Technischer Defekt löst Feuer aus

Um kurz vor 4 Uhr war für 65 Feuerwehrleute am Mittwoch die Nacht vorbei: Vom Schuppen griffen die Flammen auf Carport, Fahrzeug und Wohnhaus über. Gut drei Stunden dauerten die Löscharbeiten. Fotos: A. Wiese
 
Blick vom Garten hinter dem Haus auf den Brandort: Das Feuer im Carport ist aus, doch im Schuppen und im Dachstuhl des Wohhauses qualmt es noch.

Mindestens 80.000 Euro Schaden bei Carport- und Wohnhausbrand

Bissendorf-Wietze (awi). Die Ursache für ein Feuer, durch das in der Nacht zu Mittwoch gegen 3.30 Uhr ein Lagerschuppen, ein Carport und Teile eines Wohnhauses mit einer Frühstückspension an der Straße Am Wietzestrand in Bissendorf-Wietze in Mitleidenschaft gezogen worden sind, steht fest. Die Kriminalpolizei geht nach ersten Untersuchungen von einem technischen Defekt aus, hieß es am Donnerstag von der Pressestelle der Polizeidirektion Hannover. Sie habe einen Knall gehört, das Feuer im Schuppen gesehen und ihr Mann habe die Feuerwehr alarmiert, so die 54-jährige Hauseigentümerin im Gespräch mit dem ECHO. Sie informierte die Gäste ihrer Frühstückspension und als die ersten Feuerwehrkräfte eintrafen, hatten bereits alle sieben im Haus befindlichen Personen das Haus verlassen. Das Feuer hatte mittlereweile vom Lagerschuppen auf den Carport und den darin abgestellten Wagen sowie den Dachstuhl des Gebäudes übergegriffen.
Trotz schneller Löscharbeiten wurde insbesondere das Obergeschoss
so stark beschädigt, dass es vorerst nicht mehr nutzbar ist. Beamte des Zentralen Kriminaldienstes haben den Brandort untersucht und gehen davon aus, dass ein technischer Defekt im Lagerschuppen das Feuer verursacht hat. Entgegen ersten Annahmen, wird der entstandene Schaden jetzt auf 80 000 Euro geschätzt. Die Freiwillige Feuerwehr Bissendorf war zuerst am Brandort. Unter dem Stichwort B 2 Gebäudebrand wurden gleichzeitig auch Kräfte aus Mellendorf und Wennebostel alarmiert. „Durch die richtige Handlungsweise der Meldenden war das Gebäude frühzeitig geräumt worden, die vierköpfige Familie hatte das Gebäude verlassen und blieb unverletzt“, betonte Feuerwehrsprecher Michael Hahn. Unter der Einsatzleitung von Gemeindebrandmeister Maik Plischke wurde die Ortsfeuerwehren Brelingen und Resse nachalarmiert, um genügend Atemschutzgeräteträger vor Ort zu haben. Insgesamt waren 65 Einsatzkräfte aus fünf Ortswehren mit zehn Fahrzeugen und 19 Atemschutzgeräteträgern im Einsatz. Durch einen massiven Außenangriff zum Schutz des Wohnhauses konnten die Feuerwehrkameraden die weitere Brandausbreitung auf das Wohngebäude beschränken. Der Brand wurde unter Einsatz von Atemschutztrupps im Innenangriff und einem Strahlrohr aus dem Drehleiterkorb, sowie weiteren C-Strahlrohren im Außenangriff gelöscht. Die Carport- und Nebengebäude sowie das abgestellte Fahrzeug brannten völlig aus. Die Kontrolle einiger Brandnester im holzverkleideten Dachstuhl des Wohnhaus gelang der Feuerwehr mit Hilfe der Wärmebildkamera. Beim Löscheinsatz bewährt haben sich die „Fognails“, die mit kleinsten Tropfen reinsten Wassers Feuer wirkungsvoll bekämpfen. Die Fognails werden mittels eines Stahlstabes durch Wände oder Tür getrieben und das Wasser durch spezielle, patentierte Düsen vernebelt. Durch den feinen Nebel treten unmittelbare Löscheffekte ein. So kann die Feuerwehr sehr schnell und sicher eine noch unübersichtliche Lage stabilisieren um Zeit zu gewinnen. Durch die Vernebelung des Löschwassers bilden sich im Sprühkegel viele sehr kleine, fein verteilte Tropfen. Dadurch entsteht eine große Oberfläche, die in kürzester Zeit sehr viel Wärme aus dem Brandbereich aufnehmen kann (Quelle: Sfgn - Spezialfeuerlöschgeräte Nord - fognail-gmbh). Die mit alarmierten Kräfte des Rettungsdienstes und eine Notarztes blieben in Bereitstellung, nachdem sie sich zunächst um die Bewohner des Hauses gekümmert hatten. Die Feuerwehr Bissendorf blieb auch dem offziellen „Feuer aus“ noch bis in den Vormittag hinein als Brandwache vor Ort. Für die Mehrzahl der eingesetzten Kräfte war der Einsatz gegen 7.45 Uhr beendet.