Standort für Kunstwerk ist umstritten

Bissendorfs stellvertretende Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann (l.) und die CDU-Ortsverbandsvorsitzende Susanne Kopp halten das Pflanzrondell auf dem Amtshof für den perfekten Standort für das Kunstwerk der Kinderrechte. Foto: A. Wiese

Ortsrat Bissendorf will Skulptur auf dem Amtshof aufstellen – Verwaltung sagt „Nein“

Bissendorf (awi). Bissendorfs stellvertretende Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann ist verärgert: Zweimal hat sich der Ortsrat zum Thema Kunstwerk zur Straße der Kinderrechte mit dem Künstler Kai Meise und der Jugendkunstschule getroffen und sich dann einstimmig für das Pflanzbeet unter der Sommerlinde auf dem Amtshof als Standort für die Hand-Skulptur entschieden. Doch dann erreichte die Ortsratsmitglieder über Ortsbürgermeisterin Christa Bogenschütz die Absage der Verwaltung: Telefonisch habe ihr Jugendpfleger Torbjörn Johansen mitgeteilt, dass das Kinderkunstwerk nicht auf dem Amtshof aufgestellt werden könne: „Die Verwaltung möchte das Bild des Amtshofes so beibehalten.“
Da die Fläche vor der Grundschule Bissendorf ohnehin umgestaltet werde – die Arbeiten zur Entsiegelung haben schon begonnen – werde dort bestimmt eine geeignete Lösung gefunden, so Bogenschütz, die einen Ortstermin Anfang September vorschlägt. Ihre Stellvertreterin Susanne Brakelmann ist allerdings nicht bereit, die Thematik einfach so abzuhaken: „Herr Tschirch von der Kunstschule hat keinen Zweifel da-ran gelassen, wie wichtig es ist, dass diese von einer Grundschulklasse mit dem Künstler gemeinsam erarbeitete Skulptur einer auf ein Herz aufgestützten offenen Hand, in der ein Brot, ein Ball, eine Blume und ein Buch als Synonyme für Ernährung, Spaß, schöne Umwelt und Bildung liegen in der Welt der Erwachsenen gezeigt werden. Auf keinen Fall soll das Kunstwerk in einem Schulhof verstauben, in einer Vitrine lagern oder in einem Klassenzimmer rumstehen.“ Die Linde vor dem Bürgerhaus sei daher genau der richtige Platz für das Kunstwerk, das auf einen Sockel im Pflanzbeet aufgebracht eine Höhe von rund 1,30 Meter und eine Tiefe von 60 Zentimetern hat. Auch die CDU-Ortsverbandsvorsitzende Susanne Kopp stimmt zu: „Das Rondell auf dem Amtshof ist perfekt, weil hier viele Erwachsene zum Café gehen, Veranstaltungen stattfinden, der Kinderschutzbund nebenan im Amtshaus sein Domizil hat und geheiratet wird. Das alles hat Bezug zu den Rechten der Kinder.“ „Mich ärgert, wie die Verwaltung mit uns umgeht“, sagt Susanne Brakelmann: „Warum beschäftigt sich der Ortsrat intensiv mit der Standortfrage, setzt sich mit dem Künstler und der Kunstschule auseinander, gibt es ein einstimmiges Votum, wenn die Verwaltung – und das noch nicht einmal namentlich – das mit dem Satz, der Amtshof bleibt unverändert“ abtut? Der Platz an der Schule entspreche der Intention des Kunstwerks jedenfalls nicht. Wie es jetzt weitergeht, ob der Ortsrat über einen Initiativantrag im Rat versuchen wird, seinen Wunschstandort doch noch umzusetzen, das will Brakelmann in den nächsten Tagen mit der gerade aus dem Urlaub zurückgekehrten Ortsbürgermeisterin Christa Bogenschütz und ihren Ortsratskollegen besprechen. Sie bemängelt jedoch deutlich allgemein die Informationspolitik der Verwaltung in Richtung Ortsrat: „Über die Neugestaltung des Platzes vor der Schule sind wir genauso wenig informiert worden wie über die Einzelheiten zum Bau des Schmutzwasserspeichers am Südeschfeld. Zu keinem Zeitpunkt ist von der Verwaltung erwähnt worden, dass das gesamte Grün entfernt wird und die Anlieger auf einen grauen Betonklotz schauen werden.“ Die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf zeigte sich gestern verwundert über Brakelmanns Gang an die Presse. „Eine Nachfrage in der Verwaltung hätte schnell geklärt, warum in der Verwaltung unisono alle, die die von Bernd Tschirch angefertigte Fotomontage von der Skulptur unter der Linde gesehen haben, nein dazu gesagt haben.“ Gerade weil der Amtshof so zentral sei, sei er nämlich auch besonders sensibel. Auf keinen Fall könne man die Skulptur aus porösem Ytong in die Pflanzinsel unter die Linde quetschen, die zudem erheblichen Dreck mache, so dass das Kunstwerk in kürzester Zeit stark beschmutzt sei. Bei einer einen solchen Platz gestaltenden Frage gebe es sehr viele Aspekte abzuwägen, so Beckedorf. Der Platz vor der Grundschule hingegen sei sehr gut geeignet und werde besonders schön gestaltet.