Stefan Kurmeier bewegt verabschiedet

Superintendent Martin Bergau entpflichtete Pastor Stefan Kurmeier. Foto: L. Irrgang
 

Superintendent Martin Bergau entpflichtete den beliebten Brelinger Pastor

Brelingen (ig). Sechs Jahre wirkte Pastor Stefan Kurmeier in der St. Martini Kirchengemeinde von Brelingen. Eine Zeit, in welcher der engagierte Pastor viele Spuren in Brelingen hinterlassen hat. Am vergangenen Sonntag wurde Kurmeier offiziell verabschiedet, seit August ist er als Schulpastor in einer Berufsbildenden Schule tätig. In dem Gottesdienst, in welchem sich zahlreiche Institutionen und Vereine von Stefan Kurmeier verabschiedeten, wurde schnell deutlich, wie beliebt der Pastor in seiner Gemeinde ist und wie ungern ihn die Gemeindemitglieder gehen lassen. Dies zeigte allein schon die Anzahl von Gottesdienstbesuchern, denn die Brelinger Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. „Es ist ein besonderer Gottesdienst“, so Kirchenvorstandsmitglied Marion Bernstorf, „denn heute verabschieden wir nach fast sechs Jahren unseren Pastor Stefan Kurmeier.“ Die Nachricht habe viele erschreckt, ein Gemeindemitglied habe gesagt, „das ist als ob jemand stirbt“, so Bernstorf. Keiner habe die Nachricht vom Abschied glauben wollen, „so viele positive Einflüsse sind von ihm ausgegangen.“
Kurmeier selbst führte durch den ersten Teil des Gottesdienstes, erzählte auch von seinen ersten Tagen in seinem neuen Tätigkeitsfeld und auch hier wurde deutlich, wie gern er mit Jugendlichen arbeitet, auch wenn dies eine schwere Aufgabe sein kann, wie in Form eines Schulpastors an einer Berufsbildenden Schule. „Denn hier wurde die Meinung der Jungendlichen schnell deutlich; Religion im Alltag? Nicht mit uns.“
Superintendent Martin Bergau gab zu, „dass der Gemeinde wenig Zeit verblieb, die Meldung zu verkraften.“ Doch dies sei für alle Beteiligten der Fall gewesen, „für die Gemeinde, die ihren Pastor nicht hergeben will und auch für die Familie Kurmeier.“ Es sei eine Nachricht für viele Brelinger, „die noch nicht verarbeitet werden konnte“, so der Superintendent, für viele sei die Zeit des Wirkens von Stefan Kurmeier schlicht weg zu kurz gewesen. Kurmeier habe in dieser Zeit viele Türen geöffnet, die Kirchengemeinde sei noch mehr Teil der Dorfgemeinschaft geworden, betonte Bergau. „Denn dies war Stefan Kurmeier stets ein sehr großes Anliegen.“ Durch seine Person und seine Art, auf Menschen zuzugehen, habe sich sehr viel in der Gemeinde entwickelt, „und dies in einer Zeit, in der andere Gemeinden auseinander fallen.“ Dafür dankte Bergau dem scheidenden Kurmeier sehr, „denn so wurde ein Hort der Begegnungen geschaffen und dies für Alt und Jung.“ Die neue Aufgabe sei sehr passend für Kurmeier, „denn er mag die Jugendlichen und die Jugendlichen mögen ihn.“ An die Gemeinde gerichtet blickte der Superintendent positiv nach vorne, „denn Brelingen ist eine starke Gemeinde, das nehmen wir im ganzen Kirchenkreis wahr.“ Und bei allem Schmerz über den Abschied stehe heute auch der Dank im Vordergrund. Für St. Martini werde es weitergehen, so der Superintendent, mit Pastor Paul-Martin Gundert übernehme jemand die Gemeinde in der Zeit der Vakanz, „der seiner Arbeit stets mit großer Freude nachgeht.“ Der gesamte Gottesdienst wurde musikalisch vom Kirchenchor, dem Posaunenchor und der Kirchenband Rolling Thunder begleitet. Zum Abschluss trat der Männergesangverein Brelingen auf. Dessen Vorsitzender Georg Runge sprach für die Brelinger Dorfgemeinschaft von einer „Nachricht, die wirklich erschreckt hat.“. Runge nannte viele Ereignisse, an denen Kurmeier in seiner Funktion als Pastor teilgenommen hatte. Ortsbürgermeisterin Christiana Böttcher drückte das Empfinden vieler Brelinger aus, „denn spätestens beim Chorgesang nach der Entpflichtung wurde in der Kirche die ein oder andere Träne vergossen.“ Kurmeier habe sich während seiner Zeit in der Gemeinde „größte Anerkennung erarbeitet.“ Dies sei ihm stets durch die Art und Weise gelungen, wie er auf Menschen zugeht. „Denn es sind die Menschen, die ihm am Herzen liegen.“ Dies habe in beliebt bei vielen gemacht, „quer durch alle Generationen.“ Kurmeier hinterlasse ein „wohl bestelltes Haus, aber wir bedauern den Abschied sehr.“ Pastor Michael Brodermanns überbrachte die Grüße der anderen evangelischen Gemeinden, „Pastor Kurmeier hat eine besondere Art, auf Menschen zu zu gehen.“ Dadurch seien in den sechs Jahren viele Freundschaften entstanden. Von der katholischen Kirche überbrachten Thomas Schenk und Pastor Stefan Hesse Grüße. Erst vor kurzem habe man sich die Bälle bei einem ökumenischen Gottesdienst in Negenborn sehr gut zugespielt, so Hesse, „und es ist sehr schade, dass Pastor Kurmeier nun schon geht.“ Gemeindebürgermeister Tjark Bartels nannte den Abschiedsgottesdienst „eine Situation, die man selten erlebt, es ist eine ganz bewegende Stimmung.“ Dies jedoch zeige auch, „welch bedeutenden Platz Pastor Kurmeier in der Brelinger Gemeinschaft eingenommen hat.“