Tjark Bartels ist Landrat in Hameln-Pyrmont

Ein strahlender Wahlsieger Tjark Bartels bei der Wahlparty am Sonntagabend in Hameln, umringt von jubelnden Hamelner Genossen und Genossinen, die den frisch gewählten Landrat feierten. Foto: D. Pollok

Für die Wedemark beginnt eine Bürgermeister-Vakanz – wie lange steht noch nicht fest

Wedemark (awi). Mit einer satten Mehrheit von 59,8 Prozent der Stimmen bei knapp 44 Prozent Wahlbeteiligung hat Wedemarks bisheriger Bürgermeister Tjark Bartels (SPD) seinen prominenten Gegenkandidaten um den Posten des Landrat in Hameln-Pyrmont und Nachfolger des im April von einem verwirrten Rentner ermordeten Landrats Rüdiger Butte, Uwe Schünemann, am Sonntagabend bei der Stichwahl aus dem Rennen geworfen.
Mit einem Sieg habe er gerechnet, mit einem so deutlichen nicht, so Bartels am Sonntag in ersten Fernseh- und Rundfunkinterviews. Nur 40,2 Prozent der Stimmen für den ehemaligen niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann von der CDU, mit einem solchen Ergebnis hatte man nach dem knapp ausgegangenen ersten Wahlgang am 22. September, der als Kopf-an-Kopf-Rennen mit knappem Drei-Prozent-Vorsprung für Bartels ausging, nicht unbedingt rechnen können. Tjark Bartels ist neuer Landrat in Hameln-Pyrmont und sofortiger Amtsinhaber in dem Moment, wo der Wahlausschuss das Ergebnis offiziell bestätigt und Bartels die Wahl angenommen hat. Das bedeutet für die Wedemark, dass sie zurzeit ohne Bürgermeister dasteht. Regulär hätte Bartels Amtszeit noch bis Herbst nächsten Jahres gedauert. Die SPD-Parteivorsitzende Caren Marks und SPD-Ratsfraktionschef Helge Zychlinski in einer gemeinsammen Erklärung: „SPD Wedemark und SPD-Gemeinderatsfraktion gratulieren Tjark Bartels zum überragenden Wahlerfolg im Landkreis Hameln-Pyrmont. Die Menschen im Weserbergland haben mit ihrer Wahlentscheidung auch die hervorragende Leistungsbilanz von Tjark Bartels und der SPD in der Wedemark gewürdigt. Gemeinsam mit Grünen und FDP haben wir die Wedemark in den vergangenen Jahren voran gebracht. Die Einführung der Ganztagsschule, die Gründung der IGS, der Ausbau der Kinderbetreuungsangebote, der Neubau des Schulzentrums und des Rathauses, die Sanierung fast aller maroden öffentlichen Gebäude, die Gründung der Gemeindewerke Wedemark und die Modernisierung der Verwaltung sind nur einige Beispiele der erfolgreichen Arbeit an der Spitze der Gemeinde.“ Mit einer solchen Erfolgsbilanz habe sich Tjark Bartels bestens für das Amt des Landrates empfohlen. Marks und Zychlinski dankten ihm für „sieben sehr gute und erfolgreiche Jahre als Bürgermeister der Gemeinde Wedemark“ und wünschen ihm im neuen Amt eine ebenso glückliche Hand! Wie bereits zur Bürgermeisterwahl 2006 habe die SPD eine Findungskommission eingerichtet, um der Partei einen Personalvorschlag zu unterbreiten. Über den Vorschlag sollen dann der Vorstand und schließlich die Mitgliederversammlung entscheiden. Die SPD werde noch in diesem Jahr eine Kandidatin oder einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt nominieren. In der Zwischenzeit bis zur Bürgermeisterwahl werde die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf die Verwaltung führen und SPD-Ratsfrau Rebecca Schamber als Erste Stellvertretende Bürgermeisterin die Gemeinde nach innen und außen repräsentieren.
Die Grünen der Wedemark gratulierten Bürgermeister Tjark Bartels ebenfalls sehr herzlich zum „beeindruckenden Wahlergebnis“ und wünschen ihm viel Erfolg und Freude als Landrat im Landkreis Hameln- Pymont. Die Aufgabe, einen neuen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin für die Wedemark zu wählen, wollten sicher alle Parteien sehr sorgfältig und mit viel Ruhe angehen, so Angela Klingrad im Namen der Grünen. Der Vorschlag der Verwaltung, die Wahl im Mai 2014, zusammen mit der Europawahl stattfinden zu lassen, werde gerade in den Gremien diskutiert. Dafür sprächen aus Sicht des Ortsverbandes der Grünen der Wedemark Überlegungen zur Wahlbeteiligung und auch
Kostengründe. Die Abwägung einer kürzeren oder längeren Vakanz werde dabei aber auch betrachtet werden. Ob die Grünen einen eigenen Kandidaten oder eine Kandidatin nominieren werden, werde noch in der Partei beraten. Aus Respekt vor den Entscheidung der Wähler im Landkreis Hameln-Pyrmont, hätten sie im Vorwege keine Entscheidung treffen wollen, so Klingrad.
Die Wedemark verliert einen der fähigster Bürgermeister, die sie bisher gehabt habe, so FDP-Ratsherr Eric van der Vorm. Bartels habe die Wedemark innerhalb weniger Jahre nach vorne gebracht. „Ich kann verstehen, dass er eine neue Herausforderung sucht. Zu seinem großen Erfolg zur Wahl des Landrats in Hameln-Pyrmont herzlichen Glückwunsch. Für seinen neuen Aufgabenbereich wünsche ich ihm stets eine glückliche Hand und weiterhin die auch seine Persönlichkeit ausmachende zielführende Durchsetzungskraft“,
so van der Vorm. Die Wahl des neuen Bürgermeisters oder der neuen Bürgermeisterin sollte
zum nächstmöglichen Zeitpunkt durchgeführt werden, empfiehlt van der Vorm. Die FDP Wedemark werde sich nach Festlegung des Wahltermins entscheiden, ob sie einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin für das Bürgermeisteramt in der Wedemark nominieren werde, erklärte ihr einziger verbliebener Ratsherr. Für die CDU Wedemark räumt Ratsfraktionschef Rudi Ringe offen ein, dass „zwei Herzen in meiner Brust schlagen“. Einerseits hätte er seinem Parteifreund Uwe Schünemann den Posten des Landrats in Hameln-Pyrmont gegönnt. Andererseits freue er sich auch, dass Tjark Bartels die Wahl gewonnen und damit ab sofort nicht mehr Bürgermeister der Wedemark sei, so Ringe. Bartels hinterlasse den Wedemärkern viele Schulden, merkte er zudem an. Neuwahlen müssten regulär von Mitte Dezember bis Mitte März stattfinden, die Frist könne aber bis Mitte Mai verlängert werden, wenn die Bürgermeisterwahl zusammen mit einer anderen Wahl, in diesem Fall mit der Europawahl zusammen durchgeführt werde. „Ich halte das durchaus für sinnvoll“, so Ringe. Die CDU werde ihren Bürgermeisterkandidaten zunächst auf einer Mitgliederversammlung Ende Oktober intern und bei Zustimmung durch die Mitglieder offiziell vorstellen, kündigte der CDU-Fraktionschef an.