Umweltschutzpreis fürs Repair Café

Bürgermeister Helge Zychlinski (rechts) überreichte am Montagabend die Urkunde für den Umweltschutzpreis 2017 an den Initiator des Repair Cafés, den Bissendorfer Bernd Wilts (Zweiter von rechts) und seine Mitstreiter Andrew Kraschinski (Resse), Fritz Krämer-Jensen (Negenborn), Günter Probst (Elze), Frank Pohl und Karin Riekers (beide aus Bissendorf). Foto: A. Wiese

Bürgermeister Helge Zychlinski gratuliert Bernd Wilts und seinen Mitstreitern

Wedemark (awi). Der mit 1.500 Euro dotierte Umweltschutzpreis 2017 der Gemeinde Wedemark geht in diesem Jahr an das Repair Café. Das verkündete Bürgermeis-ter Helge Zychlinski am Montagabend im Rat und überreichte die entsprechende Urkunde an den
Initiator des Repair Cafés in der Wedemark, Bernd Wilts aus Bissendorf. Das Repair Café sei mittlerweile eine Wedemärker Institution geworden, so Zychlinski in seiner Laudatio. Vor allem aber sei es eine Einrichtung, die Hilfe zur Selbsthilfe anbiete. Einmal im Monat würden an wechselnden Standorten nicht nur defekte Gerätschaften repariert, sondern dieses vor allem als gemeinschaftliches Erlebnis zelebriert. Beitrag zum Umweltschutz sei nicht nur die Tatsache, dass das Gerät nicht auf dem Müll lande, sondern die Produktion eines solchen belaste ja auch die Umwelt, ein Transport sei nötig, Rohstoffe würden verwendet. Die Gruppe Repair Café aus der Wedemark ist eine Gruppe aus dem Kreis mehrerer bundesweit aktiver Reparatur-Initiativen, die aus einer Idee 2007 in Amsterdam hervorgegangen seien, berichtete der Bürgermeister. Jeden Monat wird ein Treffen in einem anderen Ortsteil organisiert, bei dem defekte Alltagsgegenstände gemeinschaftlich und bei einer Tasse Kaffee repariert würden. Das können elektrische und mechanische Haushaltsgeräte sein, Fahrräder, Spielzeug, aber durchaus auch Unterhaltungselektronik, Computer, Drucker und anderes mehr. Dabei steht nicht der kostenlose Reparatur-Service im Vordergrund, sondern eine gemeinschaftlich organisierte Hilfe zur Selbsthilfe. Getragen wird die Gruppe ausschließlich von ehrenamtlich engagierten Helfern, die ihr Wissen und Können zur Verfügung stellen, weil sie Interesse an Technik, Selbermachen und Werken haben. Die Reparaturcafé-Idee stammt von Martine Postma aus den Niederlanden. Seit 2007 setzt sie sich auf verschiedene Arten für Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene ein. Die Initiativen unterlaufen durch die Reparaturen kommerzielle Strategien zur vorzeitigen Veraltung und Ausmusterung von Konsumgütern und verlängern die Nutzungsdauer von Gebrauchsgütern. Interessierte können dort Erfahrungen austauschen und eine anregende Zeit miteinander verbringen. Außerdem wird Menschen geholfen, die sich Neuanschaffungen nicht leisten können. Die Veranstaltungen stärken die nachbarschaftliche Kommunikation und schaffen oftmals auch einen Dialog zwischen den Generationen, da eben jeder seine Fähigkeiten einbringen, weitergeben und auch selber Neues lernen kann. In der Wedemark haben Bernd Wilts und seine Frau Karin Riekers die Initiative zur Gründung eines Repair Cafes ergriffen. Bernd Wilts hatte 2015 die Lizenz zur Errichtung eines Repair Cafés für die Wedemark gekauft und bei zwei Infoveranstaltungen Interessenten für sein Vorhaben gesammelt. Genau vor zwei Jahren, im Januar 2016, wurde dieser Reparaturservice der besonderen Art erstmals in der Brelinger Mitte angeboten. Aktuell arbeiten für das Repair Café Wedemark 30 Aktive und 20 Unterstützer. Bernd Wilts bedankte sich am Montagabend für die Auszeichnung mit dem Umweltschutzpreis. Sein Dank galt den Aktiven, die ihn von Anfang an unterstützt haben, und der Verwaltung für die Zurverfügungstellung der Räume. Aber auch Kirchen, DRK, Berlinger Mitte und Gewerbebetriebe hätten das Repair Café auf diese Weise unterstützt, ebenso wie Privatpersonen. „So gibt es einen Bürger, der uns sponsert“, verriet Bernd Wilts. Fazit sei, so Bürgermeister Helge Zychlinski, Reparaturen, die schadhafte Gebrauchsgegenstände wieder nutzbar machten, würden auf vielfältige Art und Weise helfen, Ressourcen zu sparen.