Tjorven bekommt ein Jahr Horn spendiert

Hornistin Angelika Müller freut sich darauf, Tjorven Eilers aus Bissendorf-Wietze zu unterrichten. Foto: A.Wiese

Im ECHO gelesen und von der Musikschule ausgesucht: Jubel bei Familie Eilers

Wedemark (awi). Es sollte ein Weihnachtsgeschenk werden und das hat auch genauso geklappt, wie Musikschulleiter Dieter Stein und Hornistin Angelika Müller es sich ausgemalt hatten: Unter dem Weihnachtsbaum fand der siebenjährige Tjorven Eilers eine Karte, auf die seine Mutter den Artikel aus dem ECHO vom 15. Dezember aufgeklebt hatte: „Musikschule verschenkt ein Jahr Horn“ – und zwar an Tjorven Eilers aus Bissendorf-Wietze.
Am Donnerstag stellte Dieter Stein den strahlenden jungen Nachwuchshornisten vor: Schon seit er fünf Jahre alt ist, wünscht sich Tjorven Waldhorn zu lernen. Er hat das Instrument bei einem Konzert des NDR gesehen und gehört, erzählt er gemeinsam mit seiner Mutter Karin. Und erst vor kurzem auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt in Hannover sei die Familie an einem Musikgeschäft vorbeigekommen, wo ein Horn im Fenster ausgestellt sei. „Das möchte ich mal spielen“, habe ihr Sohn da wieder gesagt, berichtet Karin Eilers. Als sie dann abends das ECHO mit dem Artikel in die Hand bekommen habe, dass die Musikschule für ein Jahr einen Unterrichtsvertrag verschenken wolle, habe sie sich gedacht: „Das soll jetzt sein“ und eine kurze Bewerbung geschrieben. Vier Bewerbungen hat Dieter Stein insgesamt erhalten, doch die von Tjorven habe sich deutlich von den anderen abgehoben. „Ich habe gleich gedacht, das ist der richtige“, schmunzelt Stein. Dass unter den Zuschriften auch die eines Seniors in den Siebzigern war, der gerne auf eigene Kosten Horn lernen möchte, freute Stein außerdem ganz besonders, und Hornistin Angelika Müller natürlich auch. Ein Jahr lang wird der siebenjährige Tjorven ab Februar eine halbe Stunde pro Woche Horn-Unterricht von Angelika Müller, Hornistin beim Bundespolizeiorchester, bekommen – als Geschenk der Musikschule Wedemark inklusive Leihinstrument (das ECHO berichtete). Allerdings will ihm seine künftige Lehrerin noch ein kleineres Horn besorgen, denn ursprünglich sollte das Mindestalter für den Nachwuchshornisten mindestens neun Jahre sein. Tjorven wird jetzt im Mai erst acht Jahre alt. Doch Angelika Müller und Dieter Stein sehen darin kein Problem. Denn dafür ist seine Begeisterung um so größer. Seine Augen strahlen, als er das Instrument vorsichtig an die Lippen setzt und kräftig hineinbläst. Und es kommt sogar schon ein Ton heraus. Richtigen Musikunterricht hat Tjorven bisher noch nicht gehabt, nur ein wenig Schnupperstunde auf dem Cello, doch sein Traum ist bereits seit mehreren Jahren das Horn. Seine Mutter Karin, die selbst mehrere Instrumente spielt, freut sich sehr, dass ihm das jetzt ermöglicht wird. „Wenn dieses Jahr zeigt, dass das sein Ding ist, kann er selbstverständlich weiter Horn spielen“, versichert sie. Dass aller Anfang schwer ist, das wird Tjorven in wenigen Wochen bei den ersten Stunden bei Angelika Müller selber feststellen. Doch geplant ist am Ende des Jahres bereits ein Auftritt bei einer Musizierstunde.