Talentnetzwerk zieht Zwischenbilanz

Michaela Kruse-Heine (v. l.) und Dr. Susanne Müller-Using präsentieren zusammen mit Katharina Ebrecht, Jörg Clausing, Alexandra Igel, Kerstin Jacob und Claudia Nicolai den Zwischenstnad des Transferprojektes. (Foto: A. Wiese)

Projektteam resümiert erste Projektphase

Wedemark. Das Projektteam des Talentnetzwerk Wedemark, einem Kooperationsprojekt von Gemeinde Wedemark, Volkshochschule Hannover Land und dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung an der Universität Osnabrück (nifbe) hat jetzt die erste Projektphase resümert. Jörg Clausing, Fachbereichsleiter Bildung, Familie und Sport bei der Gemeinde Wedemark sieht wichtige Weichen gestellt, um den Netzwerkgedanken des Vorhabens in der Wedemark auszubauen. Dazu gehöre die Zusammenarbeit mit zunächst vier Kindertagesstätten, nämlich den drei Kindergärten in Mellendorf und der Zwergenburg in Elze, auf der Grundlage einer Talentkonzeption, die sich auf den Harvard-Psychologen Howard Gardner bezieht sowie der Beginn mit unterschiedlichen Aktivitäten zur breiten Begabtenförderung und Angeboten zur Entdeckung von Talenten.
Leitgedanke der Talentnetzwerkerinnen und -netzwerker ist die Annahme, dass grundsätzlich jedem Kinder Begabungen und Talente gegeben sind, die vielfältig und unterschiedlich sind und die sich im Laufe der Entwicklung verändern und verschieben können. Die zu Grunde liegende Multiple Intelligenztheorie Gardners schildert menschllche Begabungen als Ausdruck von mindestens neun unterschiedlichen „Intelligenzen", wobei er bewusst nicht zwischen Begabungen und Intelligenzen unterscheidet, um die Gleichwertigkeit zu dokumentieren. Nur zwei der Intelligenzen finden sich in der landläufig verbreiteten Auffassung von Intelligenz und in der Ausrichung der meisten Intelligenztests: die sprachliche und logisch-mathematische Intelligenz. Die übrigen fünf Intelligenzen beziehungsweise Begabungen, nämlich die räumliche, musikalische, kinästhetische, interpersonale und intrapersonaler Intelligenz werden von den klassischen Intelligenztests nicht oder nur unzureichend berücksichtigt. Das Projektteam des Talentnetzwerkes besteht zurzeit aus den Gemeindevertretern Jörg Clausing, Fachbereichsleiter Bildung, Familie und Sport, und Katharina Ebrecht, Vertreterin der Kindertagesstätten sowie Claudia Nicolai, Alexandra Igel und Walter Zuber von der vhs. Darüber hinaus sind Dr. Susanne Müller-Using und Michaela Kruse-Heine vonder Forschungsstelle Begabungsförderung des nifbe Universität Osnabrück, die das Projekt wissenschaftlich begleiten, beteiligt. Die Diplom-Biologin Kerstin Jacob aus der Wedemark vertritt die Lehrbeauftragten. Demnächst sollen noch weitere Fachleute hinzugezogen werdne.
Das Talentnetzwerk Wedemark wird vom Land Niedersachsen als Transferprojekt des nifbe für zwei Jahre mit 100.000 Euro gefördert und ist der Forschungsstelle Begabungsförderung, Abteilung Professorin Solzbacher, zugeordnet. Das für die Auswahl zuständige nifbe-Regionalnetzwerk Mitte konnte trotz hohem Interesse an der Teilnahme als Transferprojekt von 28 Anträgen nur zehn Antragstellern einen positiven Bescheid erteilen. Als einziges Tansferprojekt hat das Wedemärker Projekt die Entdeckung und Förderung junger Talente im Alter von vier bis zehn Jahren zum Inhalt.