Telefonzelle wird zum Bücherschrank

Irmtraud König (links), Kerstin Becker und Ernst-Heinrich Theilmann hoffen, dass viele Elzer – jung und alt – das Angebot der Bücherzelle annehmen. Foto: B. Stache

Verein Dorfbild Elze möchte auch Jugendliche und Kinder zum Lesen motivieren

Elze (st). Am Sonnabend wurde die Bücherzelle des Vereins Dorfbild Elze seiner Bestimmung übergeben. Im Beisein der Vorstandsmitglieder Uwe Brötz, Kerstin Becker und Irmtraud König eröffnete der 1. Vorsitzende Ernst-Heinrich Theilmann die zum Bücherschrank umfunktionierte ehemalige Telefonzelle der Deutschen Telekom. Im immer noch frischen Magenta-Look präsentiert sich die Bücherzelle am Zaun des Kindergartens in Elze, zwischen Feuerwehrgerätehaus und Grundschule. „Angefangen hatte es im Frühjahr auf unserer Jahreshauptversammlung 2016“, erinnerte sich Vereinsvorsitzender Theilmann an die ersten Gedanken zur Einrichtung eines öffentlich zugänglichen Bücherschranks in Elze – in einer ausrangierten Telefonzelle. Vorbilder gab es bereits vereinzelt in der Wedemark. Nachfragen bei der Deutschen Telekom ergaben, dass die sehr begehrten gelben Modelle der Deutschen Telekom bereits ausverkauft waren. Zum Preis von zirka 500 Euro konnte der Verein Dorfbild Elze das Nachfolgemodell „Magenta“ erwerben. Das Fundament für die Bücherzelle wurde auf Gemeindegrund vor dem Kindergarten in Eigenarbeit gegossen. Tim Scharlemann half mit einem Frontlader beim Aufstellen der ausgedienten Telefonzelle. Das Regal wurde eigens von Jürgen Bombeck, Seniorchef der Tischlerei Bombeck, angefertigt. „Er hat sich viel Mühe gegeben und es sehr stabil gebaut“, freute sich der 1. Vorsitzende. „Wir hoffen natürlich, dass die Bücherzelle gut genutzt wird und vor allen Dingen kein Vandalismus stattfindet.“ Ernst-Heinrich Theilmann dankte zugleich der Gemeinde Wedemark für das zur Verfügung stellen des Grundstücks. Die neue Bücherzelle soll zum Lesen animieren – das gelte für Erwachsene wie für Kinder und Jugendliche gleichermaßen, machten die Vorstandsmitglieder deutlich. So können Bücher kostenfrei entnommen und bei Gefallen auch behalten werden. Eine Rückgabe ist nicht verpflichtend. Auch eigene Bücher können dort zum Lesen abgegeben werden. „Damit gibt man seine Eigentumsrechte an dem Buch ab“, erklärte Ernst-Heinrich Theilmann. Nach dem Motto „Bring ein Buch, nimm ein Buch, lies ein Buch“ werde ein stetiger Wechsel der angebotenen Literatur erzielt und die Attraktivität der Einrichtung erhalten. Zur feierlichen Eröffnung der Bücherzelle, die von Kerstin Becker und Irmtraud König ehrenamtlich betreut wird, hatte er ein Zitat der amerikanischen Schauspielerin Helen Hayes mitgebracht: „Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen, und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat."