Verteilerdosen offen, Masten gesperrt

Die Anlieger An der Düpe, Gerhard Decker (l.), Andreas Wolf, Manfred Vergin und Wolfgang Schwager im Gespräch mit Carsten Niemann und Dirk Rapke vom Telecom Service Center. Foto: A. Wiese

Anlieger beschweren sich über DSL-Qualität – htp verweist an die Telekom

Brelingen (awi). Wenn man wie die Anlieger der offiziell zu Brelingen gehörenden Siedlung An der Düpe einen Baukostenzuschuss zahlt, um in den Genuss von schnellem Internet zu kommen, und dann trotzdem nur ein Bruchteil der Übertragungsgeschwindigkeit ankommt, die theoretisch möglich wäre, nachdem es bereits mit dem Anschließen Probleme gegeben hat, ist man verständlicherweise verärgert und wendet sich an seinen Anbieter. Das ist in diesem Falle htp. Doch htp gibt den sprichwörtlichen „schwarzen Peter“ weiter: „Von den aktuell vorliegenden 13 Kunden gab es bei drei Kunden in der Tat Schwierigkeiten, die wir leider auf das nicht immer reibungslose Zusammenspiel mit der Telekom zurückführen müssen. Speziell in der Siedlung Waldeseck haben wir entgegen der ursprünglichen Planung und Kostenschätzung unser Kabel nicht als oberirdische Freileitung sondern als Erdkabel realisiert. Die durchaus erheblichen Mehrkosten, von denen die Kunden in der Siedlung durch eine höhere Ausfallsicherheit profitieren werden, trägt alleine die htp. Auch vor diesem Hintergrund werde ich nun alles daran setzen, dass die ausstehenden Schaltungen gut und zu einem für den Kunden zufriedenstellenden Ergebnis führen werden“, betont htp-Geschäftsführer Thomas Heitmann. „Durch die guten Erfahrungen der htp seit 2010 mit uns konnte 2013 überhaupt erst gemeinsam ein Modell entwickelt werden, wo hier zwischen htp und den dortigen Anliegern ein Modell mit einem „Baukostenzuschuss“ erarbeitet und letztlich vertraglich mit den Anliegern geschlossen wurde, der für die wenigen Anlieger im Wald überhaupt eine Breitbandversorgung möglich machte“, erklärt zudem Wedemarks Wirtschaftsförderer Carsten Niemann. Er weist außerdem darauf hin, dass durch die alte Kupferleitung – ausgehend vom Hauptvermittlungsknoten in Mellendorf – durch die Leitungslänge eine so hohe Dämpfung vorhanden, dass eine DSL-Fähigkeit schon weit „vor“ dem Waldgebiet „An der Düpe“ nicht gegeben war.“ Konkret bedeutet das, dass es vom KVZ bis zu den angeschlossenen Haushalten „An der Düpe, Im Hagen, Im Walde“ wie überall bei KVZ-Überbauungen noch die alten Kupferleitungen, „letzte Meile“ genannt und im Eigentum der Telekom stehend – hier sogar als „Freileitung“ – gibt. Je länger die Leitung der letzten Meile, umso höher die physikalische Signaldämpfung und je zustandsschlechter das Kabel und je höher die Zahl der Verbindungen, umso gravierender die Dämpfung und deren Auswirkungen auf die am Ende beim jeweiligen Kundenhaushalt verfügbaren Bandbreiten. Theoretisch wäre nach Aussage von Dirk Rapke vom Telecom Service Center eine weitaus höhere Bandbreite als derzeit verfügbar denkbar, doch der tatsächliche Zustand der Leitungen und Verteiler mache diese Möglichkeit derzeit zunichte: Offene Verteilerdosen am Mast, gesperrte Masten (rot markiert), Freileitungen die seit Jahren provisorisch verlegt sind, teilweise am Boden liegen, Äste und Bewuchs, die auf den Freileitungen liegen und belegen, dass es jahrelang keinen Ausschnitt im Rahmen einer „Unterhaltung“ gegeben hat, sind alles Gründe, dass, wie Anlieger Gerhard Decker erklärte, gegenüber der stabilen Telefontechnik die bei weitem komplexere DSL-Technik zu erhöhten Ausfällen führen dürfte. Die vorgenannten Mängel hat die Telekom als Eigentümer der „letzten Meile“ zu beseitigen. Die bauliche Situation ist nach Aussage von Gerd Decker jahrelang bekannt, passiert sei nicht. Alle sechs Jahre, so Stefanie Haller, Sprecherin der Telekom für den Bereich Nord, würden die Masten inspiziert. Dies sei gerade Anfang diesen Jahres in der Wedemark erfolgt und die Mängel würden jetzt Zug um Zug beseitigt. Notwendige Abstimmungen mit den Grundeigentümern verzögerten die Arbeiten häufig. Ein Grundeigentümer weigere sich, Bäume und Büsche auf seinem Grundstück zurückzuschneiden. Möglicherweise müsse hier eine neue Trasse gefunden werden.