Umzug wird ohne Beeinträchtigung des Unterrichts stattfinden

Gemeindebürgermeister Tjark Bartels, Architekt Helmut Heuer und Landschaftsarchitekt Christian Ewers (v. l.) stellten die Pläne für den Neubau von Schulzentrum und Verwaltungsgebäude der Öffentlichkeit am vergangenen Sonnabend vor. (Foto: L. Irrgang)

Baubeginn für Schul- und Verwaltungsbau schon Ostern, Umzug Sommer 2011

Wedemark (ig). In der letzten Sitzung des Gemeinderates war die Vergabe zum Bau des Schulzentrums und des Verwaltungsbaus beschlossen worden, vergangenen Sonnabend stellte Bürgermeister Tjark Bartels die genauen Planungen der Öffentlichkeit vor. Gemeinsam mit Helmut Heuer, Architekt des Büros Heuer und Faust Architekten stellte Bartels das Konzept mit zahlreichen Skizzen, Plänen und Bildern vor.
Mit einer anschaulichen Fotostrecke hatte Bartels zu Beginn seiner Ausführungen die Gründe für den Neubau noch einmal hervorgehoben. „Es wird deutlich, dass so, wie es jetzt ist, es nicht weitergehen konnte.“ Neben wirtschaftlichen Erwägungen stand die Schaffung von geeigneten Lernorten zusammen mit der gesellschaftlichen Verantwortung im Vordergrund. Aber auch der Wettbewerb der Kommunen sei ein Grund für den Neubau gewesen, so Bartels. Die Wedemark sei Kinderstandort Nummer eins, „wir wollen auch der Schulstandort Nummer eins werden, und sind nun auf einem gutem Weg.“
Bei den Planungen rund um das Verwaltungsgebäude habe die Bürgerfreundlichkeit und die Effektivität eine große Rolle gespielt. Alle Büros seien barrierefrei „und somit leicht mit Rollstuhl und Kinderwagen erreichbar“, so Bartels. Der Standort aufgrund von Bushahnhof und zentraler Lage der beste zur Verfügung stehende.
Der Zuschlag sei mittlerweile erteilt worden, die genehmigungspflichtigen Unterlagen werden in Kürze zusammen sein, dann könne die Bauaufsicht in die Prüfung einsteigen. „Und im April soll dann der Baubeginn erfolgen.“ Im Juni 2011 sollen dann circa 1.300 Schüler umziehen, das Gesamtprojekt einschließlich Niederlegung des alten Schulzentrums und Anlegung des Außengeländes soll dann im Frühjahr 2012 abgeschlossen sein. Als Generalunternehmer wurde die Alpine Bau AG mit Niederlassung in Köln mit dem Bau beauftragt, geplant wurde der Gesamtkomplex durch das Architektenbüro Heuerund Faust.
Das für die Schüler keine Unterbrechung erfolgen müsse, liege daran, dass das neue Gebäude neben dem alten errichtet werde, so Architekt Heuer, „dies und auch weitere Anforderungen stellte eine große Herausforderung dar.“ Aber das Büro habe bereits auf mehr als 100 Schulbauten realisiert, und somit auch einen gewissen Erfahrungsschatz. „Die Errichtung findet ohne eine Beeinträchtigung des Schulbetriebes statt.“ In der Aufgabenstellung, die dem Planungsbüro vorgelegen habe, sei vieles schon vorgegeben gewesen, „was einem modernen Raumkonzept von Schulgebäuden entspricht, damit sind Sie hier viel weiter, als manch größere Kommune“, lobte Heuer. Die klare Gliederung der einzelnen Räume und Bereiche erläuterte er mit Hilfe des Grundrisses. Zentraler Punkt des Schulzentrums wird das Versammlungsforum sein, in welchem bis zu 1.500 Menschen Platz finden. Bartels nannte dies „endlich einen geeigneten Veranstaltungsort, denn bislang war in der Agora bei circa 200 Menschen Schluss.“ Die unterschiedlichen Schulformen wie Gymnasium und IGS werden auf dem weitläufig und offen gestalteten Gelände von außen durch unterschiedlich farbige Fassadenelemente erkennbar sein. Die bestehende ehemalige Gymnasiumturnhalle wird von dem Neubau umbaut, die Anbindung zur Realschule wird an die Halle anschließen. Wichtig sei es den Architekten gewesen, alle Schulen in einer Schule unterzubringen, „aber auch die eigenen Identitäten sollten geschaffen werden.“ Äußerlich soll sich der Neubau durch die Ziegelaußenfassade und das rote Satteldach in die Umgebung einfügen. Nach dem Abriss des alten Schulzentrums wird an dieser Stelle ein weitläufiger Park und Schulhof entstehen. Hierdurch ist auch eine gewisse Distanz zum Verwaltungsgebäude gewahrt, welches entlang der Ortsriede entstehen wird, also in etwa dort, wo sich heute Schüler- und Lehrerparkplatz befinden. In die Außenanlage sei der bestehende Busbahnhof integriert, „und eine klare Zugänglichkeit zum Schulzentrum geschaffen“, so Landschaftsarchitekt Christian Ewers. „Es ist im Außenbereich auch genügend Platz für Kreativität.“ Zudem könnten viele Bestandsbäume im Bereich des Verwaltungsgebäudes erhalten bleiben. „Durch den Höhenunterschied der Gebäude haben wir zudem eine effektive und einfache Lösung für den Lärmschutz“, so Ewers in Bezug auf den Lärm des Schulhofs in Nähe der Verwaltung.
Bei dem Verwaltungsbau handele es sich gerade nicht um einen Prunkbau, so Bartels, „wir verzichten auf Alles, was keinen direkten Nutzwert hat.“ Architekt Heuer stimmte diesem zu, „es handelt sich um ein bescheidenes Rathaus, dass aber alles hat, was man braucht.“ Das dreigeschossige Verwaltungsgebäude wird über eine Nutzfläche von 3.185 Quadratmeter verfügen, das viergeschossige Schulzentrum über 18.735 Quadratmeter Nutzfläche. Das 30,7 Millionen teure Gesamtprojekt nannte Bartels aus haushalterischer Sicht eine „erhebliche Belastung, es ist jedoch eine Entscheidung, damit wir als Gemeinde zukunftsfähig bleiben.“