Standing Ovations für Gregorian Voices

The Gregorian Voices bei ihrem Konzert in der Mellendorfer Kirche St. Maria Immaculata. Foto: B. Stache

Konzertbesucher erleben mystisches Mittelalter und moderne Klänge

Mellendorf (st). Ein außergewöhnliches Konzert erlebten die zirka 140 Besucher am Montagabend in der katholischen Kirche St. Maria Immaculata in Mellendorf. The Gregorian Voices, ein Vokal-Oktett aus Bulgarien, begeisterten mit klassisch-gregorianisch-orthodoxem Gesang ebenso wie mit modernem Liedgut. Die acht Sänger, unter ihnen Dirigent Rumen Katsarov, entführten das Publikum im ersten Teil des Konzertes ins mystische Mittelalter. Den Anfang machte das Lied „Ave Maria“, ein klassisches Stück gregorianisch orthodoxen Gesangs. Die klare Solostimme beim folgenden Choral „Ave maris stella“ wurde harmonisch vom Chor eingefangen. Stimmgewaltig dann das „Vater unser“ mit dem „Kyrie eleison“. Beeindruckend auch der monotone, langgezogene Ison-Ton, ein dreiminütiger Halteton, der den Sängern alles abverlangt. In einem bulgarischen, orthodoxen Lied erreichte der starke Bass jeden Winkel im Kirchenschiff. Äußerst gefühlvoll präsentierten die Sänger das Requiem „Pie Jesu“ von Andrew Lloyd Webber. Für das vor der Pause erfrischend lebendig dargebotene „Ameno“ von Era spendete das Publikum besonders viel Applaus. „Das ist ein schönes Konzert, sehr melodisch und entspannend zugleich“, lobte Dirk Lambrecht aus Wennebostel zur Pause. Ehefrau Iris fand die verschiedenen Tonlagen spannend. „Es wirkte alles sehr mystisch im ersten Teil“, erklärte sie. Mit der Fröhlichkeit ausstrahlenden „Cantate Domino“ des Komponisten und Dresdener Hofkapellmeisters Heinrich Schütz (1585-1672) begann der moderne, zweite Teil des Konzerts. Es folgte das englisch gesungene „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Ein Ohrenschmaus der Bob Dylan Song „Knockin' on Heaven's Door“, den die Zuhörer mit begeistertem Applaus quittierten. Auch die beiden Stücke „Sound of Silence“ von Simon and Garfunkel sowie „I am sailing“ von Rod Stewart kamen sehr gut an. Als Zugabe gab es „Amazing Grace“ und noch einmal den Klassiker der Popmusik „Ameno“. Hierfür spendete das Publikum Standing Ovations. Mit dem Abba-Song „Thank You for the Music“ verabschiedete sich der bulgarische Chor The Gregorian Voices. „Das war ein sehr schönes Konzert mit seinen Sphärenklängen“, begeisterte sich Heidemarie Heinzelmann aus Bissendorf-Wietze. Sie hatte bei der ECHO-Verlosung zwei Freikarten für das Konzert gewonnen. „Ich habe meine Tochter mitgenommen“, so Heinzelmann. „Das war klasse. Ich mag solche Musik. Jede einzelne Stimme war hervorragend und passte sich immer wieder in den Chorgesang ein“, lobte ihre Tochter Corinna Buhs aus Elze.