„Südlink – die Natur braucht viele Anwälte“

Stellungnahme der Grünen zur geplanten Stromtrasse

Wedemark. Die Grünen des Ortsverbandes Wedemark nehmen die Diskussion um die das Gemeindegebiet zerschneidende Suedlinktrasse ALT 091 als Anlass, den hinter der Planung stehenden Netzentwicklungsplan kritisch zu hinterfragen. Eine starke Verbindung zwischen den windertragsreichsten Regionen in Norddeutschland und den verbrauchsstärksten Regionen im Süden erscheint ihnen beim gegenwärtigen Stand der technischen Entwicklung weiterhin als ein notwendiges Element der Energiewende. Umso mehr muss alles getan werden, um die Akzeptanz dafür herzustellen. Dazu gehört auch die Entwicklung eines Kohle-Ausstiegsplanes mit konkreten Zielen und Maßnahmen auf Bundesebene. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Netzausbau einer zugleich atomstromfreien und stark CO2-reduzierten Energiewende dient. Damit kann anderslautenden Unterstellungen die Grundlage entzogen werden. Zeitgleich ist die Entwicklung effizienter Netz- und Leitungstechnik und der Ausbau von Speicherkapazitäten voranzutreiben. „Dass das Gesetz gegenwärtig eine Erdverkabelung weitgehend ausschließt, ist ein Unding und muss geändert werden,“ betont Angela Klingrad als Sprecherin des Ortsverbandes. „Natürlich richten wir Wedemärkerinnen und Wedemärker unseren Fokus zunächst auf die Trasse quer durch die Gemeinde. Wir sehen: Auf relativ kurzer Strecke werden hier eine Vielzahl wertvoller Landschaftsbilder und Naturräume zerstört.“ Die Zerstörung betrifft besonders den weithin sichtbaren und die Wedemark prägenden Brelinger Berg. Sie setzt sich fort mit dem Zugvogelrastgebiet Große Heide und dem historischen Waldgebiet Hartbruch bei Resse. Schließlich droht eine schwere Beeinträchtigung der Moore der Hannoverschen Moorgeest. „Allein diese kurze und noch unvollständige Aufzählung nur der ‚Wedemärker Schätze’ lässt doch schon erahnen, wie viele wertvolle Landschaftsteile auch außerhalb der Gemeinde auf der gesamten Trasse von Wilster bis Grafenrheinfeld gefährdet sind.“ Die Erdverkabelung muss daher grundsätzlich überall möglich sein. Zudem muss das grundlegende Gebot einer vernünftigen Planung beachtet werden: Die Beeinträchtigungen der Natur durch Elemente technischer Infrastruktur müssen durch Bündelung minimiert werden. Dass eine mögliche Führung entlang der Autobahn A7 der Firma Tennet als weniger geeignet erscheint als die brutal durch die Landschaft geschlagene Trasse, ist vor dem Hintergrund der heutigen Wertschätzung der Natur völlig unverständlich! Hier hoffen die Grünen, dass sich möglichst viele Bürger zu Wort melden und sich damit zu Anwälten der Natur machen.