Trichinenuntersuchungen in der Region

Ralf Backhaus, Dietmar Reddig und die „Bürokratie“

MIT Wedemark im Gespräch mit Landschlachter Ralf Backhaus

Wedemark. Bereits im Januar nach Bekanntwerden der neuen Trichinenuntersuchungs-Regularien hatte sich die MIT Wedemark der Sache angenommen, um einvernehmliche Regelungen zu schaffen. Die vorhandenen neun Stellen der Region Hannover zur Trichinenuntersuchung waren auf eine zentrale Stelle in Hannover reduziert worden. Die MIT bat nun Landschlachter Ralf Backhaus zum Gespräch, um über die inzwischen geänderten Bedingungen zu sprechen. Auf den massiven Druck, der von vielen Seiten ausgeübt worden ist, sind inzwischen wieder sechs Stellen zur Trichinenabgabe in der Region geöffnet worden. Von dort aus holt die Region die Proben zur Untersuchung in Hannover ab. Die nächste Abgabestelle für Ralf Backhaus ist in Mariensee, hin und zurück sind das jedes Mal 60 Kilometer. Zu den Fahrtkosten kommt noch jedes Mal der Parkschein hinzu, wenn man kein Knöllchen riskieren möchte. Die Fahrt direkt in die Stadt ist mit Fahrzeugen mit gelber Plakette nicht möglich, ein weiteres Hindernis. Ralf Backhaus überlegt jetzt, sich mit anderen Landschlachtern der Wedemark zusammen zu tun und Gemeinschaftsfahrten zu organisieren. Fazit: Das Ergebnis der Trichinenuntersuchung kommt nach wie vor verzögert, ist aber mit ein paar Stunden im akzeptablen Rahmen. Der damit einhergehende Bürokratismus ist nicht zu verstehen.
Ein weiteres Thema, das Dietmar Reddig und Heike Prendel mit Ralf Backhaus besprachen, war die enorme bürokratische Belastung.
Die Bürokratie sollte mit den neuen EU-Normen wesentlich vereinfacht werden, ist aber in der Realität immer umfangreicher und arbeitsintensiver. Begründung der EU: Vereinheitlichung und Eigenkontrolle. Im Klartext heißt das nichts anderes als eine Vereinfachung der Kontrolle für die Kontrolleure. Ralf Backhaus und seine Kollegen haben beispielsweise genauestens Buch zu führen, wann welches Gerät mit welchem Mittel und welcher Menge gereinigt worden ist. Eine Gewürzmischung wird mit Datum der Öffnung, Menge der Entnahme, Charge No. dokumentiert. Der Kontrolleur braucht nur noch abzuhaken. Einen ganzen Ordner hatte Ralf Backhaus abzuarbeiten um die Zertifizierung als Landschlachter für seinen Betrieb zu bekommen. In seinem Fall einfach, weil er im Vorfeld umfangreiche Sanierungs-Maßnahmen durchgeführt hatte. Viele kleine Landschlachter bleiben dabei auf der Stecke, weil sie die hohen Investitionskosten scheuen. Es gibt in der Wedemark nur noch drei Landschlachtereien. Da liegt die Überlegung nahe, dass einmal wieder die Kleinen systematisch kaputt gemacht werden. Der Vorstand der MIT Wedemark wird sich der Sache weiterhin annehmen, versicherte derVorsitzende Dietmar Reddig.