„Streitbare Kämpferin für die Integration“

Als Abschiedsgeschenk bekam Gerlinde Quick ein Kissen: Auf einer Seite ein Dominostein, auf der anderen Synonyme für die sechs Gruppen.

Dominos Kindergartenleiterin Gerlinde Quick in den Ruhestand verabschiedet

Mellendorf (awi). Die richtige Mischung aus Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt und Wehmut über das, was sie zurücklässt, nämlich „ihren“ Kindergarten Domino, den sie 27 Jahre lang als Leiterin führte, herrschte gestern bei Gerlinde Quick vor: Mit 63 Jahren wurde sie von ihrer bisherigen Stellvertreterin und künftigen Nachfolgerin Irena Reiser, Elternvertreter Peter Lattrich, GBA-Geschäftsführerin Saskia Adlon und deren Vorgänger Manfred Preis, Heiner Peterburs und Susanne Kopp von der Lebenshilfe sowie Bürgermeister Helge Zychlinski und Fachbereichsleiter Jörg Clausing sowie Sachbearbeiterin Esther Bänsch in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Besonders gut machten jedoch die Kinder ihren Part: Sie rieten ihrer scheidenden Leiterin aus voller Kehle „Probiers mal mit Gemütlichkeit.“ Und so will es Gerlinde Quick jetzt auch angehen. Sie
bedankte sich ihrerseits für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und das große Vertrauen auf allen Seiten. Mehr als 20 Jahre sei der Kindergarten ausschließlich ein heilpädagogischer gewesen, seit 18 Jahren gebe es die erste, seit sechs Jahren die zweite integrative Gruppe im Haus. Mit Eröffnung der integrativen Gruppen 1997 und 2009 habe der Kindergarten Domino mit der Gemeinde Wedemark als neuem Partner und nicht mehr nur mit der Gesellschaft für Behindertenarbeit und der Lebenshilfe zusammengearbeitet. „Die erste integrative Gruppe unter Bürgermeister Wilfried Willers, die zweite unter Bürgermeis-ter Tjark Bartels, da ist man ja auf einem guten Weg“, signalisierte Quick Helge Zychlinski, was sie in seiner Amtszeit von ihm erwartet. Dieser bescheinigte ihr, tiefe Spuren zu hinterlassen. Er habe die Kindergartenleiterin über viele Jahre kennen und mehr als schätzen gelernt. Als Kämpferin für die integrativen Gruppen habe sie nachhaltig in der Wedemark gewirkt. Sie habe mit ihrer Arbeit dafür gesorgt, dass er keine Angst vor der Inklusion habe, so Zychlinski, denn Gerlinde Quick habe gezeigt, dass es funktioniere. Im Kindergarten Domino könne man sich überzeugen, wie bildend und persönlichkeitsausprägend der Besuch einer integrativen Gruppe für Kinder sein könne. Für die Lebenshilfe lobte Heiner Peterburs, dass Quick die integrative Arbeit in der Wedemark trotz aller Widerstände vorangebracht und ihrer Zeit immer ein bisschen voraus gewesen sei. Ihr sei es gelungen, andere auf diesem Weg mitzunehmen. Sie habe ein Team gebildet, das in der Lage sei, das von ihr geprägte Konzept umzusetzen und zu leben. Saskia Adlon bescheinigte der scheidenden Leiterin, eine sehr aufmerksame, wache Streiterin für ihre Sache aber mit viel Humor und immer präsent. Irena Reiser trete als Nachfolgerin in große Fußstapfen. Die bedankte sich jedoch für die hervorragende Einarbeitung: „Es gehört Größe dazu, andere neben sich stark werden zu lassen.“ Gerlinde Quick freut sich jetzt darauf, morgens wieder regelmäßig schwimmen gehen zu können, auf Theaterbesuche und Zeit für die drei Enkel.