Suedlink: Wedemark wehrt sich

Verwaltung und Fraktionen ziehen an einem Strang

Wedemark (awi). In einem gemeinsamen Pressegespräch haben Bürgermeister Helge Zychlinski und die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Grünen und CDU, Rebecca Schamber, Ingemar Becker und Rudi Ringe, am Donnerstag ausdrücklich betont, dass sie alles unternehmen werden, um eine Zerschneidung der Wedemark, wie sie eine Variante der Trassenführung der Firma Tennet für die Windstromtrasse Suedlink vorsieht, zu verhindern.
Die Diskussion habe in den letzten Wochen eine Wendung genommen, die alle überrascht habe, so Zychlinski. Die Firma Tennet habe eine Alternativroute ins Spiel gebracht, „die für die Wedemark katastrophale Folgen hätte. So würde die Trasse Nummer 91 von Norden kommend von Duden-Rodenbostel und Ibsingen aus quer über den Brelinger Berg bis zur Lönswinkelsiedlung in Resse führen, dann zwischen den Mooren an Resse entlanggehen und schließlich nach Garbsen hin abknicken.
„Bis heute ist die Gemeinde Wedemark nicht informiert worden, dass es diese Trasse überhaupt gibt. Wir wissen es, weil uns jemand informiert hat, der die Alternative auf der Internetseite von Tennet entdeckt hat“, betont Bürgermeister Helge Zychlinski. Doch auch von den anderen beiden Alternativen westlich der A7 über Elze, Hohenheide, Meitze und Gailhof beziehungsweise östlich der Autobahn durch den Forst Rundshorn wisse die Gemeinde offiziell nichts. Die die Wedemark am stärksten tangierende Variante Nr. 91 werde von Tennet jedoch am höchsten bewertet, gehe aus dem Text auf der Internetseite hervor. Und gerade die durchschneide die Wedemark komplett. „Wir werden diese Variante mit allen Mitteln bekämpfen. Noch vor wenigen Monaten haben wir für den Erhalt des Brelinger Berges aus einer ganz anderen Perspektive gekämpft und jetzt dies. Das ist noch deutlich schlimmer“, so Bürgermeister Helge Zychlinski.
Alle Fraktionsvertreter waren sich einig, dass die mögliche Trassenlösung eine Schneise ins Landschaftsschutzgebiet schneiden würde und zudem zwei Flora-Fauna-Habitat-Gebiete berühre, die von der EU hoch eingeschätzt und entsprechend gefördert würden. Die Gemeinde hat sich an Tennet selber, die Bundesnetzagentur, Bundes- und Landtagspolitiker sowie diverse Ministerien gewandt. In der nächsten Woeche treffen sich die Verwaltungsleitungen der betroffenen Kommunen in der Region Hannover, die selbst bereits bei der Initiative der Landkreise mit im Boot ist, die bereits unter Führung des Hamelern Landrats und Wedemärker Ex-Bürgermeis-ters Tjark Bartels in dieser Sache in Berlin vorstellig geworden sind. Die Kommunen wollen eine gemeinsame Strategie besprechen und „wir werden wohl die Stadt Garbsen, die am meisten betroffen ist, als Sprecher benennen“, so Zychlinski. Jetzt müsse man erst mal diesen katastrophalen Vorschlag bekämpfen, der nach Wedemärker Einschätzung gar nicht realisierbar sei. Es gebe Verlautbarungen von Tennet, bei dieser Route sei bisher kein Widerstand zu erkennen gewesen. „Ja, weil wir nichts wussten“, so der Bürgermeister. Das werde sich jetzt ändern. Diese Vorgänge seien für die Energiewende in höchstem Maße rufschädigend, waren sich alle am Tisch einig. Ingemar Becker von den Grünen wies daraufhin, dass die Trasse fast deckungsgleich mit der historischen Autobahntrasse sei, die nie verwirklicht wurde. „Das hier ist nicht der Treppenwitz, sondern der Trassenwitz der Geschichte, so Becker.