Studenten erarbeiten Naturerlebniskonzept

Farina Trumpfheller (v. l.), René Hertwig, Charlet Worm, Frauke Lehrke, Friederike Schellenberg, Eike Kluge, Felix Schroeder, Karl-Heinz Müller, Heike Prendel sowie Thomas Deppe beim Fototermin vor dem MOORiZ. Foto: B. Stache

Es fehlt an Radwegen und Hinweisen in der Hannoverschen Moorgeest

Resse (st). Acht Studentinnen und Studenten der Leibniz Universität Hannover haben die Moore zwischen dem Neustädter Land sowie der Wedemark zu Fuß und mit dem Fahrrad angesteuert und so manch verschlungenen Pfad in ihre Karten eingetragen. Die jungen Leute arbeiten derzeit im Rahmen ihres Bachelor-Studiums im Fach Landschaftsarchitektur und Umweltplanung an dem Projekt "Entwicklung eines Naturerlebniskonzeptes für die Hannoversche Moorgeest". Gemeinsam mit den beiden wissenschaftlichen Mitarbeitern Frauke Lehrke und René Hertwig vom Institut für Umweltplanung der hannoverschen Universität waren die Studenten am Montagabend zu einer Zwischenpräsentation ihrer Arbeit ins Moorinformationszentrum Wedemark-Resse (MOORiZ) gekommen. Vom Verein Bürger für Resse e.V., der das Informationszentrum ehrenamtlich betreut, waren der Vorsitzende Jochen Pardey, Karl-Heinz Müller und Heike Prendel anwesend. Reinhild Muschter vertrat den Fachbereich Umwelt der Region Hannover und die Gemeinde Wedemark war durch die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf vertreten. Bei der Präsentation ihres bis Ende September terminierten Projektes wiesen die Studenten auf ein wesentliches Problem hin, das einem Naturerlebniskonzept für die Hannoversche Moorgeest regelrecht im Wege steht: fehlende Wander- und Radwege zu den Mooren. Ihr Vorschlag lautet daher, ein Wegekonzept zu entwickeln und Informationen über die jeweiligen Moore zukünftigen Besuchern zugänglich zu machen. „Wir sind in der Hannoverschen Moorgeest die Strecken vor allem mit dem Fahrrad abgefahren, haben uns die ganzen Moore angesehen, die Wege und Trampelpfade und haben Orte an den Mooren gesucht, die für Besucher attraktiv sind“, beschrieb Student Felix Schroeder die Vorgehensweise der Projektgruppe. „So sind wir von Neustadt über Resse nach Bissendorf und Mellendorf gefahren, weil sich dort die Haltestellen der S-Bahn zur Weiterfahrt nach Hannover oder nach Norden befinden“, fügte er an. Für ihre Bestandsaufnahme und Bewertung interessanter Orte haben die Studenten auch den Landschaftsrahmenplan hinzugezogen. Die Wegenutzung wurde in vier Kategorien aufgeteilt: Innerörtlich, Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften, Land- und Forstwirtschaftliche Wege sowie Trampelpfade. Studentin Friederike Schellenberg beschrieb die Schwierigkeiten, auf den oft sehr sandigen oder matschigen Wegen und Trampelpfaden mit dem Fahrrad voranzukommen, und ging auch auf die fehlende Ausschilderung und unzureichende Radwegeanbindung ein. Bei der anschließenden Diskussion ging es um die Themen: Verkehrsanbindung nach Kaltenweide, überregionale Fahrradrouten, Befestigung und Kennzeichnung von Wegen, beispielsweise mit dem MOORiZ Logo. Daran beteiligten sich auch Revierförster Thomas Deppe und Dr. Eberhard Gärtner von der Faunistischen Arbeitsgemeinschaft Moore. Karl-Heinz Müller brachte Überlegungen zu Rastplatzangeboten, das Aufstellen von Schutzhütten, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sowie das Thema Gastronomie und Hofläden zur Versorgung der Moorgeest-Besucher in die lebhafte Diskussion ein. Die Frage, wie zukünftige Besucherströme zu lenken sind, ohne schutzwürdige Bereiche der Moorlandschaften zu gefährden, wurde am Abend im MOORiZ ebenfalls thematisiert: „Wir müssen die Naturschutzgebiete respektieren“, machte Reinhild Muschter deutlich.