Südkoreanisches Fernsehen dreht

Claudia Nicolai von der Volkshochschule im Interview vor der südkoreanischen Fernsehkamera am Dienstag in der Henstorf-Kita. Foto: A. Wiese

Talentnetzwerk hat internationale Aufmerksamkeit erregt

Bissendorf (awi). Ein Fernsehteam im Kindergarten, das ist schon etwas Besonderes. Wenn es dann aber noch ein südkoreanisches Fernsehteam ist, ist das wirklich aufregend. Im Mittelpunkt des Interesses der asiatischen Medien standen aber nicht die Kinder in der Henstorf-KiTa, sondern die Organisatorinnen des Projekts Talentnetzwerk (das ECHO berichtete mehrfach). Dabei werden mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen Erzieherinnen in ausgewählten Wedemärker Betreuungseinrichtungen geschult, Begabungen bei Kinder früh zu erkennen und einzuordnen. Über einen Professor aus Stadthagen, der das Projekt betreut, hatte der südkoreanische Redakteur Tae Kun Kim von dem Wedemärker Projekt erfahren und war jetzt mit einem Team in die Henstorf-KiTa gekommen, um einen insgesamt halbstündigen Beitrag aufzunehmen. Im Mittelpunkt standen Interviews mit Alexandra Igel vom Talentnetzwerk, Claudia Nicolai von der vhs und KiTa-Leiterin Katharina Ebrecht. Auch mit Bürgermeister Tjark Bartels, der sich zum Zeitpunkt der Fernsehaufnahmen in Urlaub befand, hatte das südkoreanische Fernsehen bereits ein ausführliches Interview zu der Thematik aufgenommen, berichtete Tae Kun Kim, der sehr gut Deutsch spricht, da er bereits seit einiger Zeit in Münster lebt. Mehrere Wochen war er mit seinem Fernsehteam in Deutschland unterwegs, um diverse Beiträge über frühkindliche Förderung und Begabtenförderung allgemein zu drehen. „In Südkorea selbst ist man auf diesem Gebiet noch ganz am Anfang“, berichtete Kim. Zwar habe das Land bei der Pisa-Studie sehr gut abgeschnitten, doch das liege vor allem daran, „dass südkoreanische Eltern sehr viel Druck auf ihre Kinder beim Lernen ausüben. Sie müssen bis 22 Uhr abends über ihren Büchern sitzen.“ Kim versprach Katharina Ebrecht, ihr einen fertigen Beitrag zur Verfügung zu stellen. Die Interviews sollen in Südkorea in Originalsprache mit südkoreanischen Untertiteln ausgestrahlt werden.