Susanne Schönemeier soll es werden

Wenn der Rat am 23. Mai zustimmt, ist dies ab 1. August das neue Dreigestirn an der Rathausspitze: Bürgermeister Helge Zychlinski (von links), die designierte Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier und Gemeindekämmerer Joachim Rose vor dem Rathaus. Foto: A. Wiese

Bürgermeister Helge Zychlinski stellt die designierte Erste Gemeinderätin vor

Mellendorf (awi). Sie ist 50 Jahre alt, Volljuristin, geschieden, Mutter einer 19-jährigen Tochter und parteilos: Susanne Schönemeier ist der Personalvorschlag des Bürgermeisters als Erste Gemeinderätin für den Rat in seiner Sitzung am 23. Mai. Bereits am 1. August soll die Hannoveranerin auf den Stuhl von Konstanze Beckedorf nachrücken, die mit Wirkung zum 1. März als Sozialdezernentin bei der Stadt Hannover angefangen hat. Doch Beckedorf ist Geschichte, die Zukunft heißt Schönemeier.
Alle Bedingungen erfüllt
Gestern vormittag stellte der Bürgermeister seinen Personalvorschlag zunächst der Fachbereichsleiterrunde, dann den Fraktionsvorsitzenden und schließlich der Presse vor und machte dabei einen durchaus zufriedenen Eindruck. „Sozusagen alle Bedingungen erfüllt“, fasste Zychlinski zusammen, der Schönemeier aus insgesamt 29 Bewerbern, darunter 13 Frauen, auswählte. Gespräche habe er mit drei Bewerberinnen geführt, so der Bürgermeister, der von Anfang nie ein Geheimnis daraus gemacht hatte, dass er unbedingt eine Frau auf dem Posten der Ersten Gemeinderätin sehen wollte. Der Rat wird sie, wenn er zustimmt, für die nächsten acht Jahre wählen. Die Hannoveranerin, die jetzt in Bemerode wohnt, hat bereits die Bereitschaft signalisiert, ihren Wohnsitz in die Wedemark zu verlegen, wenn sie denn ein Haus hier finden sollte.
Schönemeiner berichtete, sie habe das Stellenangebot in der HAZ entdeckt und sich sofort angesprochen gefühlt. Als Volljuristin ist ist seit über 14 Jahren verbandspolitisch in Führungspositionen tätig, hatte sechs Jahre eine eigene Rechtsantwaltskanzlei und verfügt zudem als Diplom-Verwaltungswirtin über Kenntnisse in der Verwaltung. In der Vergangenheit habe sie sich immer schnell und problemlos in neue Fragestellungen einarbeiten können, betont Schönemeier. Während ihrer langjährigen Geschäftsführertätigkeit im gesundheits-, sozial- und wohnungspolitischen Bereich habe sie Gelegenheit gehabt, ihre Führungsqualitäten sowie ihre persönliche Entwicklung in Bezug auf fachliche und soziale Kompetenz erfolgreich ausbauen zu können, schreibt sie in ihrer Bewerbung. Eine hohe Akzeptanz bei ihren Mitarbeitern, aber auch die erfolgreiche Beratung und Begleitung von ehrenamtlichen Vorständen seien die Konsequenz gewesen. Aufgrund der bei der Verbandsarbeit immer vorhandenen engen Zusammenarbeit mit der Landes- und Kommunalverwaltung, insbesondere auch den kommunalen Spitzenverbänden, sei ihr deren Aufbau und Arbeitsmethode gut bekannt, heißt es weiter. Bei ihrer fünfjährigen Verwaltungstätigkeit habe sie dazu einen tiefen Einblick insbesondere in die Bereich Innere Organisation und Zentrale Dienste erhalten. Die Nähe zur Bildung – in ihren Fachbereich fallen schließlich auch die Schulen – habe sie durch ihre Tätigkeit als Dozentin über fünf Jahre vertiefen können. Besonderes Interesse habe sie immer an Gremienarbeit gehabt, führt Schönemeier darüber hinaus in ihrer Bewerbung an. Sie sei dabei als Vorstandsmitglied, Moderatorin oder auch Verhandlerin im Einsatz gewesen. Als besondere Fähigkeiten nennt sie Kooperation und Netzwerkbildung. Aber auch die Vertretung und Durchsetzung von Mitgliederinteressen insbesondere auf politischer Ebene sowie die Weiterentwicklung der Verbandsstrategien beziehungsweise die Veränderung von Verbandsstrukturen gehörten in dieser Zeit immer zu ihren Kernaufgaben. Dabei seien die Umsetzung neuer Ideen und der Blick über den Tellerrand hinaus unerlässlich gewesen.
Nähe zum Sozialen
Thematisch hat sich die angehende Erste Gemeinderätin in den letzten Jahren unter anderem mit den Bereichen Gesundheitspolitik, Altenpflege- und Behinderteneinrichtungen, Eingliederungshilfe, Sozialhilfe, Wohngeld, Mietrecht, Wohnungsbaupolitik sowie Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt. Vor einem jahr sei das noch das spezielle Thema Multiple Sklerose und soziale Nachsorge im Rahmen der Gemeinnützigkeit dazu gekommen. Auf diesem Wege belegt Schönemeier die von der Gemeinde Wedemark gewünschte Nähe zum Sozialen, die sie gerne auch in ihrer Zuständigkeit für die Flüchtlinge einbringen würde. Ihre Erfahrungen im Qualitätsmanagement von Einrichtungen im Gesundheitswesen könnten dabei durchaus hilfreich sein, spekuliert Schönemeier. Im Rahmen ihrer Selbständigkeit als Anwältin habe sie umfassende Erfahrungen in der Steuerung von komplexen Entscheidungsprozessen erworben, was für eine kundenorientierte, aber zielgerichtete Mandantenbetreuung notwendig gewesen sei. Initiative, Entscheidungsfreude, Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen seien die dazu notwendige Voraussetzung, stellt Schönemeier selbstbewusst fest und verweist zugleich auf ihr Interesse am Familien- und Sozialrecht. Nicht zuletzt sichere sich die Gemeinde Wedemark mit ihrer Person eine aufgeschlossene, teamorientierte Führungskraft, die trotz derzeitiger verantwortlicher
Position in dem Tätigkeitsbereich, den sie bei der Gemeinde Wedemark ausfüllen soll, eine optimale Möglichkeit sieht, ihre Kompetenzen aus der bisherigen Berufstätigkeit mit den neuen fachlichen und persönlichen Herausforderung zu verbinden. Ihre derzeitige Tätigkeit als Geschäftsführerin der Deutschen Multiple Sklerosegesellschaft auf Bundesebene seit Juli letzten Jahres habe sie erkennen lassen, dass die direkte Arbeit vor Ort mit ihren persönlichen Stärken sehr viel mehr in Einklang stehen würde. Susanne Schönemeier wird sich am 11. Mai den Fraktionen und am 17. Mai dem Personalausschuss vorstellen, bevor sie sich am 23. Mai im Rat zur Wahl stellt.