Traditionelle Hubertusjagd in Meitze

Master Camill Freiherr von Dungern (rechts) mit seiner Equipage und den Hunden der Niedersachsen-Meute. Foto: B. Stache

Niedersachsen-Meute folgt Schleppenreiterin Celestina Löbbecke spurtreu

Meitze (st). Mit einem dreifach „Horrido-Joho" zum Abschluss des Stelldicheins auf dem Hof Bäßmann schickte Master Camill Freiherr von Dungern Schleppenreiterin Celestina Löbbecke, seine Equipage mit 19 Foxhounds der Niedersachsen-Meute sowie drei Jagdfelder auf das Geläuf. Bei der Jagd werden die gut ausgebildeten, trainierten Hunde durch die Equipage geleitet. Diese setzt sich zusammen aus dem Master und den Pikeuren, die ihm zur Seite stehen. Die traditionelle Hubertusjagd in Meitze führte in diesem Jahr 50 Reiter über eine 14 Kilometer lange Strecke mit zirka 30 festen Hindernissen und der Wietze als Wasserquerung. Beim Stelldichein hatten Helmut Bäßmann jun. und Jagdherr Malte Voigts im Namen der Jagdgemeinschaft Meitze und des Reitvereins Meitze die Jagd-Teilnehmer und hunderte Zuschauer begrüßt. Diese begleiteten die Jagdgesellschaft auf bereitgestellten Treckergespannen oder fuhren mit eigenen Pkw zu ausgewählten Zuschauerpunkten, wie beispielsweise an die Wietze. Dem Jagdherrenfeld, das über sämtliche Hindernisse geführt wurde, folgte ein zweites Feld für Reiter, die die Jagd ohne zu springen vom Pferd aus beobachteten. Das dritte Feld war berittenen Zuschauern vorbehalten. Sie absolvierten die Strecke in gesetztem Tempo. Die Jagdhornbläser „Rally Trompes de la Bruyère“ begleiteten die Hubertusjagd – auch das hat Tradition in Meitze. Nachdem die Schleppenreiterin in Begleitung von Marleen Dietrich mithilfe eines seitlich am Sattel der Reiterin angebrachten Kanisters Anisöl auf das Geläuf ausgebracht hatte, folgte die Niedersachsen-Meute schnell und spurtreu der Fährte. „Der Bden ist feucht, daher liegt die Fährte besonders gut und verflüchtigt sich nicht so schnell. So ist das Wetter optimal und auch für die Hunde nicht zu heiß“, beschrieb Celestina Löbbecke die Verhältnisse. Mit dem Startsignal zur Jagd ließ der Nieselregen nach, Reiter und Zuschauer erlebten einen großartigen Nachmittag in freier Natur. Seit nunmehr 40 Jahren führt Master Camill Freiherr von Dungern seine Niedersachsen-Meute bei Reitjagden. „Heute ist es ein kleines Abenteuer, weil unsere Hunde an einer Nasenwegsinfektion leiden“, hatte der Freiherr bei der Begrüßung erklärt. Die Tiere haben ihren Master nicht enttäuscht – die tags zuvor verabreichte Medizin hatte offensichtlich angeschlagen. Zur Belohnung erhielten die Hunde nach Rückkehr das traditionelle Currée. Nach dem „Halali“ ging es zur Jagdvesper in die Reithalle des Reiterhofs Bäßmann. Dort hatte die Brelinger Schlachterei Grimsehl aufgetischt. Die Jagdkritik von Elke Martsch fiel positiv aus und fand Anklang bei allen Beteiligten.