„Synergieeffekte schaffen"

Setzten am Dienstag ihre Unterschrift unter die Vereinbarung zum gemeinsamen Rechnungsprüfungsamt: Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski (links) und Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya. Foto: A. Wiese

Gemeinsame Rechnungsprüferin für Wedemark und Isernhagen

Wedemark (awi). Pattensen und Wennigsen haben es vorgemacht: die interkommunale Zusammenarbeit bei der Rechnungsprüfung. Gemeinden können sparen, wenn sie sich eine Rechnungsprüferin teilen. Und genau das haben die Gemeinden Wedemark und Isernhagen ab 1. Januar 2018 vor. Die Bürgermeister Helge Zychlinski und Arpad Bogya haben am Dienstag ihre Unterschrift unter eine entsprechende Vereinbarung gesetzt. Vorausgegangen war selbstverständlich das Einverständnis der Räte der beiden Kommunen. "Es war ein sehr dynamischer Prozess von der ersten Idee Ende Februar über das erste Treffen im März bis zur Vertragsunterzeichnung jetzt im Juni", verrieten Zychlinski und Bogya. Die Zeit drängte jetzt, auch wenn die Vereinbarung erst ab 2018 greift, weil die Gemeinde Wedemark ihre Vereinbarung mit der Region Hannover zum 30. Juni kündigen muss, wenn sie am 31. Dezember 2017 auslaufen soll. Bei der Vertragsunterzeichnung am Dienstag im Trauzimmer des Bürgerhauses zugegen war auch Cornelia Erxlebe. Sie ist diejenige, die von Januar an zwei Tage – bei Bedarf auch drei Tage – in der Woche im Rathaus der Gemeinde Wedemark sitzt und sich um die noch ausstehenden Jahresabschlüsse kümmert beziehungsweise den Kollegen beratend zur Verfügung steht. Vor allem von dieser beratenden Tätigkeit und dem kurzen Dienstweg verspricht sich Gemeindekämmerer Joachim Rose gewaltige Verbesserungen, denn Verzögerungen seien in der Vergangenheit vor allem immer deswegen eingetreten, weil die Kollegen nicht nachfragen konnten, Dinge nach bestem Wissen und Gewissen erledigt hätten und dann oft nachbessern mussten. Cornelia Erxlebe bringt Erfahrung mit, erledigt sie ihren Job bei der Gemeinde Isernhagen doch bereits seit einigen Jahren und die Gemeinde selbst hat bereits seit 15 Jahren ein eigenes Rechnungsprüfungsamt, weil sie schon viel länger selbstständige Gemeinde ist als die Gemeinde Wedemark. Die beauftragte erst 2008, als sie diesen Status erlangte, die Region Hannover mit der örtlichen nichttechnischen Prüfung, wozu Jahresabschlüsse, Kassenprüfungen und andere Vorgänge gehören. Für diese Prüfungstätigkeit der Region fallen zurzeit Gebühren in Höhe von 68 Euro pro Stunde an. Die Gemeinde Wedemark hat ausgerechnet, dass sie künftig wesentlich günstiger davonkommen wird und rechnet mit rund 33.000 Euro Einsparungen jährlich. Um dem Verdacht vorzubeugen, dass Cornelia Erxleben bei der Gemeinde Isernhagen bisher nicht ausgelastet gewesen wäre, weil sie jetzt die Hälfte ihrer Arbeitszeit der Gemeinde Wedemark widmen könne, begründete Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya, dass sich mit den Jahren und der Routine der Beratungsaufwand verringert habe und mittlerweile Freiraum geschaffen worden sei, der jetzt für die andere Gemeinde genutzt werden könne. Hier müsse nun unter anderem eine Vergleichbarkeit der einzelnen Bereiche erarbeitet werden. Dass das nicht einfach werden wird, stellten die beiden Bürgermeister im Gespräch am Rande der Vereinbarung schnell fest. Fängt es doch schon damit an, dass Isernhagen acht Feuerwehren sein eigen nennt, während es in der Wedemar, 15 Ortswehren gibt. Und Isernhagen hat zum Beispiel nicht wie die Wedemark eine Freiwilligenagentur mit einem hauptamtlichen Beschäftigten und Mehrgenerationenhaus. Doch trotz einiger nicht vergleichbarer Posten ist Bürgermeister Helge Zychlinski überzeugt, dass die Wedemark von der Vereinbarung unter dem Strich profitieren wird. Die technische Prüfung, die sich hauptsächlich auf den Baubereich bezieht, wird nach wie vor die Region Hannover für die Gemeinde Wedemark im Auftrag übernehmen. So macht es auch die Gemeinde Isernhagen. "Hier die einfacheren Bereiche auszunehmen, wäre Rosinenpickerei, die die Region Hannover zu Recht ablehnt", so Arpad Bogya. Die Vereinbarung zwischen der Wedemark und Isernhagen gilt zunächst für drei Jahre. Spätestens im April 2020 werden die Verwaltungen den Räten einen Zwischenbericht vorlegen, anhand dessen über die Fortführung der Vereinbarung entschieden wird.