parkmöglichkeiten für die Autos sind vorhanden. Ein Partyraum soll der Stall allerdings nicht werden, betonen die Vorsitzende Sabine Niggemeier und die Wiesenwarte Thomas und Korinna Bauch, die extra aus dem Weiherfeld zum Hundetraining in die Wedemark kommen. Wer sich über die Spürnasen informieren möchte, kann das vorab schon mal im Internet tun und ist auch am morgigen Sonntag ab 15 Uhr gern gesehener Gast auf der neuen Hundewiese, die eigentlich leicht zu finden ist: den letzten Feldweg aus Schlage-Ickhorst kommend vor dem Beginn der Bebauung an der Schlager Chaussee rechts rein und dann hinter den Häusern links. Wenn der Hund verträglich mit anderen ist und sich benehmen kann, ist er ebenfalls willkommen. Wer mitmachen und die Wiese nutzen möchte, zahlt 35 Euro Jahresbeitrag und bekommt einen Schlüssel. Geplant sind feste Trainingstermine, auch am Wochenende, die aber noch nicht feststehen. Darüber, dass alles so gut ausgegangen ist, freuen sich auch die Bissendorfer Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann und ihr Wennebosteler Amtskollege Achim von Einem, beide ebenfalls Hundebesitzer, die sich sehr für die „Spürnasen“ eingesetzt hatten. Von Einem, der dem Verein beitreten will, ist überzeugt, dass das Konzept stimmig ist, und Brakelmann, die mit ihrem Timmy in einem Verein in Hannover Hunde-sport macht, lobt die Privatinitiative der Hundefreunde, die sich nicht auf andere verlassen, sondern sich selbst gekümmert hätten.