Tag der offenen Tür beim MTV

Anna Danishkina und Rollstuhltänzer Erik Machens begeistern beim Tag der offenen Tür des MTV mit ihrer Tanzvorführung. Foto: B. Stache
 
Das inklusive Voltigierteam des Turn-Club Bissendorf zeigt sein akrobatisches Können. Foto: B. Stache

Vielfalt im Sport: „Möge die Inklusion gelingen“

Mellendorf (st). Mit einem bemerkenswerten Rahmenprogramm wurde am Sonntagmittag beim Mellendorfer Turn-Verein von 1919 (MTV) der Tag der offenen Tür eröffnet, der ganz im Zeichen der Inklusion stand. Unter großem Beifall tanzten sich Anna Danishkina und Rollstuhltänzer Erik Machens als „10dances4wheels“ mit zwei faszinierenden Tanzvorführungen in die Herzen der vielen Gäste. Machens ist auch international ein erfolgreicher Solorollstuhltänzer. Mit seiner Partnerin startet er offiziell für den Tanzsportclub (TSC) Hannover. Beide trainieren sowohl beim TSC als auch beim Tanz- und Turnierclub (TTC) München. Als weitere sehenswerte Darbietung präsentierte sich im MTV-Tanzsaal das inklusive Voltigierteam des Turn-Club Bissendorf unter Leitung der Trainerin Iris Berthold. Auf dem Holzpferd „Klaus“ zeigten neun Jungen und Mädchen ihr akrobatisches Können. Der 2. MTV-Vorsitzende Rudi Ringe hatte zuvor mit den Worten „Wir freuen uns, dass so viele Menschen heute hierher gekommen sind“, auch die zahlreichen Vertreter aus Politik, Sportverbänden und -vereinen begrüßt. Günter Stechmann rief in seiner Ansprache allen noch einmal das Motto der Veranstaltung „Vielfalt im Sport“ in Erinnerung. „Wir wollen zeigen, wie wir uns den inklusiven Sport vorstellen. Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Behinderungen, die gemeinsam durch Bewegung etwas Gutes für die körperliche Konstitution tun“, erklärte er. Der Tag der offenen Tür zum Thema Inklusion wurde ursprünglich durch den Behindertenbeirat angeregt. Dessen Vorsitzende Renate Löhr dankte auch im Namen des Arbeitskreises für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen allen von ganzem Herzen, die sich gemeinsam auf den Weg zum inklusiven Sport machen und sich für das Projekt einsetzen. „Wir danken dem Rotary Club Langenhagen-Wedemark für seine großzügige Spende. Ohne diese 1000 Euro wäre die offene Tür verschlossen geblieben. Nur mit Ihnen allen ist so ein Fest schön zu machen. Mein Motto für die Vision vom inklusiven Sport heißt: Man muss sich verlieren können an eine Sache, die größer ist als man selbst. Möge sie gelingen!“, sagte Renate Löhr. Zum Abschluss gratulierte sie Günter Stechmann zum Geburtstag und überreichte ihm einen Strauß Rosen. Grüße der Gemeinde Wedemark zum Tag der offenen Tür überbrachte die stellvertretende Bürgermeisterin Rebecca Schamber. Sie erinnerte an die Entstehung des Inklusionskreises, aus dem Anfang 2014 der Behindertenbeirat der Gemeinde ins Leben gerufen wurde. „Fortan ist diese Gruppe um Renate Löhr dabei uns zu helfen, Barrieren in unseren Köpfen zu durchbrechen. Für diese rege Aktivität und die damit verbundenen Anstrengungen verdienen diese ´Aktivisten` unser aller Dank und Respekt“, formulierte Rebecca Schamber. Für den Behinderten-Sportverband Niedersachsen informierte Kai Schröder über die Verbandsarbeit, lieferte praxisnahe Beispiele zum Thema „Inklusion durch Sport“ und zeigte Möglichkeiten auf, Menschen mit Behinderungen besser in Sportvereine zu integrieren. Inklusion bedeute nicht Gleichschaltung. Es werde auch weiterhin reine Angebote für Menschen mit Behinderungen geben, erklärte er. Nach den Eröffnungsreden und Showeinlagen stärkten sich die Gäste am Kuchenbüfett und erfreuten sich an ihren Tombola-Gewinnen. In der großen MTV-Sporthalle konnten sich die Besucher einen eigenen Eindruck vom inklusiven Sport verschaffen – Mitmachen war ausdrücklich erwünscht! So bewies der Burgdorfer Heiko Kuhlmann vom Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen (BVN) seine Fähigkeiten beim Showdown, einem Tischball-Spiel, das für blinde Menschen entwickelt wurde und gleichzeitig aber auch die Möglichkeit eröffnet, gegen Sehende anzutreten. Die vielfältigen Möglichkeiten zum inklusiven Sport wurden beispielsweise auch an der Tischtennisplatte und beim Badminton eindrucksvoll gezeigt. Weitere Infos gab es am Stand der Stiftung für Behinderte in der Wedemark in Anwesenheit ihrer beiden Vorsitzenden Konstanze Beckedorf und Jürgen Benk.