Treffen „Soziale Tierhöfe“ im CVJM-Zentrum

Gastgeberin Ingrid Stephan (rechts) mit Teilnehmern am Treffen „Soziale Tierhöfe“ im CVJM Freizeit- und Begegnungszentrum Abbensen. Foto: B. Stache

Institut für soziales Lernen mit Tieren begrüßt Gäste aus Deutschland und der Schweiz

Abbensen (st). „Diese Tagung findet seit über 20 Jahren statt und nennt sich Treffen ´Soziale Tierhöfe`. Daran nehmen unter anderem Pädagogen und Ergotherapeuten teil, die auf ihren Höfen Patienten mit unterschiedlichem Förderbedarf betreuen und dazu Tiere einsetzen“, erklärte die diesjährige Gastgeberin Ingrid Stephan. Sie ist Leiterin des Instituts für soziales Lernen mit Tieren. Am Tagungsort im CVJM Freizeit- und Begegnungszentrum Abbensen konnte sie zirka 30 Teilnehmer aus Deutschland begrüßen, unter anderem aus Rendsburg, Berlin, Erfurt und dem Sauerland. Dozentin Anne Wiltafski von der Kuhschule Schweiz in der Nähe von Zürich hatte die weiteste Anreise. Sie referierte über das Thema „Einsatz von Rindern in der sonderpädagogischen Arbeit“. „Rinder sind Tiere, die über eine klare Körpersprache kommunizieren und die eine lebenslange Bindung eingehen – sowohl zu ihren Artgenossen als auch zu ihrem Nachwuchs. Die Rinder gehen auch eine ganz enge Verbindung mit dem Menschen ein“, machte Anne Wiltafski deutlich. An ihrer Kuhschule bildet sie unter anderem Rinder zu Reit- und Zugtieren aus sowie für den Einsatz als Filmtier. Sie arbeitet zudem international mit Einrichtungen zusammen, die heilpädagogische Programme unterstützen. Während der dreitägigen Veranstaltung hielt am Sonnabend Dr. med. Nadia G. Tornieporth den Impulsvortrag „Tiergestützte Intervention im Kontext der Mensch-Natur-Beziehung“. Zum Abendessen begab sich die Gruppe nach Lindwedel, um im dortigen Winterquartier des Instituts für soziales Lernen mit Tieren auch den Kunsthandwerkermarkt zu besuchen. Der Sonntag stand unter dem Motto „Biografiearbeit mit Tieren“, vorgetragen von Gastgeberin Ingrid Stephan. „Wir setzen immer wieder auch Tiere aus Tierheimen oder von Tierschutzorganisationen bei unserer Arbeit ein, weil sie ähnliche Biografien haben wie unsere Klienten“, erläuterte die Diplom-Sozialpädagogin. „Diese Tiere haben Heimerfahrung und eine Vergangenheit, die manchmal durch Gewalt geprägt war. Somit kommen unsere Klienten in eine eigene, positive Versorgerrolle und zeigen ein hohes Maß an Empathie dem Tier gegenüber. Dabei erleben sie, wie es dem Tier durch Fürsorge besser geht und dass sie diese Entwicklung auch selbst durchleben können.“ Mit dem Thema „Kooperation Jugendhilfeträger & soziale Tierhöfe – eine win-win-Situation?!“ beschäftigten sich Jan Struck und David Dinges aus dem Heidekreis. Nach abschließender Diskussion „Kräftemanagement, Möglichkeiten der Unterstützung/Netzwerk“ und einem gemeinsamen Mittagessen verabschiedete Ingrid Stephan ihre Gäste am Sonntagmittag.