Teilhabe an der Gesellschaft eingefordert

Stießen beim festlichen Geburtstagsempfang miteinander an: Förderschulleiterin Maike Rohde, die neue Schulleiterin der Berthold-Otto-Schule Jana Semmeradt-Möller, Ulrike Hormann, die Organisatorin der Lebenshilfe-Disco, Vorsitzender Heiner Peterburs und s
 
Boten die beliebten Bossi-Kochbücher, Grußkarten und mehr am Sonnabend zum Verkauf an: Vertreter der Berthold-Otto-Schule.

Lebenshilfe Wedemark feierte ihren 40. Geburstag mit Festakt und Präsentation

Wedemark (awi). „Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft“ war nicht nur das Leitthema des Festvortrages von Prof. Dr. phil. Bettina Lindmeier von der Leibniz Universität Hannover beim Festakt zum 40. Geburtstag der Lebenshilfe Wedemark am Freitagabend im Bürgerhaus in Bissendorf. „Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft und ihre Möglichkeiten der Teilhabe“ zog sich auch wie ein roter Faden durch die Grußworte der Ehrengäste: Regionspräsident Hauke Jagau, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen, Karl Finke, Bürgermeister Tjark Bartels, Geschäftsführer des Landesverbandes der Lebenshilfen Kersten Röhr und der Behindertensportler des Jahres 2009 Stephan Engelhardt.
Die Wandlung der Wahrnehmung behinderter Menschen in der Wedemark zeigte Lebenshilfe-Vorsitzender Heiner Peterburs am Beispiel der Akzeptanz der Tagesstätte für behinderte Kinder und der Historie der Lebenshilfe Wedemark in seiner Rede auf (das ECHO berichtete ausführlich im Vorfeld). Peterburs kam zu dem Fazit: „Teilhabe und Integration erfordern Solidarität. Das bedeutet, dass Menschen für einander einstehen. Professor Schomburg sprach in der Gründungsversammlng der Lebenshilfe Wedemark im Januar 1970 davon, ich zitiere: ..., dass man die Kultur eines Volkes nicht an chromblitzenden Autos oder hervorragenden technischen Leistungen erkennen könne, sondern da-ran, was es für die Armen, Kranken und Schwachen zu tun bereit sei.“ Ein demokratisches Gemeinwesen, so Peterburs, funktioniere nur mit Solidarität, und jeder Mensch sei auf sie angewiesen. Menschen mit Behinderungen seien keine Bittsteller, sie hätten unveräußerliche Rechte. Die Lebenshilfe Wedemark werde sich dafür einsetzen, dass sich die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen weiter verbesserten. „Ich möchte Sie ganz herzlich einladen, mitzuhelfen, dabei zu sein, und dazu beizutragen, gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen“, schloss Peterburs seine Rede vor den vollbesetzten Reihen des Bürgersaales. Landesbeauftragter Karl Finke bezeichnete die unmittelbare Teilhabe behinderter Menschen als Mitentscheider als eine klare Botschaft der UN-Behindertenrechtskonvention, die auch in Niedersachsen umgesetzt werden müsse. Die Lebenshilfe Wedemark setze sich seit 40 Jahren dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen so selbstständig wie möglich leben könnten. Regionspräsident Hauke Jagau räumte ein, dass das Leben gerade für Behinderte nicht immer leicht sei. Der Bericht von Heiner Peterburg habe eindrucksvoll belegt, dass die Gesellschaft vor 40 Jahren über Integration noch ganz anders gedacht habe. Die Lebenshilfe Wedemark habe sich dafür eingesetzt, dass es normal sei, dass Behinderte dazugehörten. Auch er habe in seiner Jugend als Sohn eines Sonderschulrektors ähnliche Erfahrungen mit der Akzeptanz Behinderter machen müssen, wie es die Wedemärker Lebenshilfe getan habe, so Jagau. Bürgermeister Tjark Bartels plädierte dafür, „dass jedem ermöglicht wird, das zu tun, was er tun kann und nicht ‘Töpfchen‘ zu bilden. Das ist vollkommen falsch.“ Integration sei kein Almosen, mahnte Bartels, „sondern davon profitieren immer beide Seiten.“ Am Sonnabendvormittag präsentierten sich die Förderschulen, der Assistenzhundeverein, die Mohmühle und die Stiftung für Behinderte als Partner der Lebenshilfe im Forum des Bürgerhauses und waren ein wenig enttäuscht über die geringe Besucherresonanz.