Tödlicher Unfall am Bahnübergang

Trauriger Einsatz für die Feuerwehrkräfte aus Wennebostel, Bissendorf und Mellendorf am Donnerstagabend: Auf dem Bahnübergang Am Rahlfsberg (links) wurde eine 19-jährige Radfahrerin von einer S-Bahn erfasst und tödlich verletzt. Die Feuerwehr leuchtete die Unfallstelle und den Punkt aus, an dem die Bahn zum Stehen gekommen war.Fotos: K. Hölscher
 
Trauriger Einsatz für die Feuerwehrkräfte aus Wennebostel, Bissendorf und Mellendorf am Donnerstagabend: Auf dem Bahnübergang Am Rahlfsberg (links) wurde eine 19-jährige Radfahrerin von einer S-Bahn erfasst und tödlich verletzt. Die Feuerwehr leuchtete die Unfallstelle und den Punkt aus, an dem die Bahn zum Stehen gekommen war.Fotos: K. Hölscher

19-jährige Radfahrerin umfuhr nach Erkenntnissen der Polizei Halbschranken

Wennebostel (awi). Tragischer Unfall am Donnerstagabend gegen 20 Uhr am Bahnübergang Am Rahlfsberg in Wennebostel: Die S-Bahn aus Richtung Bissendorf erfasste auf dem Bahnübergang eine 19-jährige Radfahrerin. Die junge Frau und ihr Fahrrad wurden mehrere Meter weit neben die Gleise geschleudert. Ein Anwohner setzte den Notruf ab, aber die 19-Jährige, die aus Wennebostel kommen soll, erlitt bei dem Zusammenstoß schwerste Verletzungen und starb kurze Zeit später am Unfallort. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei muss sie die geschlossenen Halbschranken mit ihrem Rad in Richtung Lindenstraße umfahren haben. Die Polizei sucht jetzt Zeugen, die Hinweise zum Unfallgeschehen geben können.
Sie werden gebeten, sich mit dem Verkehrsunfalldienst Hannover unter der Telefonnummer
(05 11) 1 09 18 88 in Verbindung zu setzen. Der Zugführer brachte die S-Bahn kurz vor dem Bahnübergang Lindenstraße zum Stehen. Die Feuerwehr hatte die Sicherung und Ausleuchtung der unmittelbaren Unfallstelle und den zweiten Bereich, der wegen des Bremswegs der S-Bahn etwa 200 Meter weiter in Richtung Mellendorf, kurz vor dem nächsten Bahnübergang lag, übernommen. Weiter wurden der S-Bahn-Fahrzeugführer und die Fahrgäste der S-Bahn bis zur Fortsetzung der Fahrt nach Bennemühlen betreut, teilt Feuerwehr-Pressesprecher Michael Hahn mit. Die Feuerwehr war mit 37 Kräften am Einsatzort. Die Landes- und die Bundespolizei haben die Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen. Gerade ein gutes Jahr ist es her, dass sich am selben Bahnübergang ein Unfall – allerdings mit völlig anderem Hergang – ereignete. Dieser Vorfall ging auf Grund des beherzten Eingreifens von zwei Augenzeugen glimpflich für einen 89-jährigen Autofahrer und seine Frau aus. Der Senior war falsch abgebogen und mit seinem Wagen im Gleisbett stecken geblieben. Unter Schock stehend weigerte sich das Paar zunächst, sein Fahrzeug zu verlassen. Kurz nachdem es den Helfern gelungen war, die beiden aus dem Auto zu holen und in Sicherheit zu bringen, zermalmte eine S-Bahn den Wagen. Wie gesagt – ein völlig anderer Hergang, dennoch ist Wennebostels Ortsbürgermeister Achim von Einem alarmiert. Gerade der aktuelle Unfall vom Donnerstag macht ihn sehr betroffen. „Immer wieder erleben wir, dass die langen Schrankenschließzeiten gerade die Einheimischen, die wissen, dass es einige Zeit dauern kann, bis ein Zug durchfährt, dazu verleiten, die geschlossenen Halbschranken zu missachten und zu Fuß zu umlaufen oder mit dem Fahrrad oder auch dem Auto zu umfahren“, so Achim von Einem.
„Es wäre zu überlegen, ob das Gefährdungsrisiko durch Vollschranken minimiert werden könnte“, meint der Ortsbürgermeister. Kürzlich hatte er im Zusammenhang mit dem Bahnübergang an der Lindenstraße im Finanzausschuss öffentlich gefordert, den Wall hinter dem Kinderrechtekunstwerk zu verlängern, beziehungsweise eine Hecke oder ein Gitter anzubringen, weil dieser Trampelpfad zunehmend von Fußgängern aus Richtung Engelmann-Gelände als Abkürzung benützt würde. Wenn sie dann die Gleise überquerten, kämen sie aufgrund des Absperrgitters auf der anderen Seite nicht auf den Fußweg – eine gefährliche Situation, warnte von Einem. Der Unfall vom Donnerstagabend lässt ihn aber vor allen Dingen an die Verantwortung und auch Vorbildfunktion aller Nutzer der Bahnübergänge appellieren, die geschlossenen Schranken niemals zu missachten.
Das ist übrigens ein Phänomen, das nicht nur in Wenne-
bostel zu beobachten ist. Immer wieder führt die Polizei in der Wedemark auch diesbezüglich Kontrollen durch oder beobachtet die Verstöße zufällig und ahndet sie.